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Fotoshooting geht nach hinten los: Leopard greift Model an – Frau schwer verletzt im Krankenhaus

© CC0Leopard (Symbolbild)
Leopard (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.08.2021
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In Nebra, einer Kleinstadt im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis, hat am Dienstag ein Leopard bei einem Fotoshooting ein 36-jähriges Model angegriffen und schwer verletzt. Der Vorfall warf Fragen auf, unter anderem auch, ob Tiere wie Leoparden privat gehalten werden können.
Nach Polizeiangaben soll das Wildtier in einem Gehege das Model aus Thüringen im Kopfbereich gebissen haben. Die Frau wurde mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht. Zu ihrem Zustand machten die Beamten keine weiteren Angaben. Wie es zu dem Angriff kam, ließen sie zunächst auch offen. Wer das Fotoshooting veranstaltet hat und ob noch weitere Menschen dabei waren, blieb zunächst ebenfalls unklar.
Die 48-jährige Halterin der Tiere wollte sich nicht zu dem Geschehen äußern. Sie habe sich in Abstimmung mit der Kreisverwaltung des Burgenlandkreises und der Polizei dazu entschlossen, zu dem Vorfall zunächst zu schweigen, schrieb sie über einen Kurznachrichtendienst. Gegen sie als Verantwortliche für das Tier werde wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt, sagte ein Polizeisprecher in Halle.
Die 48-Jährige hatte die Leoparden laut Internetwerbung wie auch andere Tiere für Fotoshootings angeboten. Die von ihr betriebene sogenannte Seniorenresidenz für Showtiere im Süden Sachsen-Anhalts existiert erst seit wenigen Jahren. Dort werden Tiere nach ihrem „Arbeitsleben“ im Showgeschäft untergebracht.
Bei dem Areal handelt es sich um eine private Anlage inmitten eines Ortsteils von Nebra. Die Besitzerin ist nach eigener Aussage seit mehr als 20 Jahren Tiertrainerin, sie arbeitete in mehreren Zirkussen und Freizeitparks.
Löwe. Symbolbild - SNA, 1920, 15.08.2021
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Ein Großteil der Nachbarschaft scheint über die vierbeinigen Nachbarn nicht glücklich zu sein. Einige äußerten Sicherheitsbedenken. Außerdem brächten die Leoparden sie mitunter um den Schlaf. Andere stellten in Frage, dass die Unterbringung auf dem vergleichsweise kleinen Hof einer artgerechten Haltung der Tiere entspreche.
Die artgerechte Unterbringung war laut Kreis erst kürzlich überprüft worden. Bei der Kontrolle verhielten sich die Tiere artgerecht und unauffällig. Auch eine Sicherheitskontrolle des Geheges - zuletzt am 18. August 2021 - verlief ohne Beanstandung.
Aus Sicht des Landestierschutzbeauftragten von Sachsen-Anhalt, Marco König, wissen die Behörden sehr oft gar nicht, wer privat Tiere wie Leoparden hält. Daher müsse die private Haltung von gefährlichen Tieren eindeutig gesetzlich geregelt werden. Man sei bestrebt, innerhalb der bisherigen Landesregierung eine Regelung zu finden, sagte König. Derweil fordert die Tierrechtsorganisation Peta die Schließung der Anlage in Nebra.
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