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 - SNA, 1920
Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

„Wir stehen ihnen gegenüber in einer tiefen Schuld“ - Kramp-Karrenbauer empfängt Bundeswehrsoldaten

© REUTERS / FABIAN BIMMERVerteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei Empfangszeremonie für Bundeswehrsoldaten nach dem Ende ihres Evakuierungseinsatzes in Kabul
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei Empfangszeremonie für  Bundeswehrsoldaten nach dem Ende ihres Evakuierungseinsatzes in Kabul - SNA, 1920, 27.08.2021
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Auf dem Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe in Wunstorf, in Niedersachsen wurden am Freitagabend die letzten aus Kabul zurückgekehrten Bundeswehrsoldaten begrüßt. Sie hatten an den Evakuierungsaktionen der letzten Tage teilgenommen. Zur Begrüßung war auch Bundesverteidigungsministerin Anngret Kramp-Karrenbauer anwesend.
Die an den Evakuierungsaktionen der Bundeswehr in Kabul beteiligten Einsatzkräfte sind wieder zurück in Deutschland. Am Abend wurden sie von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen willkommen geheißen. Es war auch eine kleine Gruppe von Angehörigen mit Lufballons anwesend. Zusammen mit dem Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam-Geltow, Generalleutnant Erich Pfeffer hieß die Verteidigungsministerin die Soldaten willkommen zurück in der Heimat und dankte ihnen für ihren Einsatz.

Kramp-Karrenbauer verspricht Zurückgelassenen in Afghanistan schnellstmögliche Evakuierung

Die Bundesverteidigungsministerin erinnerte zunächst an die Opfer der jüngsten Sprengstoffattentate in Kabul und erneuerte das Versprechen an alle in Afghanistan zurückgebliebenen Menschen:
„Wir werden alles daran setzen, sie in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten aus Kabul, aus Afghanistan herauszuholen Ich habe dazu heute erste Gespräche auch mit dem usbekischem Verteidigungsminister geführt.“
Kramp-Karrenbauer war direkt aus Taschkent kommend in Wunstorf gelandet.
Boeing 737 (Archiv) - SNA, 1920, 27.08.2021
Afghanistan
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Sie berichtete darüber, dass sie erste Gespräche mit Soldaten führen konnte. Dabei sei deutlich geworden, so Kramp-Karrenbauer, „dass sie, diese Soldatinnen und Soldaten, aber auch diejenigen, die als Vertreter des Auswärtigen Amtes, der Botschaft, der Bundespolizei vor Ort im Einsatz waren, Unfassbares gesehen und erlebt haben, und dass sie Unglaubliches geleistet haben. Und es wird noch eine geraume Zeit brauchen, für viele, dies alles zu verarbeiten.“

Kramp-Karrenbauer: Wir alle in Deutschland stehen ihnen gegenüber in einer ganz tiefen Schuld

Dann richtete sie Worte des Dankes, sowohl persönlich, aber auch im Namen des deutschen Volkes an die angetretenen Soldaten.

„Sie haben gemeinsam mit den Männern und Frauen dieses Vertrauen und alle Erwartungen, die wir in sie gesetzt haben, mehr als erfüllt. Dafür bin ich ihnen persönlich zutiefst dankbar. Und wir alle in Deutschland stehen ihnen und den Männern und Frauen der Bundeswehr, ihres Einsatzverbandes gegenüber in einer ganz tiefen Schuld.“

Annegret Kramp-Karrenbauer
Bundesverteidigungsministerin, 27.08.2021

Brigadegeneral Arlt: Mit Nichts zu vergleichen, was wir bisher erlebt haben

Brigadegeneral Jens Arlt, der vor Ort in Kabul den Evakuierungseinsatz leitete, schilderte kurz, mit welchen Herausforderungen seine Truppe zu kämpfen hatte, die weit über einen bloßen militärischen Einsatz hinausgingen. Unter den chaotischen Bedingungen auf und rund um den Flughafen Kabul für die verzweifelten, frustrierten und verängstigten Menschen Wasser, Nahrung, speziell Kindernahrung zu organisieren, gleichzeitig Soldat, Befehlshaber, Organisator und Seelsorger zu sein, war „mit Nichts zu vergleichen, was wir bisher erlebt haben“, resümierte der Bundeswehrgeneral, der die ganze Zeit über mit einem Maschinengewehr um den Hals sowohl seine Meldung vor Generalleutnant Pfeffer ableistete als auch vor der Presse Rede und Antwort stand.
Arlt zeigte sich pessimistisch über die weiteren Möglichkeiten, die in Afghanistan auf ihre von Deutschland zugesicherte Ausreise wartenden Menschen unter den momentanen Bedingungen schnell evakuieren zu können. Dafür müssten auf dem Flughafen Kabul entsprechende Rahmenbedinungen geschaffen werden, die es, so ließen sich die Worte von Brigadegeneral Arlt interpretieren, gegenwärtig nicht gibt bzw. sich nicht realistischerweise herstellen lassen.
A400-Transportflugzeug der Bundeswehr mit Evakuierten aus Afghanistan landete in Taschkent - SNA, 1920, 26.08.2021
„Nur bedingt strategiefähig“: Bundeswehrverband-Chef über Afghanistan-Kurs der Regierung
Am Ende umarmten sich Arlt und Kramp-Karrenbauer in einer sehr emotionalen Geste. Die Soldaten marschierten sofort nach Beendigung der Zeremonie zu Sammelplätzen, um ihre Heimreisen ins Bundesgebiet anzutreten.
In Taschkent befindet sich noch ein Flugzeug des Evakuierungskommandos der Bundeswehr. Die heftige Kritik an der politischen Führung der Bundesrepubik im Zusammenhang mit der Lageeinschätzung in Afghanistan spielte an diesem Abend in Wunstorf keine Rolle.
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