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„Wenn Wissenschaft zu Propaganda wird“: Große Empörung über WDR-Umgang mit FDP bei Klima

© AFP 2021 / ANNEGRET HILSEDer Vorsitzende der Freien Demokratischen Partei in Deutschland, Christian Lindner, einen Tag nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf einer Pressekonferenz, den am 7. Juni 2021.
Der Vorsitzende der Freien Demokratischen Partei in Deutschland, Christian Lindner, einen Tag nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf einer Pressekonferenz, den am 7. Juni 2021. - SNA, 1920, 03.09.2021
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Das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks“ hat die Freien Demokraten aufgrund ihrer Versprechen zum Klimaschutz zuerst auf den ersten Platz unter den Parteien gesetzt und dann plötzlich auf den vorletzten Platz zurückgestuft. Die Entscheidung schlägt gerade im Netz hohe Wellen.
In einem 20-minütigen Beitrag nahm das WDR-Wissenschaftsformat „Quarks“ die Parteiprogramme zur Bundestagswahl unter die Lupe und wollte die Parteien aufgrund ihrer geplanten Klimapolitik einstufen. Das Ergebnis war überraschend: Plötzlich schaffte es die FDP auf den ersten Platz, gefolgt von der Partei DieLinke und erst dann von den Grünen.
„Der Überraschungssieger ist – ja, wir waren auch überrascht – die FDP“, sagte die Moderatorin dazu. „Wenn sie ihre Pläne tatsächlich durchzieht und einen CO2-Preis für alles durchsetzt. Dann würden die Kohlekraftwerke ganz schnell stillgelegt werden und der Klimaneutralität wären wir sehr schnell sehr viel näher.“ Jedoch zweifelte die Moderation des Programms daran, dass es wirklich umsetzbar ist.
„Wir bezweifeln, dass sie das auch so tun würde, denn auch die FDP will wahrscheinlich nicht, dass Deutschland ein Stromversorgungsproblem bekommt. Damit bewegt sich die FDP wohl eigentlich eher auf dem vorletzten Platz, was den Klimaschutz angeht. Denn der CO2-Preis ist ihre einzige konkrete Maßnahme“, sodie Moderatorin. Für die Umsetzung der Klimaschutzversprechen müsste die FDPlaut dem Sender den CO2-Preis auf 150 Euro setzen, was aber nicht gehen würde. FDP-Chef Christian Lindner hatte zuvor schon vorgerechnet, dass selbst ein CO2-Preis von 60 Euro je Tonne in Deutschland zu hoch sei. Also wurde die FDP im Programm vom ersten Platz gekickt und auf den vorletzten Platz vor die AfD gesetzt.
Das hat der FDP und vielen Nutzern nicht gefallen. Die FDP-Politikerin Ria Schröder schrieb auf Twitter, die FDP habe das ambitionierteste Klimaschutzprogramm. Man sei vom WDR einfach willkürlich und ohne Grundlage nach hinten geschoben worden. „Wissenschaftlich ist das nicht“, glaubt Schröder.

Anti-FDP-Propaganda?

Selbst wenn das WDR-Programm die Ziele der FDP angemessen kritisiert, bleibt die Kritik dabei, dass die WDR-Redakteure nur die FDP aufs Korn genommen hätten und die Umsetzbarkeit der Pläne anderer Parteien nicht im Programm analysierten. Darauf weisen auch viele empörte Twitter-Nutzer hin und werfen dem WDR ungleiche Behandlung von Parteien vor. In der Tat beanstandetendie „Quarks“-Redakteure auch das im Verhältnis zu ihren Klimazielen zu geringe Budget der Grünen. Die FDP-nahe Twitter-Gemeinschaft ist jedoch aufgewühlt.
„Dank Quarks wissen jetzt Millionen Wähler, dass die FDP angeblich das beste Klimakonzept hat. Nicht dass mich das überzeugt, aber es dürfte der FDP genützt haben“, schreibt der Rechtsanwalt Marcus Pretzell auf Twitter. „Übrigens ausschließlich aufgrund der Anti-FDP-Propaganda. Was mal wieder zeigt, dass der Gegner ÖRR nützlich ist.“
„Quarks, wenn ‘Wissenschaft’ zu Propaganda wird“, schrieb der Junge Liberale Benedikt Brechtken kurz und knackig.
„Da wir persönlich allerdings nur der FDP nicht glauben, sollten sie aber auf dem vorletzten Platz sein. Wissenschaft? Null“, empörte sich auch der FDP-sympathisierende Journalist Matthis Mühlenbrock.
„Traurig, wie voreingenommen der öffentlich-rechtliche Rundfunk hier agiert“, bekundeteauch der FDP-Politiker Konstantin Kuhle seine Enttäuschung, unterstützt von mehreren Hunderten weiterer Follower.
https://twitter.com/KonstantinKuhle/status/1433426527601889286
Am Ende bleibt die Frage: Wenn der CO2-Preis die einzige konkrete Klimaschutzmaßnahme im Wahlprogramm der FDP ist, warum haben die WDR-Redakteure die Partei überhaupt erst auf den ersten Platz gesetzt?
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