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Österreichisches Thermalbad öffnet Zone nur für Frauen – Warum?

© CC0 / Free-Photos / PixabayFrau im Schwimmbad (Symbolbild)
Frau im Schwimmbad (Symbolbild) - SNA, 1920, 02.09.2021
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Was von den österreichischen Twitter-Nutzern als gesellschaftliche Islamisierung abgelehnt wird, enttarnt sich eher als überzogener Feminismus, der mit einer Gleichberechtigung von Mann und Frau nur wenig gemeinsam hat. Eine Glosse.
Unter dem Motto „bloss um nicht blöd angemacht zu werden“ will die Wiener Bloggerin (oder Influencerin) Madeleine Alizadeh, auf Instagram als dariadaria bekannt, ein Experiment durchführen: in einem Thermalbad eine Zone nur für Frauen zugänglich machen. Von den Wiener Stadtbädern erhielt die 32-Jährige für ihr Vorhaben zwar eine Absage, im Thermalbad Vöslau in Niederösterreich ließ man sich auf ihre Aktion jedoch ein.
Sie möchte zumindest an einem Tag, dem 3. September, einen sicheren Ort für badefreudige Frauen schaffen, argumentierte Alizadeh auf Instagram, weil es gerade im Sommer viele Plätze gebe, allen voran in Freibädern, wo viele Frauen „nicht sicher sind“. Nach diesem Satz dürfte sicher mancher ausländerfeindliche Bürger sofort glauben: Was, will man sich hier etwa vor besonders hartnäckigen muslimischen Männern abriegeln? Und was heißt „nicht sicher“? Ist ein Freibad denn ein menschenleerer Wald oder eine Frau ein hilfloses Wesen ohne Selbstbewusstsein?
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In entsprechender Art reagierte auch die Leserschaft der „Kronenzeitung“ auf die Initiative. „Ein Freibad war auch immer ein Ort zum Flirten, Spaß haben und sich kennenlernen. Das wird somit unterbunden. Kein Problem, wenn die Eltern den Ehepartner aussuchen“, schrieb etwa eine Nutzerin auf Twitter, eine angebliche Islamisierung sei daran schuld. „Für Muslime? Trennung von Frauen und Männern?“, fragte eine andere Nutzerin nach.

Es geht nicht nur um Frauen

Geht man auf die Instagram-Seite von Alizadeh, wird jedoch sofort klar: Zwar will sie die eingesammelten Eintrittsgelder – drei Euro pro Person – an den Afghanischen Frauenverein spenden, jedoch geht es der Bloggerin „einzig und allein“ darum, allen „weiblich gelesenen Personen“ (feministischer Begriff, steht für: Menschen, die von anderen als Frauen wahrgenommen werden) einen „Raum zu schaffen, der uns oft nicht gegeben wird.“ Mit ihrer Aktion bekämen Schönheitsstandards, Körpernormen und „male gaze“ (feministischer Begriff: Darstellung von Frauen aus männlicher Perspektive) keinen Zutritt, glaubt Alizadeh. Dabei will sie offenbar nicht anerkennen, dass auch Frauen dazu neigen, sich untereinander zu messen.
Die Bloggerin benutzt dabei auch den Begriff Flint, begrüßt also alle Flint-Personen wie biologische Frauen, Lesben, inter, non-binary und trans Personen, die laut feministischen und Gendertheorien vom Patriarchat unterdrückt werden. So zeigen sich ihre Follower auf Instagram großteils begeistert. Aber es gibt auch viel Kritik. „Finde das Ausschließen eines Geschlechts generell nicht gut. Nicht alle Männer sind böse“, schreibt etwa eine Nutzerin. „Inwiefern sind normale Bäder nicht sicher für Frauen? Klingt so als ob man direkt sexuell belästigt wird wenn man normal baden geht?!“, fragt eine andere.
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