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„Kindeswohl wird strukturell gefährdet“ – Experte über Folgen der Corona-Politik

© REUTERS / Jonathan ErnstKinder aus Afghanistan bei einem Besuch in einem Flüchtlingszentrum in Virginia
Kinder aus Afghanistan bei einem Besuch in einem Flüchtlingszentrum in Virginia - SNA, 1920, 03.09.2021
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Kinder und Jugendliche sind von Sars-Cov-2 am wenigsten gefährdet, dafür umso mehr von den Maßnahmen, die in der Pandemie verordnet wurden. Das kritisiert der Politologe Michael Klundt im SNA-Interview.
Prof. Dr. Michael Klundt - SNA
Michael Klundt

hat an der Hochschule Magdeburg-Stendal die bundesweit einzige Professur für Kinderpolitik inne und berät zuweilen Fachausschüsse des Bundestages und diverser Landtage.

Herr Professor Klundt, kürzlich gab es die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey für die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM). Zwischen Juni und August wurden Lehrerinnen und Lehrer nach den Folgen der Anti-Corona-Maßnahmen für Kinder gefragt. 30 Prozent von denen sind der Ansicht, dass es bei mehr als der Hälfte der Schüler gravierende Lernrückstände aufgrund der Corona-Krise gäbe. 17 Prozent sehen dies sogar bei fast allen – insgesamt also ungefähr die Hälfte. Die andere Hälfte der befragten Lehrerschaft sieht das anders. Sie sagen, dass es bei weniger als der Hälfte oder sogar bei sehr wenigen Schülern solche Rückstände gibt. Das Ergebnis ist sehr ambivalent. Wie nehmen Sie denn die Auswirkungen der Pandemie auf Schüler und Studierende wahr?
Klundt: Ohne diese einzelnen Zahlen strittig zu stellen, ist es wahrscheinlich nötig, ganz differenziert zu betrachten. Es wird sicherlich Kinder und Jugendliche geben, junge wie ältere, die relativ gut jetzt durch die letzten anderthalb Jahre gekommen sind, die sich in vielerlei Hinsicht vielleicht sogar gestärkt gefühlt haben. Die medial, technisch mit dem Computer viel besser zurechtkommen und von zuhause gefördert werden konnten, ein eigenes Zimmer haben, einen Schreibtisch haben, einen eigenen Computer, WLAN und mehr. Es ist aber eben eine ziemlich große Gruppe, die sowohl was Bildungsfragen als auch Gesundheitsfragen betrifft, ebenso psychosoziale Fragen, enorme Einschränkungen und Belastungen erfahren hat, bis hin zu psychosozialen extremen Belastungen, Erkrankungen, die wir im Auge behalten müssen.
Die öffentliche Kritik an der Beschneidung der Grundrechte während der Pandemie beschränkt sich ja im Wesentlichen auf die der erwachsenen Bevölkerung, also Ausgangsfreiheit, Berufsfreiheit und Reisefreiheit. Wie stand oder steht es da mit den Schutzrechten von jungen Menschen?
Klundt: Das ist wirklich ein besonderes Phänomen, wenn wir die letzten anderthalb Jahre Revue passieren lassen. Alle Studien, die bislang vorhanden sind, epidemiologisch, virologisch, medizinisch und so weiter, zeigen, dass die Kinder und Jugendlichen als Altersgruppe von Corona am allergeringsten betroffen sind, was die Erkrankung, Hospitalisierungen und erst recht das Sterberisiko betrifft. Aber sie sind am allerschärfsten betroffen von fast allen Maßnahmen, die bis heute getroffen werden – von den ganz Kleinen über die Jugendlichen bis zu den jungen Erwachsenen.
Das ist ein besonderes Phänomen in unserer Gesellschaft, dass die Politik, was die Priorisierung betrifft, einfach von Anfang an gesagt hat, das Kindeswohl ist erst einmal nachrangig, es spielt keine Rolle – nicht wie die Kinderrechtskonvention es verlangt. Es geht erst mal darum, dass alles andere funktioniert – sei es Bundesliga, Biergärten, Baumärkte und Berufe und so weiter. Und dann können wir ja mal gucken, was wir mit den Kindern machen.
Oder wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sagte: Kitas und Schulen, die sind ja nur dazu da, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Das heißt, es ist eine enorme Instrumentalisierung der Kinder im Gange. Ihre Rechte auf Schutz, auf Förderung, auf Beteiligung sind in dieser Gesellschaft immer noch eher nachrangig. Alle Studien, die gerade diese psychosozialen Folgen betrachten, können das für einen großen Anteil der Kinder und Jugendlichen feststellen. Erst recht für diejenigen Kinder und Jugendlichen, die in Armutsnähe oder in Armut leben. Denn die haben im Vergleich zu denen, die ich vorhin kurz geschildert hatte, bei all diesen Fragen sowieso schon enorme Benachteiligungen – gerade im Bereich Bildung, Gesundheit und sonstige Förderung und Netzwerke und Kultur, Sport und so weiter. Durch die Maßnahmen seit Beginn der Pandemie sind deren Entfaltungs- und Persönlichkeitsentwicklungsmöglichkeiten gravierend eingeschränkt worden, bis hin zur strukturellen Kindeswohlgefährdung.
