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 - SNA, 1920
Afghanistan
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Nato macht Taliban zur „bestgerüsteten Terrororganisation der Welt“ – Abrüstungsexperte Grässlin

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Mit der Machtergreifung in Afghanistan sind die Taliban* in den Besitz eines riesigen Arsenals an modernsten Nato-Waffen gekommen. „Schlimmer hätte es nicht kommen können“, sagt einer der prominenteste Rüstungsgegner, Jürgen Grässlin. Im SNA-Interview beleuchtet er eindrücklich die Rolle der Rüstungskonzerne im Afghanistankrieg.
Der Nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Jake Sullivan, musste kürzlich eingestehen: Sicherlich sei „eine ganze Menge“ von US-Rüstungsgütern in die Hände der Taliban gefallen. Die Liste des Kriegsmaterials, das in den vergangenen 20 Jahren seitens der USA an das afghanische Militär geliefert wurde, ist sehr lang. Der Fernsehsender CNN fasste zusammen: Moderne minenresistente Fahrzeuge (MRAPs), militärische Geländewagen des Typs „Humvee“, „Black-Hawk“-Helikopter, 20 „Tucano“-Kampfflugzeuge und vieles mehr. Allein zwischen 2013 und 2016 habe die US-Armee den verbündeten afghanischen Streitkräften unter anderem rund 80.000 Fahrzeuge sowie mehr als 600.000 leichte Waffen wie M16- und M4-Gewehre inklusive Munition übergeben.
Laut „Zeit-Online“ gingen auch deutsche Rüstungsgüter im Wert von 419 Millionen Euro nach Afghanistan.
Die jetzige Situation sei der „worst case, der hätte eintreten können - der schlimmste anzunehmende Fall“, kritisiert Rüstungsgegner Jürgen Grässlin scharf. „Die Taliban als Terrororganisation verfügen über ein unglaublich breites, hochmodernes Arsenal an Waffen.“ Die militanten Islamisten seien im Moment die „bestgerüstete Terrororganisation der Welt“. „Und das hat natürlich Folgen, weil diese Waffen eingesetzt werden können und das über Jahre hinaus“, betont Grässlin im Video-Interview mit SNA News.
Jürgen Grässlin ist einer der bekanntesten Friedensaktivisten in Deutschland. Im Jahr 2010 erstattete er Strafanzeige gegen den Waffenhersteller „Heckler & Koch“ - mit Erfolg. Das Unternehmen hatte im Jahr 2006 illegal Sturmgewehre in mexikanische Unruheprovinzen geliefert. Ende Februar 2019 hatte das Landgericht Stuttgart das Unternehmen zu einer Strafzahlung von rund 3,7 Millionen Euro verurteilt. Zwei ehemalige Mitarbeiter wurden zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Grässlin engagiert sich in vielen Friedensinitiativen. Er ist unter anderem Koordinator der „Global net – Stop the arms trade“ und Bundessprecher der „Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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