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Geheimnis der Stradivari-Geigen gelüftet? Chemie macht Musik

© AFP 2021 / Isaac LawrenceEine Geige von Antonio Stradivari
Eine Geige von Antonio Stradivari - SNA, 1920, 24.08.2021
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Forscher haben eine Erklärung für den unnachahmlichen Klang der Geigen von Antonio Stradivari gefunden. Das Geheimnis der Musikinstrumente liegt scheinbar in ihrer chemischen Holzbearbeitung, die eine lange Tradition hat. Darüber berichtet die Zeitung „Daily Mail“ mit Verweis auf eine wissenschaftliche Studie.
Wissenschaftler von der Taiwan National University und der Texas A&M University führten eine Studie durch, um herauszufinden, wo der einzigartige Klang wirklich herkommt. Daran nahm auch der Professor für Biochemie bei Texas A&M Joseph Nagiwari teil.
Noch vor etwa 40 Jahren hatte er als Erster vermutet, dass der Klang der Geigen von Stradivari und der eines anderen Meisters der Cremona-Schule Giuseppe Guarneri mit der Chemie zusammenhänge. Seine Ergebnisse hatte der Wissenschaftler damals in der „Angewandten Chemie“, der führenden Zeitschrift für Chemie in Deutschland, veröffentlicht.
„Alle meine langjährigen Forschungen basierten auf der Annahme, dass das Holz der großen Meister einer aggressiven chemischen Behandlung unterzogen wurde“, erklärte Professor Nagiwari.
Die Studie ergab, dass das Holz zum Schutz der Instrumente vor Würmern mit einer speziellen chemischen Verbindung beschichtet wurde, die Alaun, Borax, Kupfer, Kalkwasser und Zink enthielt.
Interessanterweise wurden die Chemikalien nicht nur auf der Oberfläche der Instrumente, sondern im gesamten Holz aufgefunden, was sich direkt auf die einzigartigen Töne der Geigen ausgewirkt habe. Eine der verwendeten Chemikalien, nämlich Borax, habe eine lange Geschichte als Konservierungsstoff – die alten Ägypter hatten diesen bei der Mumifizierung und später als Insektizid verwendet.
„Vielleicht haben sie (die Handwerker) erkannt, dass die von ihnen für die Imprägnierung des Holzes verwendeten Salze ihm zusätzliche mechanische Festigkeit und akustische Vorteile verliehen haben. Diese Methoden wurden geheim gehalten. Zu der Zeit gab es noch keine Patente“, betonte Nagiwari.
Im Gegensatz dazu habe sich der Lack, mit dem die Geige beschichtet wurde, auf den Ton des Instruments in keiner Weise ausgewirkt – deswegen wäre seine Rezeptur kein streng gehütetes Geheimnis gewesen.
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Letztlich kam Nagiwari zu dem Schluss, dass es eine zusätzliche Untersuchung bräuchte, um dahinterzukommen, wie die Wechselwirkung zwischen den chemischen Stoffen und dem Holz eine so makellose Klangqualität erzeugt.
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