Werbung für Kinder (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.01.2021
„Mit Fast Food und Cola vor dem Fernseher verschimmeln“ – Wie Kinder unter dem Lockdown leiden
Sie haben ja gerade die Kinderrechtskonvention angesprochen. Worum handelt es sich dabei?
Klundt: Das ist ein völkerrechtlicher Vertrag, den alle Staaten außer den USA, unterzeichnet haben. Alle Staaten dieser Welt haben vor etwas mehr als 30 Jahren beschlossen, dass sie dieses Abkommen über die Rechte der Kinder in ihre nationalen Gesetzessysteme einbauen und sie dort auch beschließen lassen.
Das ist auch in Deutschland vor 30 Jahren geschehen. Die damalige Bundesfamilienministerin hieß übrigens Angela Merkel. Sie brachte die Kinderrechtskonvention als Gesetz in den Bundestag ein. Es wurde dann einstimmig beschlossen und ist seit Frühjahr 1992 ein Bundesgesetz in Deutschland.
In diesem Gesetz steht in Artikel 3, dass bei allen staatlichen und nichtstaatlichen Maßnahmen die Kinderrechte und vor allem das Kindeswohl vorrangig zu betrachten sind. Genau dieses Kriterium, dieser Artikel 3 der Kinderrechtskonvention im Bundesgesetz, wird seit anderthalb Jahren in vielerlei Hinsicht auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene verletzt.
UN-KINDERRECHTSKONVENTION – Artikel 3 (1):

„Bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleich viel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.“

ExpandierenMinimieren
Sie sagen, die Rechte der jungen Menschen werden verletzt. Wie beeinträchtigen die seit nunmehr ungefähr anderthalb Jahren andauernden Einschränkungen die Entwicklung von jungen Menschen noch?
Klundt: Man kann einfach mal eine kurze Unterscheidung von Priorisierung machen. Wir haben ja in den verschiedensten Ländern entsprechende Maßnahmen, auch was Bildung und Entwicklung betraf. Zum Beispiel hat Frankreich seit Ende letzten Jahres Kitas und Schulen prioritär behandelt. Das heißt, sie sind als allerletztes zu schließen, oder besser gesagt, die sind offen zu halten. Das haben sie fast vollständig über den Winter Ende 2020, Anfang 2021, Frühjahr 2021 durchgeführt.
Zur gleichen Zeit hat man in Deutschland in manchen Bundesländern die Mittelstufenschülerinnen und -schüler fast ein halbes Jahr bis Pfingsten überhaupt nicht mehr in die Schulen gelassen. Die Landesregierungen haben dann sogar für diese Kinder und Jugendlichen nicht einmal den Wechselunterricht ermöglicht, dass die sich wenigstens ein, zwei Tage in der Woche sehen können oder in die Schule gehen können.
Forschungen zu den psychosozialen Folgen, zur Entwicklung von Depressionen, Fehlernährung, also Überernährung, Diabetes, aber auch zu Magersucht, suizidalen Tendenzen, zu den überlaufenen Kinder- und Jugendpsychiatrien zeigen: Hier sind enorme psychische, psychologische Einschränkungen. Die betreffen nicht zwei oder drei Kinder, sondern das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung spricht von allein 477.000 Kindern bzw. Jugendlichen, die mit diesen Depressionen zu kämpfen haben. Es ist also eine wirklich große Gruppe zwischen 16 und 19 Jahren, die mit der Depressivitätssymptomatik zu tun haben. Das muss man sich mal vorstellen. Diese enormen Einschränkungen sind in den letzten anderthalb Jahren sehr lange Zeit fast vollständig ignoriert worden und werden immer noch nur sehr gering berücksichtigt.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn - SNA, 1920, 27.05.2021
Hausärzteschaft widerspricht Spahn zur Impfung von Kindern: Risiko vielleicht größer als Nutzen
Den meisten derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Studien zufolge löst eine Sars-Cov-2-Infektion bei den allermeisten Kindern und Jugendlichen wenn, dann nur eine milde Erkrankung aus. Dagegen sollen sie sich aber jetzt impfen lassen. Es gibt auch viele junge Menschen, die sich von der Impfung mehr Freiheiten erhoffen. Wie sehen Sie das?
