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„Nicht die Augen vor Gefahr verschließen“: Merkel warnt vor Terrorgefahr nach Afghanistan-Abzug

© REUTERS / Michele TantussiBundeskanzlerin Merkel spricht vor Bundestag
Bundeskanzlerin Merkel spricht vor Bundestag  - SNA, 1920, 25.08.2021
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Bei einer Sondersitzung des Bundestages am Mittwoch hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Stellung zur Lage in Afghanistan genommen. Dabei wies sie unter anderem auf eine mögliche Terrorgefahr nach dem Abzug der ausländischen Truppen hin.
Die Kanzlerin bezeichnete die Entwicklungen der letzten Tage als „furchtbar“ und „bitter“, insbesondere für „alle Verbündeten, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gegen den Terrorismus und für freiheitliche Strukturen gekämpft und gearbeitet haben“. Die internationale Gemeinschaft habe in Afghanistan in den letzten Jahren auch Gutes bewirkt.
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Auch Deutschland habe dazu substantiell beigetragen, auch durch Einsatz der Bundewehr. „Gleichwohl dürfen wir nicht die Augen vor der Gefahr verschließen, dass Afghanistan mit dem Abzug der Verbündeten wieder ein Ort internationaler Gefahr werden kann, und das muss verhindert werden“, warnte die CDU-Politikerin.
„Wir haben das Ziel erreicht, das 2001 am Anfang des Einsatzes stand. Von Afghanistan aus sind seither keine internationalen Terroranschläge mehr ausgegangen. Das war ein konkreter Beitrag zur Sicherheit unseres Landes und ist ein bleibendes Verdienst unserer Soldatinnen und Soldaten“, hob Merkel in ihrer Rede vor dem Bundestag hervor.
Auch für die Menschen in Afghanistan war der internationale Einsatz „nicht vergebens“, findet Merkel. „Jedenfalls für viele individuelle Schicksale nicht, wenn wir allein auf ganz elementare Dinge schauen“, so die scheidende Kanzlerin. Dabei verwies sie auf die Kindersterblichkeitsrate, die in Afghanistan in den letzten 20 Jahren halbiert werden konnte. Laut Merkel haben derzeit 70 Prozent der Afghanen Zugang zu Trinkwasser, während es noch vor zehn Jahren nur 20 Prozent waren. Deutliche Fortschritte gäbe es auch bei der Stromversorgung - über 90 Prozent der Bevölkerung genießen den Zugang dazu, wobei es 2011 nicht einmal 20 Prozent waren.
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„Diese neue Realität ist bitter, aber wir müssen uns damit auseinandersetzen“, betonte Merkel nochmals. Ziel sei, die Errungenschaften der letzten 20 Jahre zu bewahren. Darüber müsse die internationale Gemeinschaft Merkel zufolge auch mit den Taliban* sprechen.
„Uns allen ist klar, das wird schwer, aber wir müssen es versuchen“, so die Kanzlerin.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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