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„Zu spät: Liefern lieber ins Ausland“ – Luftfilter-Hersteller kritisieren Politik und Bundesländer

CC BY 2.0 / GEEK KAZU / FlickrRaumfilter (Symbolbild)
Raumfilter (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.08.2021
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„Zu kompliziert und zu skeptisch“: Die Politik agiere sehr unprofessionell, was die Bestellung von Luftfiltern für Deutschlands Schulen angeht. So die aktuelle Kritik mehrerer Hersteller von Luftreinigern. Während Bayern, Berlin und Hamburg nach Versprechungen ihrer Länder-Chefs auf solche Geräte warten, werden Israel und China bereits beliefert.
Mehrere Talk-Shows, Leitartikel und Kommentare fordern bereits seit 2020, dass flächendeckend Luftfilter-Anlagen in Schulen eingebaut werden. Um Corona-Viren aus Klassenräumen und Schulgebäuden herauszufiltern und frischen Sauerstoff zuzuführen.
Nun mag es erstaunlich erscheinen, dass die Hersteller dieser Luftreiniger momentan mit der Lieferung solcher Geräte zögern. Sie weisen der Politik die Schuld zu, wie die „Tagesschau“ am Dienstagvormittag berichtete.
„Mobile Luftreiniger sollen dazu beitragen, den Präsenzunterricht in Schulen bei steigenden Infektionszahlen zu sichern. Die Lieferung der nun bestellten Geräte könnte viele Monate dauern.“ Obwohl sich die Luftfilter-Hersteller demnach kaum vor Aufträgen retten könnten. „Sie berichten von Lieferfristen bis in den Januar und Februar nächsten Jahres hinein, weil es nicht möglich sei, innerhalb von zwei Monaten die Schulen der gesamten Republik flächendeckend mit mobilen Luftreinigern auszustatten.“
Dennoch hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch Ende Juni als Ziel genannt, bis zum Ende der Sommerferien in seinem Bundesland „jedes Klassenzimmer“ mit einem Luftfilter auszustatten. Die Münchner Landesregierung stellte dazu 190 Millionen Euro bereit. „Auch Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) verkündete im Juli, bis zum Herbst weitere 3000 Luftfilter für die Klassenräume zu bestellen. Damit wäre die Hälfte der Berliner Klassenräume mit Luftfiltern ausgestattet. Auch Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) kündigte im Juli an, bis spätestens Oktober mobile Luftfilter in allen Klassen aufstellen zu lassen.“
Kinder vor einer Berliner Grundschule, 22. Februar 2021 - SNA, 1920, 22.02.2021
Schulen und Kitas vielerorts wieder geöffnet – doch um welchen Preis?

Lange Lieferzeit wegen später Bestellung

Überaus fraglich sei, ob diese Zielsetzungen erreicht werden können. Bremen beispielsweise werde wohl erst in einem Jahr hunderte Luftreiniger – bestellt beim niederländischen Hersteller „Philips“ – erhalten. Diese lange Lieferzeit sei gegenwärtig die gängige Praxis am Markt. Weitere Anbieter wie „UlmAir“ halten demnach eine Auslieferung dieser Geräte bis Herbst „für utopisch“.
Der Grund: „Weil die Bestellungen der Bundesländer zu spät eingetroffen sind.“
Außerdem sei weiterhin unklar, ob alle Schulen die nötigen Voraussetzungen für besagte Luftreiniger böten.
Ein Sprecher des Hanauer Unternehmens „Heraeus“ kritisiere, die Bundesregierung sei bei der Beschaffung von Luftreinigern viel zu zögerlich vorgegangen, sodass viele Geräte nun ins Ausland geliefert worden seien. Hauptsächlich nach Israel, Kanada und China.
Dieser und weitere Hersteller monieren die „oft wenig technologiefreundlichen und komplexen Ausschreibungsverfahren“ der Landesregierungen. Laut dem Bericht ist die Finanzierung der Luftreiniger gesichert. Je zur Hälfte tragen demnach die Bundesländer und die entsprechenden Kommunen die Kosten. Als Preise für einen Luftreiniger werden Summen zwischen 2200 und 3500 Euro genannt.
Experten verweisen darauf, die Geräte seien das Geld wert. Studien am Fraunhofer Institut hätten demnach nachgewiesen, dass eine „extrem gute Wirksamkeit der Geräte bei der Beseitigung von Aerosolen“ vorliege. Ebenso befürworte das Robert-Koch-Institut (RKI) den Einsatz von Luftfiltern in schlecht belüfteten Räumen als eine Möglichkeit neben den üblichen Regeln wie Mund-Nasen-Schutz und Abstand.
Trotzdem gebe es „besonders im Bundesumweltministerium noch immer Zweifler am Nutzen der Luftreiniger“, kritisieren die Hersteller.
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