Klundt: Da muss man erstmal sagen, die Ständige Impfkommission (Stiko), hat zunächst einmal tatsächlich versucht, ihre Unabhängigkeit zu bewahren und hat sich angeschaut, was sind Nutzen und Kosten, Kosten und Nutzen vor allem für die Kinder. Das hat sie eine gewisse Zeit lang versucht zu wahren. Sie wurde massiv von verschiedensten Medien und vor allem von verschiedensten Politikern unter Druck gesetzt. Sie wurde delegitimiert und von manchen Politikern als eine Art Freizeitgruppe oder Laiendarsteller hingestellt, also unglaublich entwertet. Manche von ihren Vertretern haben dann gesagt, wir werden der Politik entgegenkommen. Da hat man gemerkt, okay, jetzt haben sie wirklich dem Druck nachgegeben. Entsprechend ist die Empfehlung, die sie jetzt für die 12- bis 17-Jährigen abgegeben haben, auch nochmal wirklich kritisch zu überprüfen. Denn sehr viel hat sich an der Kosten-/Nutzen-Einschätzung, die die Stiko selbst in der vorherigen Empfehlung vorbrachte, nicht geändert.
Diejenigen, die sich hundertprozentig sicher sind, was das Impfen für die Kinder betrifft, sollten sich die geleakten Verträge zwischen den Impfstoffherstellern und den verschiedensten Staaten anschauen, die seit ein paar Wochen bekannt sind. Dort sollten sie sich genau den Passus anschauen, wo der Käufer anerkennt, dass die Wirksamkeit des Impfstoffes derzeit nicht bekannt ist und der Impfstoff unerwünschte Wirkungen haben kann, die derzeit ebenfalls nicht bekannt sind. Dann sollten sie sich bewusstmachen, dass da gleich noch hinzugefügt ist, dass aber der Käufer – das heißt die Staaten, die Allgemeinheit, wir – alle Kosten zu tragen hat.
Wer sich diese Verträge genauer anschaut, kann aus politologischer Sicht sagen, dass hier offenbar etwas nicht ganz stimmt. Ansonsten ist diese Verteilung, dass die Öffentlichkeit alle Kosten trägt und die Privatindustrie alle Gewinne und Profite, das ist das Grundprinzip des Kapitalismus. Das ist sozusagen auf Kosten des Gemeinwohls. Das steht dem Grundgesetz zwar entgegen, aber interessiert eben nicht so viele.
Schüler (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.08.2021
Lehrer geteilter Meinung: Lernrückstände bei Schülern nach Corona
Es gibt Forderungen, den Präsenzunterricht an eine bestimmte Impfquote in der Bevölkerung zu knüpfen. Wie sehen Sie den Punkt?
Klundt: Im vergangenen Jahr haben viele Kinder und Jugendliche gerade mit dem Wechselunterricht auch positive Erfahrungen gesammelt. Plötzlich war mehr Lehrpersonal für weniger Kinder da. Plötzlich wurde geschaut: Haben wir eigentlich bei uns Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen? Und die Kinder in einer nicht so vollgestopften Klasse konnten tatsächlich aus ihrer Sicht angenehmer lernen, obwohl sie nur an wenigen Tagen in der Schule waren. So setzt Wechselunterricht Impulse für eine tatsächliche Veränderung unserer Schulsysteme. Wir brauchen kleinere Klassen, Team-Teaching zum Beispiel. Dies wäre gleichzeitig etwas, was den Infektionsschutz stärken würde, aber ebenso insgesamt das Lernen, die Bildung angenehmer machen würde.
Ich finde es sehr bedenkenswert, dass Leute, die sich seit über einem Jahr überhaupt nicht für die Rechte von Kindern und Jugendlichen und deren Bedarfe und Interessen einsetzen, plötzlich seit ein paar Wochen oder Monaten ganz lautstark die Kinderrechte oder die psychosozialen Folgen hervorheben. Aber nur, um zu sagen: Jetzt müssen wir die aber alle impfen, dann kriegen die ihre Kinderrechte zurück. Das finde ich äußerst problematisch.
Eine Studie stellte fest, dass Unterricht zu Hause online weniger Bildung bringt als die Sommerferien. Da gibt es einiges an Nachholbedarf.
Klundt: Absolut. Das ist übrigens nicht nur in Deutschland so gewesen, sondern auch in solchen Ländern, die sehr vorbildlich sind, was die Internet- und Computerausstattung der Schulkinder betrifft, wie zum Beispiel Niederlande. Es hat tatsächlich sehr wenige hohe Lernerfolge gegeben. Es gab viele Probleme.
