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Abkehr von 50-er Inzidenz: Spahn will Krankenhausbelastung zum Schlüsselfaktor der Maßnahmen machen

CC BY-SA 3.0 / Olaf Kosinsky / Wikimedia CommonsBundesgesundheitsminister Jens Spahn (Archivbild)
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Archivbild) - SNA, 1920, 24.08.2021
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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die geplante Abkehr von den Inzidenzzahlen als maßgeblichem Faktor für die Corona-Einschränkungen bestätigt. Als Alternative soll die Hospitalisierung, also der eigentliche Indikator für die Belastung des Gesundheitswesens, dienen.
Dabei ist Spahn auf die Befürchtungen einiger Corona-Hardliner wie des SPD-Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach (SPD) eingegangen. Nein, niemand habe gesagt, dass die Inzidenz gar kein Maßstab mehr sein solle, sagte der CDU-Minister am Montagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Klar sei jedoch, dass die 50er Inzidenz, wie sie aktuell im Gesetz stehe, ausgedient habe, denn nach den Impffortschritten könne man jetzt stärker auf die Krankenhausbelastung abheben.
„Aber auch diese Frage hängt ja mit der Inzidenz zusammen. Umso mehr sich infizieren, desto mehr werden natürlich auch weiterhin in den Kliniken behandelt werden müssen“, erklärte Spahn. Derzeit schreibt das Infektionsschutzgesetz vor, dass bei einer Inzidenz von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen umfassende Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind. Das Festhalten an der Inzidenz hatte in der Vergangenheit schon öfter im Kreuzfeuer der Kritik gestanden.

Seibert bestätigt die geplante Neuordnung

Zuvor am Montag hatte auch Regierungssprecher Steffen Seibert die entsprechenden Pläne der Bundesregierung bestätigt. Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern soll also der neue Leitindikator werden. Am Montag lag dieser Wert etwa laut dem Robert Koch-Institut bei 1,28 Fällen pro 100.000 Einwohner – Anfang August waren es noch 0,5 Fälle gewesen. Welche Grenzwerte künftig gelten sollen, bleibt noch unbekannt. „Mehr und mehr handelt es sich um eine Pandemie der Ungeimpften“, fügte Seibert hinzu.
Die geplante Neuordnung hatte dann vor allem Karl Lauterbach aufs Korn genommen. Sie sende „ein falsches Signal“, als wenn die Inzidenz nun überhaupt nicht mehr wichtig wäre und man nur noch auf die Zahl der Krankenhauseinweisungen schauen müsste, kritisierte Lauterbach am Montag im Phoenix. „Das halte ich für falsch, weil auch viele derjenigen, die erkranken und nicht ins Krankenhaus müssen, schwer erkranken und langfristige Schäden davontragen.“

Hausärzte begrüßen den Plan

Im Gegensatz zu Lauterbach hat aber gerade der Hausärzteverband die Pläne der Bundesregierung befürwortet, die Beschränkungen im öffentlichen Leben nicht mehr allein von der Corona-Inzidenz abhängig zu machen. „Die Bewertung des Infektionsgeschehens müsste längst mehr Aspekte als nur die Inzidenz einbeziehen“, sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). Die geplante Berücksichtigung der Hospitalisierungsrate sei deshalb ein richtiger erster Schritt, und dafür wurde es auch höchste Zeit.“ Es gehe darum, die Belastung des Gesundheitswesens abzubilden. „Diese ist im Moment moderat, und sie wird vor allem durch Personen verursacht, die nicht geimpft sind.“
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