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 - SNA, 1920
Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

Luftbrücke zwischen Kabul und Taschkent – Zahlen und Fakten

© CC0 / baboor / PixabayBoeing 737 (Archiv)
Boeing 737 (Archiv) - SNA, 1920, 27.08.2021
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Die Luftbrücke, über die die Bundeswehr schutzbedürftige Menschen aus Kabul nach Taschkent evakuierte, ist nach den Anschlägen vom Donnerstag zunächst beendet. SNA hat Verteidigungsministerium, Bundeswehr und Auswärtiges Amt nach konkreten Zahlen und Fakten der Operation gefragt.
Mit Sorge blickt die Welt auf Afghanistan, wo seit Beginn des Abzugs der Nato-Truppen die Taliban* die Herrschaft an sich reißen und die Zivilbevölkerung, insbesondere die afghanischen Ortskräfte, um ihr Leben bangen muss. In dieser Woche war eine Evakuierungsoperation angelaufen, im Zuge derer Schutzbedürftige von Kabul in die usbekische Hauptstadt Taschkent geflogen wurden. Doch wie genau lief das ab?
Auffällig ist, dass nirgends in der Berichterstattung konkrete Zahlen und Fakten genannt werden. Antworten auf solche Fragen, wie: Wie viele Menschen wurden ausgeflogen? Wer sind diese Menschen? Warum wurden sie gerade nach Taschkent gebracht? Bleiben sie vorerst dort oder werden sie weiterverteilt?
Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir uns am Donnerstag zunächst an das Bundesministerium für Verteidigung gewandt. Ein Sprecher des Ministeriums antwortete schriftlich, die Sicherheitslage am Flughafen in Kabul habe sich verschärft und die Anschlagsgefahr werde zunehmend konkreter. Wie sich nur wenige Stunden später herausstellte, sollte er mit dieser Einschätzung leider Recht behalten. Weiter hieß es, die Bundeswehr stimme ihre Planungen und Abläufe mit Partnern vor Ort ab, wobei langsam die Zeit knapp werde, weil sie als Grundlage internationaler Vereinbarungen den 31. August als Stichtag nehme – den Tag also, bis zu dem die US-Amerikaner ihren Abzug vollendet haben wollen.
„Ich bitte um Verständnis, dass wir uns zum Schutz der Operation zu einem möglichen konkreten Zeitpunkt der Beendigung der Evakuierungsoperation nicht äußern können“, schrieb der Sprecher des Verteidigungsministeriums abschließend und empfahl uns, unsere Fragen an das zuständige Presse- und Informationszentrum des Einsatzkommandos der Bundeswehr sowie an das Auswärtige Amt zu richten.
Die Antwort der Bundeswehr fiel noch knapper aus. Man bitte um Verständnis, dass zum Schutz aller Beteiligten und insbesondere der Soldatinnen und Soldaten aus Gründen der operationellen Sicherheit keine Details und keine taktischen Informationen zu der laufenden Operation mitgeteilt werden könnten.
Flughafen Kabul - SNA, 1920, 27.08.2021
Afghanistan
Flughafen Kabul nach tödlichen Explosionen – Lage vor Ort
Mehr Informationen bot da das Auswärtige Amt, das sich telefonisch bei uns meldete. Bisher seien rund 5300 Personen von Kabul nach Taschkent ausgeflogen worden. Darunter seien afghanische Ortskräfte und ihre Familien, deutsche Auslandsmitarbeiter sowie Mitarbeiter aus EU- und Drittstaaten, teilte uns eine Sprecherin mit. In der usbekischen Hauptstadt blieben sie in der Regel nur wenige Stunden bevor sie weiter nach Frankfurt am Main geflogen werden würden. In Deutschland angekommen, würden die Afghanen den zuständigen Behörden wie dem BAMF übergeben. Warum die Evakuierten gerade nach Taschkent ausgeflogen würden, wollten wir wissen. Gibt es in der usbekischen Hauptstadt eine Basis, die die Bundeswehr nutzt? Wurde Taschkent wegen der geografischen Nähe ausgesucht? Die Sprecherin räumte ein, es sei eine schnelle Notlösung gewesen. Es existiere dort keine Basis der Bundeswehr, man habe sich aber mit der usbekischen Seite einigen können.
Seit Donnerstag befindet sich auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in Taschkent. "Die Evakuierungsoperation in Kabul war hochgefährlich", twitterte das Verteidigungsministerium. "Die Bundeswehr hat unter schwersten Bedingungen vor Ort so viele Menschen wie möglich in Sicherheit gebracht." Nach dem Doppelanschlag auf den Flughafen von Kabul am Donnerstagabend sind die Evakuierungsbemühungen ausgesetzt worden. Den in Afghanistan verbliebenen Schutzbedürftigen sicherte die deutsche Verteidigungsministerin jedoch Unterstützung zu und bekräftigte, dass die Aufnahmezusagen gültig blieben. "Die militärische Evakuierung ist nun beendet. Aber unsere Arbeit geht weiter - und zwar solange, bis alle in Sicherheit sind, für die wir in Afghanistan Verantwortung tragen", sagte dazu Außenminister Heiko Maas (SPD).
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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