Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

CSU: „Historischen Linksrutsch verhindern“ – Panik in der Union vor Rot-Grün-Rot

© AP Photo / John MacDougallCSU-Chef Markus Söder
CSU-Chef Markus Söder - SNA, 1920, 31.08.2021
Abonnieren
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt vor einem „historischen Linksrutsch“. Die CSU startet gar die Werbekampagne „Linksrutsch verhindern“. CDU-Politiker betonen immer öfter ihre Distanz zur Linkspartei. Die Linksfraktion sowie das Netz reagieren darauf amüsiert. Auch Kritik wird an der PR-Aktion laut.
Noch nie sei die Gefahr so groß gewesen, „dass ein Linksbündnis die Macht übernimmt“. „Wir müssen alles tun, um einen historischen Linksrutsch in Deutschland zu verhindern“, schrieb Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder am Sonntag auf Twitter.
Kaum waren die Worte des CSU-Vorsitzenden ausgesprochen, startete seine Partei eine umstrittene Werbekampagne, mit einer extra dafür geschaffenen Webseite - „Linksrutsch verhindern“. In einem Werbevideo spricht dort der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und ehemalige Verkehrsminister, Alexander Dobrindt, von einer „Richtungsentscheidung: Starke Mitte oder linkes Chaos?“.

Spott und Dankbarkeit

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat zeigt sich amüsiert von der PR-Aktion der CSU und „bereit für den Linksrutsch“. Auf seinem T-Shirt ist Karl Marx als Dönerverkäufer dargestellt, mit einer Sichel und der Aufschrift: „Esst Reiche“.
„Zum historischen Linksrutsch“, bekennt sich die Linke-Co-Vorsitzende Janine Wissler. Sie wirbt unter anderem für „bezahlbare Mieten, Umverteilung und wirksamen Klimaschutz“.
Offenbar nehmen viele Linke-Politiker die Kampagne dankend an, wie ein Tweet des Bundestagsabgeordneten Jan Korte deutlich macht: „Geil, CDU und CSU drehen wegen uns und einem erstrebenswerten Linksrutsch voll ab. Da kann man mal nen Präsentkorb schicken und Danke sagen.“
Bundestagskandidat der Grünen in Berlin-Neukölln, Andreas Audretsch, sieht die Aktion der CSU kritisch. Er sieht Ähnlichkeiten zwischen der Kampagne des streitbaren rechtskonservativen Magazins „Compact“ und dem Wahlkampf der CSU. Der Unterschied sei kaum noch zu erkennen. Solchen Leuten dürfe man kein Land anvertrauen, so Audertsch.

Spott und Dankbarkeit

Von einer rot-grün-roten Bundesregierung distanziert sich auch Angela Merkel. Mit ihr als Bundeskanzlerin hätte es nie eine Koalition mit der Linkspartei gegeben, äußerste sich die Noch-Regierungschefin. Beim Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD) bleibe diese Frage weiterhin offen. „Es ist einfach so, dass da ein gewaltiger Unterschied für die Zukunft Deutschlands zwischen mir und Olaf Scholz besteht“, sagte Merkel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag.
Eine Reihe von CDU-Politikern - darunter Kanzlerkandidat Armin Laschet und CDU-Generalsekretär Paul Zimiak - werfen Scholz vor, sich nicht deutlich genug von der Linkspartei zu distanzierten. Heftiger wurden die Vorwürfe, nachdem sich die Linksfraktion bei der Erteilung des Bundestagsmandates für den Evakuierungseinsatz in Afghanistan enthielt.
Den „historischen Linksrutsch“ habe die CDU selbst eingeleitet, konstatiert hingegen die AfD-Bundestagspolitikerin Joana Cotar mit Blick auf die Politik der Bundeskanzlerin. Merkel hatte nach dem verheerenden Unfall im japanischen Atomkraftwerk in Fukushima im Jahr 2011 den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Außerdem wird ihr von der AfD sowie von Teilen der Union und der FDP vorgeworfen, mit ihrer liberalen Migrationspolitik im Jahr 2015 die Flüchtlingskrise in Europa mitverursacht zu haben. Im Jahr 2017 trat zudem unter der Regierung Merkel das „Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ in Kraft.

Machtübernahme von Rot-Grün-Rot?

Deutliche Kritik kommt aber auch von anderen Twitter-Usern: „Leute. Ich bin Eure Kernzielgruppe: Mann. Weiß. In den 40ern. Familie. Jurist. Promoviert. Öffentlicher Dienst. Wie wollt Ihr mich mit einem Politikangebot anno 1980 erreichen? Ganz ehrlich. Das ist 40 Jahre her. Das ist zu wenig“, schreibt der User Hoptimist.
Die Satirikerin Sarah Bosetti wundert sich hingegen über die Wortwahl von Markus Söder, als er von Machtübernahme eines Linksbündnisses schreibt. „Sie meinten sicher: ‚... gewählt wird‘.“ Das sei aber keine Gefahr, sondern Demokratie, so Bosetti.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала