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Mehr als vier Milliarden Menschen weltweit ohne soziale Sicherung – Studie

Geld, Symbolbild - SNA, 1920, 01.09.2021
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Eine neue Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zeigt, die Reaktion auf die Pandemie ist unzureichend gewesen: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat derzeit den Angaben zufolge keinen sozialen Schutz.
Zum Sozialschutz gehört unter anderem der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Einkommenssicherheit, insbesondere in Bezug auf Alter, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Behinderung, Arbeitsunfälle, Mutterschaft oder Verlust des Hauptverdieners.
Dem ILO-Bericht zufolge ist die weltweite Reaktion auf die Pandemie „ungleichmäßig und unzureichend“ gewesen und hat die Kluft zwischen Ländern mit hohem und niedrigem Einkommensniveau vertieft. Während in Europa und Zentralasien 84 Prozent der Menschen und in Nord- und Südamerika 64 Prozent der Menschen mit mindestens einer Sozialversicherungsleistung rechnen können, weisen Asien und Pazifik (44 Prozent) sowie die arabischen Staaten (40 Prozent) deutliche Versorgungslücken auf. In Afrika ist nur jeder fünfte abgesichert. Insgesamt gibt es 4,1 Milliarden Menschen (53 Prozent der Weltbevölkerung), die überhaupt keine Einkommenssicherheit durch ihr nationales Sozialschutzsystem erhalten.
Die staatlichen Ausgaben hängen von den Einnahmen eines Staates ab. Länder mit hohen Einnahmen geben dem Bericht zufolge 16,4 Prozent ihres Bruttoinlandproduktes für den Sozialschutz aus; Länder mit niedrigen Einnahmen nur 1,1 Prozent.
Um zumindest einen Mindestsozialschutz für alle zu gewährleisten, müssten Länder mit niedrigen Einnahmen zusätzliche 77,9 Milliarden Dollar (16,9 Prozent ihres BIP) pro Jahr zahlen, Länder mit mittleren Einnahmen 362,9 Milliarden (5,1 Prozent des BIP) und mit hohen Einnahmen 750 Milliarden (3,1 Prozent des BIP).

„Die Länder stehen an einem Scheideweg“, sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder. „Ein wirksamer und umfassender Sozialschutz ist nicht nur für soziale Gerechtigkeit und menschenwürdige Arbeit unerlässlich, sondern auch für die Schaffung einer nachhaltigen und widerstandsfähigen Zukunft“.

Die Covid-19-Pandemie drohe, die bisherigen Erfolge bei der Armutsverringerung zunichte zu machen, so die ILO. Zwar hätten sich viele Staaten bemüht, die Sozialleistungen anzupassen, aber durch den erhöhten Bedarf habe sich die Lage eher verschärft.
„Nach den massiven öffentlichen Ausgaben für Krisenreaktionsmaßnahmen steht ein enormer Druck auf die Länder, zur Haushaltskonsolidierung überzugehen, aber es wäre ernsthaft schädlich, den Sozialschutz zu kürzen. Hier und jetzt sind Investitionen erforderlich“, sagte Shahra Razavi, Direktorin der ILO-Abteilung für Sozialschutz. „Der Sozialschutz kann eine bessere Gesundheit und Bildung, mehr Gleichberechtigung, nachhaltigere Wirtschaftssysteme, eine besser gesteuerte Migration und die Einhaltung grundlegender Rechte unterstützen. Der Aufbau der Systeme, die diese positiven Ergebnisse liefern können, erfordert eine Mischung aus Finanzierungsquellen und größere internationale Solidarität, insbesondere mit Unterstützung für ärmere Länder. Aber die Vorteile des Erfolgs werden über die nationalen Grenzen hinausreichen und uns allen zugutekommen“.
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