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Nach Machtübernahme: Taliban planen mehrköpfige Regierung – Medien

© REUTERS / StringerTaliban-Kämpfer in Kabul
Taliban-Kämpfer in Kabul - SNA, 1920, 24.08.2021
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Die militant-islamistischen Taliban* planen derweil nach der Machtübernahme, einflussreiche Mitglieder der Bewegung in den Rat aufzunehmen. Dieser soll demnach aus zwölf Personen bestehen und auf Integration setzen, indem er sowohl durch neue Mitglieder als auch die bisherigen repräsentiert wird. Darüber berichtet das Magazin „Foreign Policy“.
Laut der vertrauten Quelle des Blattes werden unter anderem die drei einflussreichsten und mächtigsten Personen im Rat vertreten sein: Mullah Abdul Ghani Baradar, Mitbegründer der Taliban-Bewegung, Mullah Mohammad Yaqoob, der Sohn des Gründers der Bewegung, sowie Khalil al-Rahman Haqqani, ein hochrangiges Mitglied der Terrorgruppe „Haqqani Network“.
Al-Rahman Haqqani ist demnach für einige Terroranschläge der letzten 20 Jahre verantwortlich und von den Vereinten Nationen und den Vereinigten Staaten auf die schwarze Liste gesetzt worden.
Zusammen repräsentieren die Männer eine der größten kriminellen und terroristischen Gruppierungen der Welt, so das Blatt.
Nach Angaben von „Foreign Policy“ wollen die Taliban weder das Amt des Präsidenten noch eines anderen alleinigen Machthabers in Afghanistan wiederherstellen, planen aber gleichzeitig, einigen Mitgliedern der bisherigen Regierung Sitze im neuen Rat anzubieten. So wollen die Taliban ein möglichst integratives Leitungsgremium schaffen, um die Chancen auf Anerkennung durch die internationale Gemeinschaft zu erhöhen.
Abflughalle (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.08.2021
Afghanistan
Abgeschobene Straftäter gelangen über Evakuierungsflüge zurück nach Deutschland
Die Taliban sollen erklärt haben, dass sie keine Vergeltung gegen Unterstützer der vorherigen Regierung oder gegen Verfechter verfassungsrechtlich garantierter Rechte – einschließlich der Gleichberechtigung der Frauen, der Meinungsfreiheit und der Achtung der Menschenrechte – fordern werden.
Die Organisation verdient jedes Jahr Milliarden von Dollar mit der Produktion und dem Handel von Heroin und Metamphetamin sowie dem Schmuggel von Bergbauanlagen wie Marmor, Lithium und Edelsteinen.

Dramatische Lage in Afghanistan

Nachdem die USA und ihre Verbündeten den Truppenabzug aus Afghanistan angekündigt hatten, starteten die Taliban eine Großoffensive und eroberten den größten Teil des Territoriums Afghanistans.
Präsident Ghani war ins Ausland geflohen, kurz bevor die Taliban am 15. August den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Kabul einnahmen. Später gestand Ghani in einer Facebook-Botschaft die Niederlage gegen die Taliban ein.
Das Außenministerium in Abu Dhabi teilte letzte Woche mit, dass sich Aschraf Ghani mit seiner Familie in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhalte. Ghani hat inzwischen in einer Videobotschaft versprochen, bald nach Afghanistan zurückzukehren.
Vizepräsident Amrullah Saleh erklärte, er sollte nun verfassungsgemäß zum Staatsoberhaupt ernannt werden und rief zum bewaffneten Widerstand auf.
Die Taliban haben den Krieg in Afghanistan für beendet erklärt. Mittlerweile haben die neuen Machthaber eine allgemeine Amnestie verkündet. Dennoch versuchen viele Afghanen, ihr Land nach Kräften zu verlassen.
Alle Grenzübergänge in Afghanistan sollen derzeit von den Taliban kontrolliert werden. Die Mitarbeiter der ausländischen Botschaften sowie afghanische Ortskräfte, die für Ausländer behilflich waren, werden über den einzigen Flughafen von Kabul evakuiert, der von den US-Soldaten und anderen Nato-Militärs gehalten wird.
Taliban-Kämpfer in Kabul, Afghanistan - SNA, 1920, 23.08.2021
Afghanistan
Taliban drohen USA mit militärischer Gewalt bei Verzögerung des Truppenabzugs
Seit dem Start ihrer Evakuierungsaktion habe die Bundeswehr fast 3000 Menschen aus Kabul ausgeflogen, teilte das Verteidigungsministerium am Montag mit. Darunter waren laut dem Auswärtigen Amt mehr als 1800 Afghanen.
Am Montag setzten die Taliban den 31. August als Endtermin für den Truppenabzug der US-Truppen aus Afghanistan an. Sollte diese „rote Linie“ nicht eingehalten werden, werde es als „Fortsetzung der Okkupation“ betrachtet. Auch eine Reaktion militärischer Art sei nicht ausgeschlossen, wie der Sprecher der Taliban, Suhail Shaheen, gestern gegenüber dem Sender „Sky News“ mitteilte.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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