Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Papst lobt Merkel – allerdings für Putins Worte

© SNA / Vladimir AstapkovichPapst Franziskus (Archivfoto)
Papst Franziskus (Archivfoto) - SNA, 1920, 01.09.2021
Abonnieren
In seinem ersten Interview nach einer Darm-OP im Juli hat Papst Franziskus gegenüber dem spanischen Radiosender die Kritik des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Interventionspolitik des Westens in Afghanistan irrtümlicherweise Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den Mund gelegt.
Das Oberhaupt der katholischen Kirche bezeichnete Merkel als eine „der großen Persönlichkeiten der internationalen Politik“ und zitierte sie dann mit diesem Satz:
„Es ist notwendig, der unverantwortlichen Politik des Eingreifens von außen und des Aufbaus der Demokratie in anderen Ländern unter Ignorierung der Traditionen der Völker ein Ende zu setzen.“
Zwar hat auch Merkel vor dem Hintergrund des Afghanistan-Debakels betont, dass international darüber beraten und künftig gut abgewogen werden müsse, wo man sich einsetzt – das vom Papst genannte Zitat ist aber die Position Putins, der dem Westen schon länger Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder vorwirft.
In einem am Mittwoch gesendeten Interview des Radiosenders „Cope“ lobte der Papst die „Weisheit“ der Worte „dieser Frau“ während ihres Moskau-Besuchs vor eineinhalb Wochen. Zunächst weigerte sich der Vatikan, die peinliche Äußerung zu kommentieren.

Russland zieht Schlüsse aus Afghanistan-Einsatz

Nachdem die USA und ihre Verbündeten den Truppenabzug aus Afghanistan angekündigt hatten, starteten die Taliban* eine Großoffensive und eroberten den größten Teil des Territoriums Afghanistans.
Präsident Ghani war ins Ausland geflohen, kurz bevor die Taliban am 15. August den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Kabul einnahmen. Später gestand Ghani in einer Facebook-Botschaft die Niederlage gegen die Taliban ein, versprach aber, in das Land zurückzukehren und die Hintergründe seiner Flucht zu erklären.
Der russische Präsident, Wladimir Putin, bezeichnete am Mittwoch das Ergebnis des US-Einsatzes in Afghanistan als „bei null liegend, wenn nicht sogar im Minus“.
„20 Jahre lang waren die US-Truppen auf diesem Territorium präsent und versuchten, die Leute zu zivilisieren – im Grunde genommen versuchten sie, ihre eigenen Normen und Lebensstandards im breiten Sinne, darunter im politischen Leben, zu implementieren. Im Ergebnis gibt es nur Tragödien, Verluste – für diejenigen, die das getan haben und umso mehr für die Leute, die in Afghanistan leben“.
Der russische Außenminister, Sergej Lawrow, nannte die Versuche, das westliche Modell der Demokratie Afghanistan aufzuzwingen, „den größten Fehler“. Afghanistan sei ein Land, „das traditionell dezentralisiert war, wo Clan- und andere Verbindungen sowie Beziehungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen eine große Rolle spielten“.
Panzer-Biathlon in Alabino, Russland - SNA, 1920, 01.09.2021
Afghanistan
Russische Panzer trainieren in Bergen an Grenze zu Afghanistan
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала