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 - SNA, 1920
Afghanistan
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Afghanischer Botschafter: Taliban wollen Widerstandsanführer in Pandschir vernichten

© AFP 2021 / Wakil KohsarAhmad Massoud
Ahmad Massoud - SNA, 1920, 01.09.2021
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Nach ihrem Einmarsch in Afghanistan versuchen die Taliban* erfolglos, die Widerstandshochburg Pandschir unter Kontrolle zu bringen. Nun haben sie angeblich vor, den Anführer der Widerstandsfront in der Provinz, Ahmad Massoud, umzubringen. Das teilte der afghanische Botschafter in Tadschikistan Mohammad Zahir Aghbar gegenüber SNA mit.
„Die Taliban werden nie mit ihnen verhandeln (mit den Anführern des Widerstands in Pandschir – Anm. d. Red.). Sie sind keine Politiker, sondern Terroristen, die vor drei Jahren in vielen Ländern der Welt auf der Liste der verbotenen Organisationen standen“, erklärte der afghanische Botschafter.
Aghbar sagte, dass das Ziel der Taliban darin bestehe, „ganz Afghanistan in die Knie zu zwingen“ und „die Führer des Widerstands, insbesondere Ahmad Massoud, zu vernichten“. Gleichzeitig stellte er fest, dass die Taliban nicht bereit seien, mit der Gegenseite zu verhandeln.
Im August hatten die Militanten fast das gesamte Territorium der Republik eingenommen. Pandschir ist die einzige Provinz, die nicht unter ihrer Kontrolle steht. Der Anführer der afghanischen Widerstandsfront, Ahmad Massoud, erklärte bereits, der Kampf gegen die Taliban würde enden, wenn die Radikalislamisten eine integrative Regierung bilden und die Einhaltung der Bürgerrechte gewährleisten würden.
Ein Taliban-Kämpfer - SNA, 1920, 23.08.2021
Afghanistan
Taliban geben Belagerung von Provinz Pandschir bekannt – wollen jedoch friedliche Lösung

Bewaffnete Auseinandersetzung in Provinz nicht ausgeschlossen

Seit der Machtübernahme der Islamisten vor zwei Wochen laufen Gespräche zwischen den Taliban und Vertretern der Provinz. Pandschir hatte bereits in den 1990er-Jahren erbitterten Widerstand gegen die Islamisten geleistet und konnte von ihnen nicht eingenommen werden. Die Islamisten gaben zuletzt an, weitere Kräfte hätten rund um Pandschir Stellungen bezogen.
Die Vorbereitungen für eine mögliche bewaffnete Auseinandersetzung laufen allerdings. Ahmad Massud will dort den Widerstand anführen.
Massouds Vater, Ahmad Schah Massoud, war einer der Anführer des Anti-Taliban-Militärbündnisses „Nordallianz“ und als „Löwe von Pandschir“ bekannt. Er wurde 2001 bei einem Selbstmordattentat zwei Tage vor dem 11. September getötet.
Viele Zivilisten und Militärs aus dem ganzen Land sollen bereits in der Provinz sein. In der Tat gab es an dem chaotischen Tag des Falls von Kabul Mitte August Berichte, zahlreiche Sicherheitskräfte seien mit ihrer Ausrüstung in das Tal gefahren, darunter angeblich eineinhalb Bataillone der Spezialkräfte. Bereits in den Wochen davor schafften Pandschiris unzählige Waffen, Munition und andere Kriegsausrüstung dorthin.
Aber auch außerhalb von Pandschir gibt es Meldungen über einen aufkeimenden Widerstand gegen die Taliban-Herrschaft. Aus drei Bezirken der Provinz Baghlan an der Grenze zu Pandschir kamen in den vergangenen Tagen Berichte über einen ersten bewaffneten Widerstand. Dort sollen Kämpfer nach Gefechten mit den Islamisten an einem Ort eine Taliban-Flagge eingeholt und wieder die Nationalflagge gehisst haben.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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