Das Ganze zeigt auch, dass Lernen und Bildung etwas mit echter Kommunikation und Interaktion zu tun haben. Dafür brauche ich mein Gegenüber vor mir. Ich muss mich auch mit anderen, mit Gleichaltrigen zusammen mit Problemen und wichtigen Fragen des menschlichen Lebens auseinandersetzen. Das ist nun mal Bildung. Wenn ich das nur auf einem Bildschirm vor mir mache, dann kann ich das durch verschiedenste Dinge kompensieren und dann klappt das noch. Aber bei vielen Kindern und Jugendlichen klappt es schon gar nicht aus materieller Hinsicht, weil die Ausstattung nicht einmal vorhanden war. Und bei den anderen deswegen nicht, weil die entsprechende mediendidaktische Begleitung gar nicht möglich war.
Außerdem waren die Mittelstufenschüler von erwerbstätigen Eltern, die kein Homeoffice machen konnten, stundenlang unbeaufsichtigt dem Internet vollständig ausgesetzt, mit all seinen wunderbaren und all seinen grausamen Seiten. Also da sind Dinge, die wir in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren intensiv werden aufarbeiten müssen. Da ist auch die Frage, wie digitale Bildung so eingesetzt werden kann, dass sie tatsächlich für alle Seiten einen Nutzen hat, dass sie Lernen, Bildung und Persönlichkeitsentwicklung fördert und nicht einfach den Menschen zu einer Art Anhängsel von der Maschine macht.
Homeschooling (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.06.2021
Homeschooling so effektiv wie Sommerferien
Kindern und Jugendlichen wurde während der Pandemie viel abverlangt und sie mussten gravierende Nachteile in Kauf nehmen. Die Bundesregierung hat das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ für Kinder und Jugendliche in Höhe von zwei Milliarden Euro für die Jahre 2021 und 2022 beschlossen. Ist da jetzt Besserung in Sicht?
Klundt: Wer muss eigentlich aufholen? Haben die Kinder irgendetwas in den letzten anderthalb Jahren falsch gemacht? Oder haben Bildungspolitiker in den letzten Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten einfach so dermaßen verschlafen, dass seit Jahren jährlich über 40 Milliarden Euro alleine für die Hardware fehlen? Das betrifft praktisch die Baustruktur unserer Schulen, die Internetausrüstung und auch die Ausrüstung der Hochschulen und der Kitas. Da kommen auch nochmal Zigmilliarden Euro dazu. Also da hat Regierungspolitik so viel aufzuholen, im wahrsten Sinne des Wortes, dass sie tatsächlich erst einmal aufholen müssten.
Dieses Zwei-Milliarden-Programm geht in die richtige Richtung. Allerdings: Jeder Schritt aus einer Sackgasse ist natürlich immer ein Schritt vorwärts. Aber was wäre jetzt notwendig auf Bund- und Länder-Seite, sowohl was die Bildungspolitik betrifft als auch die Bekämpfung von Kinderarmut und die Sozialpolitik insgesamt?
Ein gigantisches Programm für die Bildungsstruktur, Kitas, Schulen, Hochschulen, für die soziale Förderung der Kinder und ihrer Familien, für die Kompensation der verschiedensten Leiden, die sie hatten, für die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen, gerade in den psychisch-psychosozialen Bereich. So viele Maßnahmen wären jetzt notwendig und all das geschieht nicht. Dagegen macht man dieses – Entschuldigung – kleine popelige Programm von zwei Milliarden. Das ist eine Verachtung der Kinder und Jugendlichen und das wird auch noch als „Aufholprogramm“ bezeichnet.
Was wäre aus Ihrer Sicht eigentlich nötig?
Klundt: Ein paar Punkte hatte ich ja schon genannt. Ich denke, es ist auf jeden Fall wichtig, dass wir in dieser Frage die Kinder und Jugendlichen stärker zu Wort kommen lassen. Kinder, Jugendliche, Jugendverbände, Schülervertretungen, Kinderrechtsorganisationen müssen stärker in den Vordergrund kommen und auch gefragt werden, so dass sie das Gefühl haben, dass sie bei den Entscheidungsprozessen mit dabei sind. Vielleicht versucht so etwas wie ein Kinder-Gipfel, das mal aufzuarbeiten – unter Beteiligung der Kinder versteht sich.
Die soziale Infrastruktur gerade für die Jugend bei Jugendclubs, offener Jugendarbeit, Jugendhilfe muss jetzt stärker gefördert und nicht etwa gekürzt werden, weil die öffentlichen Mittel dafür auf kommunaler Seite wahrscheinlich immer weniger werden. Kinderarmut muss durch wirkliche Maßnahmen in Richtung Kindergrundsicherung und so weiter massiv bekämpft werden. Die Konzepte sind ja da, die Daten sind auch da. Was fehlt, sind Taten und die verschiedensten Strukturen, die Kinderrechtskonvention betreffend. Es ist wichtig, dass der Kindeswohlvorrang wieder deutlich hervorgehoben wird und die Kinderrechte auf Schutz, Förderung und Beteiligung wieder stärker revitalisiert werden.
Das komplette Interview mit Profesor Dr. Michael Klundt zum Nachhören:
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