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Der Sucht auf der Spur: Schwedische Wissenschaftler finden Nervenzellen, die Alkoholkonsum steuern

© CC0 / jarmoluk / PixabayAlkohol (Symbolbild)
Alkohol (Symbolbild) - SNA, 1920, 30.08.2021
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Schwedische Forscher von der Universität Linköping haben eine Studie an Ratten durchgeführt, die der Frage nachging, warum manche Menschen alkoholabhängig werden und andere nicht. Dabei wurden sie auf eine kleine Gruppe von Nervenzellen aufmerksam, die für die Anfälligkeit für Alkoholsucht und das belohnungssuchende Verhalten verantwortlich ist.
Eine Abhängigkeit bedeutet unter anderem, dass man sich für ein bestimmtes Verhalten entscheidet, obwohl man sich seiner Konsequenzen durchaus bewusst ist – wie zum Beispiel krank zu werden und schließlich zu sterben.
Von allen Menschen, die Alkohol konsumieren, werden jedoch nur wenige süchtig. Forscher von der schwedischen Universität gingen anhand des Verhaltens von Ratten dem möglichen Ursprung dieser Sucht auf den Grund und entdeckten dabei eine bisher unbekannte Funktion im Gehirn, die den zwanghaften Alkoholkonsum zu steuern scheint.

„Wir haben festgestellt, dass eine kleine Gruppe von Nervenzellen in einem kleinen Bereich des Gehirns entscheidet, ob das Individuum in der Lage ist, die Bremse auf gewohnte Art und Weise zu betätigen, was die Mehrheit unserer Ratten tut, oder ob es nicht imstande ist, damit aufhören“, erläuterte Markus Heilig, Professor für Psychiatrie und Studienleiter an der Universität Linköping.

Um die molekularen Mechanismen des zwanghaften Alkoholkonsums zu identifizieren, begannen die Forscher, eine gefährdete Minderheit herauszusuchen. In der Studie wurde den Ratten beigebracht, dass sie einen Hebel drücken können, um eine kleine Menge einer Alkohollösung zu erhalten.
Nach einiger Zeit änderten sich die Versuchsbedingungen, so dass sie zusammen mit dem Alkohol einen Schock erlitten, wenn sie den Hebel drückten. Die meisten Ratten hörten dann mit dem Alkoholkonsum auf Abruf auf. Bei etwa jeder dritten Ratte funktionierte die Bremse aber schlussendlich nicht und sie nahmen weiterhin Alkohol zu sich.
Die Forscher fanden ein Netzwerk von Nervenzellen in mehreren Zentren im Gehirn, der Knotenpunkt des Netzwerks schien sich in der Gehirnregion Amygdala zu befinden. Sie ist ein Zentrum im Gehirn, das Angstreaktionen steuert und am Lernen im Zusammenhang mit Angst beteiligt ist.
Vor drei Jahren hatte die Forschungsgruppe eine Studie zu einem anderen Verhalten im Zusammenhang mit Alkoholabhängigkeit präsentiert, nämlich der Wahl von Alkohol vor einer anderen Belohnung, die ebenfalls von der zentralen Amygdala kontrolliert wird. Forscher konnten dieses Verhalten ein- und ausschalten, indem sie molekulare Mechanismen in diesem Gehirnzentrum manipulierten.
Die Forscher identifizierten eine kleine Gruppe von Nervenzellen in der zentralen Amygdala, PKCd-positive Nervenzellen, die den Alkoholkonsum trotz der negativen Folgen bei der gefährdeten Minderheit der Ratten förderten. Von diesen Zellen machten etwa vier Prozent das Zellennetzwerk aus, das nicht funktionierte.
Als die Forscher die Aktivität der Zellen mit fortschrittlichen molekularen Methoden abschalteten, wurde die Fähigkeit der Ratten, sich selbst zu stoppen, wiederhergestellt. Es wurde gezeigt, dass PKCd selbst, ein Enzym, eine Schlüsselrolle spielt. Die Entdeckung lässt hoffen, dass dieses Enzym ein möglicher Angriffspunkt für neue Medikamente ist.
„Bei Menschen mit erhöhtem Suchtrisiko müssen wir die Fähigkeit stärken, alkoholsüchtiges Verhalten zu verlangsamen, sowohl durch Trainingsverhalten als auch durch die Entwicklung von Medikamenten, die die molekularen Mechanismen dahinter beeinflussen“, schlussfolgerte Markus Heilig.
Internationale Raumstation - SNA, 1920, 26.08.2021
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