Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

UN sagt für Afghanen „Hölle auf Erden“ voraus

© AP Photo / Rahmat GulEin Taliban-Kämpfer
Ein Taliban-Kämpfer - SNA, 1920, 25.08.2021
Abonnieren
Eine humanitäre Krise droht Afghanistan, und rund 14 Millionen Menschen im Land können eventuell Hunger leiden. Dies erklärte der Exekutivdirektor des UN-Welternährungsprogramms (WFP) David Beasley am Dienstag. Um die Katastrophe zu verhindern werden ihm zufolge bis September mindestens 200 Millionen US-Dollar benötigt.
„Es kommt ein perfekter Sturm, aufgrund mehrerer Jahre der Dürre, des Konflikts, der wirtschaftlichen Verschlechterung, verstärkt durch Covid“, sagte Beasley gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters in der katarischen Hauptstadt Doha. „Die Zahl der Menschen, die dem Hungertod entgegenmarschieren, ist jetzt auf 14 Millionen Menschen gestiegen.“
Reuters meldet ferner, Afghanistan stehe vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, nachdem viele Länder und Institutionen nach der Machtübernahme durch die Taliban* angekündigt hätten, Hilfen und Geldreserven zurückzuhalten. Beasley sagte, „die internationale Gemeinschaft stehe vor einigen sehr schwierigen Entscheidungen“, und warnte, dass es für Menschen in Afghanistan „die Hölle auf Erden sein würde“, wenn sich die wirtschaftliche Situation verschlechtere.
„Die Menschen in Afghanistan brauchen jetzt Hilfe.“
Laut Beasleys Worten könnte sich die Zahl der Menschen verdoppeln, die die Hilfe des Welternährungsprogramms benötigen, wenn die internationale Gemeinschaft den Afghanen „ihren Rücken zukehrt.“
Beasley sagte, er sei besorgt darüber, ob die Agentur die benötigten 200 Millionen US-Dollar aufbringen werde, und hoffe, dass Katar, die anderen arabischen Staaten und die USA dazu beitragen würden.
„Die politischen Fragen müssen so schnell wie möglich geklärt werden“, so der WFP-Exekutivdirektor.
Beasley betonte, die Taliban hätten den Vertretern des UN-Welternährungsprogramms zugesichert, dass seine Hilfe die Menschen weiterhin ungehindert erreichen könne.
„Bislang waren sie kooperativ. Sie haben uns Unabhängigkeit, Neutralität und Unparteilichkeit ermöglicht.“
Flagge der Europäischen Union - SNA, 1920, 22.08.2021
Krise in Afghanistan: EU-Kommission fordert Aufnahme von Flüchtlingen
Die Lage in Afghanistan eskalierte, nachdem US-Präsident Joe Biden im April seine Entscheidung bekannt gegeben hatte, die US-Mission in Afghanistan zu beenden. Danach erhöhten die Taliban-Kämpfer das Tempo ihrer Offensive und etablierten am 15. August innerhalb von mehreren Stunden kampflos die volle Kontrolle über Kabul. Daraufhin legte der afghanische Präsident, Aschraf Ghani, sein Amt nieder und floh aus dem Land.
Deutschlands humanitäre Hilfe für Afghanistan

Die Bundesregirung hat im Rahmen ihres Afghanistan-Engagements von 2001 bis 2020 insgesamt rund 425 Millionen Euro für Maßnahmen der humanitären Hilfe bereitgestellt. Dies folgt aus einer Antwort des Bundeskabinetts auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag im April dieses Jahres. Schwerpunkte waren die Bereiche Binnenvertriebene und Rückkehrer, Ernährungssicherung, Wasser-, Sanitär und Hygieneversorgung, Unterkunft, Schutz und Gesundheit sowie humanitäre Katastrophenvorsorge. Deutschland unterstützte auch Projekte des humanitären Minen- und Kampfmittelräumens und der Minenopferfürsorge.

ExpandierenMinimieren
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала