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Tarifexperte: Aggressives Vorgehen hat der GDL wenig gebracht

© CC0 / Morgengry / PixabayBerliner Hauptbahnhof (Symbolbild)
Berliner Hauptbahnhof (Symbolbild) - SNA, 1920, 02.09.2021
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Die mit der Lokführergewerkschaft GDL konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG habe mit weniger aggressiven Mitteln ähnlich Ergebnisse wie die GDL erreicht. Das meint der Ökonom Hagen Lesch vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft.
Das Vorgehen der Lokführergewerkschaft GDL bei Tarifauseinandersetzungen mit der Deutschen Bahn hat der Gewerkschaft nach Einschätzung eines Tarifexperten wenig eingebracht. „Die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erreichte in den vergangenen Jahren ähnlich hohe Löhne, musste dafür aber längst nicht so aggressiv auftreten“, schreibt Hagen Lesch in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

GDL: vier unbefristete Streiks

Die GDL habe laut Bahn seit 2007 Lohnsteigerungen um 48,1 Prozent für ihre Mitglieder erreicht, während die EVG sogar 50,5 Prozent durchsetzen konnte. Lesch wertet regelmäßig das Tarifgeschehen in Deutschland im Hinblick auf die Intensität der Arbeitskämpfe aus. Beide Bahn-Gewerkschaften hätten sich demnach nicht auf Verhandlungen beschränkt, sondern auch mit Streiks gedroht, Verhandlungen abgebrochen und zu Warnstreiks aufgerufen. Die GDL rief mehrfach zur Urabstimmung auf und führte vier unbefristete Streiks, während die EVG auf diese Eskalation verzichtet und in festgefahrenen Verhandlungen auf die Schlichtung gesetzt habe.
Deutsche Bahn (Symbolbild) - SNA, 1920, 02.09.2021
GDL-Chef Weselsky: Angebot der Bahn nicht annehmbar
Der IW-Experte folgt der Einschätzung, dass es der GDL auch im aktuellen Streik nicht ausschließlich um Lohnprozente geht, weil sie sich als kleinere Gewerkschaft ihren Status als Tarifverhandlungspartner erhalten wolle. Im laufenden Konflikt habe sich die GDL jedoch ohne Not in die Bredouille gebracht, indem sie im vergangenen Jahr die Schlichtung platzen ließ. Ohne diesen Schritt hätten die Grundsatzfragen zur Ko-Existenz der beiden Gewerkschaften im Bahn-Konzern wie bereits 2015 erneut festgeschrieben werden können.
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