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50 Jahre BAföG: Weniger Geförderte, höhere Auszahlungen – Politiker sprechen von Reformbedarf

© CC0 / stux / PixabayUniversität, Symbolbild
Universität, Symbolbild - SNA, 1920, 31.08.2021
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Am 1. September 1971 trat das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) mit dem Ziel in Kraft, junge Menschen bei der Ausbildung zu unterstützen und mehr Chancengleichheit zu schaffen. Nach 50 Jahren spricht man von positiver Bilanz – aber auch vom Reformbedarf.
Gut 36 Millionen Menschen hat das BAföG nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seit der Einführung eine schulische Berufsausbildung oder ein Studium ermöglicht. Statistiken zeigen aber, dass die Zahl der Geförderten nach der Wiedervereinigung deutlich zurückgegangen ist. Im vergangenen Jahr erhielten 639.000 Personen eine Förderung – das ist um 27 Prozent weniger als im Jahre 1991 (873.000). Unter der Geförderten waren 2020 etwa 173.500 Schülerinnen und Schüler (um 35 Prozent weniger als nach der Wende) und 465.500 Studierende (um 23 Prozent weniger).
Die Zahl der Studierenden ist jedoch laut dem Statistischen Bundesamt um 71 Prozent gegenüber dem Jahre 1991 gestiegen – von 1,7 Millionen 1991 auf 2,9 Millionen 2020.
Dass die Gefördertenzahlen gesunken sind, lässt sich dem Statistischen Bundesamt zufolge durch den gestiegenen Anteil der Vollgeförderten erklären – von 38 Prozent im Jahre 1991 auf 51 Prozent im vergangenen Jahr. Dazu noch sind die Bedarfsätze erhöht worden – die betragen jetzt 694 Euro für Schüler und 861 Euro maximal für Studierende an Hochschulen. Der durchschnittliche monatliche Förderungsbetrag ist dabei nach knapp 30 Jahren um 104 Prozentgestiegen – von 273 Euro auf 556 Euro monatlich.
Zur positiven Bilanz zähle auch der höhere Frauenanteil an Förderberechtigten. Erklärtes Ziel des BAföG sei es auch, die Chancengleichheit der Bildungsteilhabe bei Mädchen und jungen Frauen zu erhöhen, heißt es in der Mitteilung des Statistischen Bundesamtes. Von 48 Prozent im Jahr 1980 ist der Frauenanteil auf 58 Prozent gestiegen.
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„Die Einführung des BAföG vor 50 Jahren ist ein wesentlicher Schritt hin zu mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung“, sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek. „Dort, wo Eltern ihre Kinder aus finanziellen Gründen nicht unterstützen können, springt der Staat ein“. „Wenn wir das BAföG nicht hätten, müssten wir es erfinden.“

Doch nach 50 Jahren spricht man öfter von einer erforderlichen Reform der Studienförderung. „Wir sollten das Bafög in der nächsten Legislaturperiode weiterentwickeln und flexibilisieren“, sagte die Bildungsministerin. Unter anderem gehe es um eine Erhöhung der Altersgrenze beim BAföG, so Karliczek.
Der grüne Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule, Kai Gehring, kritisierte den jetzigen Zustand beim BAföG: „Statt der versprochenen Trendumkehr geht die Talfahrt bei den Gefördertenzahlen weiter“. Er fügte hinzu: „Das notwendige Geschenk zum 50. Geburtstag ist darum ein Neustart des BAföG mit einer Grundsicherung für Studierende und Auszubildende.“
Auch das Deutsche Studienwerk (DSW) fordert eine „grundlegende Reform“. Weniger als elf Prozent aller Studierenden profitierten vom BAföG, und das sollte geändert werden, so DSW. Der Deutschen Presse-Agentur zufolge verlangt das Studienwerk, Rückzahlungspflichten aufzuheben sowie den Kreis der Anspruchsberechtigten auszuweiten, so dass auch Studierende aus Elternhäusern mit mittlerem Einkommen Zugang zum BAföG bekommen.
Das BAföG wurde über die Jahre mehrfach reformiert. Erst war es ein reiner Zuschuss ohne Rückzahlung. Später wurde es zum Volldarlehen umgewandelt. Seit 1990 gilt die Regel: Eine Hälfte gibt's geschenkt, die andere muss zurückgezahlt werden, allerdings inzwischen nicht mehr als 10.010 Euro. Die BAföG-Höhe bemisst sich unter anderem am Einkommen der Eltern und am Vermögen. Derzeit gibt es maximal 861 Euro.
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