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„Ich kann nicht mehr Mitglied dieser Partei sein“ – Ex-Landtagsfraktionschef Junge verlässt AfD

© AP Photo / Michael ProbstUwe Junge
Uwe Junge - SNA, 1920, 30.08.2021
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Der ehemalige Fraktionschef der AfD im rheinland-pfälzischen Landtag Uwe Junge hat seinen Austritt aus der Partei bekannt gegeben.
Im Interview mit dem SWR hat der ehemalige AfD-Landeschef erklärt, der Parteiaustritt liege unter anderem am Verhalten des Bundesvorstands gegenüber Matthias Helferich, der zuvor wegen seiner Äußerungen in einem Facebook-Chat kritisiert worden sei.
„Der eigentliche Auslöser war dann letztlich das Verhalten des Bundesvorstands gegenüber dem Herrn Helferich in Nordrhein-Westfalen, der sich ja hier offen als NS-Sympathisant dargestellt hat und tatsächlich kein Parteiausschlussverfahren bekommen hat“, sagte Junge.
Matthias Helferich war im Mai in NRW auf den aussichtsreichen siebten Platz der Landesliste für die Bundestagswahl gewählt worden. Danach wurde ein nicht öffentlicher Facebook-Chat aus dem Jahr 2017 bekannt, in dem er sich als „das freundliche Gesicht des NS“ bezeichnet hatte.
Es war jedoch nicht zu einer Ämtersperre für Helferich gekommen, und das hatte Junge aus der Fassung gebracht. „Wenn ich jetzt vor der Frage stehe, was wähle ich denn am 26. September und komme zu dem Schluss: Diese Partei kann ich nicht mehr wählen – dann kann ich nicht mehr Mitglied dieser Partei sein.“
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Auf seiner Facebook-Seite kritisierte Junge außerdem den Ehrenvorsitzenden Gauland, „der mit seiner schützenden Hand einen völlig überschätzten Höcke am viel zu rechten Rand gewähren ließ und einen Kalbitz in Brandenburg bis in die höchsten Parteiämter förderte“. Damit habe Gauland „dem Ansehen der Partei beim Bürger nachhaltigen Schaden zugefügt“.
Auch das innerparteiliche Klima wurde „immer unerträglicher“, bemängelte Junge. Die Partei sei „zunehmend durch opportunistische Mandatsjäger und politische Glücksritter beherrscht“ worden.
Die Wahlergebnisse zeigten die ersten Wirkungen und manifestierten die „Abkehr von den ursprünglichen Zielen der Partei“, so Junge. Die lägen vor allem an der „negativen Veränderung der Mitgliederstruktur von unten nach oben“ und an der innerparteilichen Splitterung.
Bei der Bundestagswahl am 26. September werde Junge für die Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR) stimmen, schrieb er. „Damit ist die Hoffnung verbunden, dass die LKR zum Sammelbecken aller vernünftigen Konservativen aus AfD, CDU und anderen werden kann.“ Die Partei war 2015 von Bernd Lucke und anderen ehemaligen AfD-Mitgliedern gegründet worden.
Tino Chrupalla, Spitzenkandidat der AfD zur Bundestagswahl, hat Junge „Alles Gute im politischen Ruhestand“ gewünscht. Er fügte jedoch hinzu, mit dem Austritt sei Junge lediglich einem Parteiausschlussverfahren zuvor gekommen.
Laut der AfD-Fraktion Mainz ist Junges Entscheidung „nicht mehr überraschend“ gewesen.
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