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Umfrage: Die Deutschen fühlen sich weniger frei – auch bei Meinungsäußerung

© REUTERS / CHRISTIAN MANGKlimaaktivisten-Demo vor CDU- und SPD-Zentralen in Berlin am 17. August 2021
Klimaaktivisten-Demo vor CDU- und SPD-Zentralen in Berlin am 17. August 2021 - SNA, 1920, 24.08.2021
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Nur noch 36 Prozent der Bundesbürger fühlen sich in ihrer Heimat frei. Dies ist laut der neuen „Freiheitsindex“-Studie der niedrigste Stand seit 2005. Hinsichtlich der Meinungsfreiheit sehen sich die Deutschen immer mehr eingeschränkt. Paradoxerweise solidarisierten sich zugleich mehr Bürgerinnen und Bürger mit dem Staat.
Wenig überraschend: Das angeknackste subjektive Freiheitsgefühl führte Roland Schatz, Leiter der „Freiheitsindex“-Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD), auf die Pandemie-Einschränkungen zurück:

„Der Hauptgrund ist natürlich das Erleben seit 16 Monaten, wie die Bundesregierung (…) in den Alltag von Privatpersonen eingreift.“

Vor vier Jahren hatten sich immerhin 51 Prozent der Befragten als „frei“ bzw. „sehr frei“ eingestuft.
Die Pandemie hat sich nach Ansicht des Experten auch auf die Untersuchungsergebnisse zur Meinungsfreiheit in Deutschland ausgewirkt. Denn allein die Frage „Lässt du dich impfen oder lässt du dich nicht impfen?“ sei schon politischer Natur, so Schatz.
Bei den Antworten auf die Frage „Haben Sie das Gefühl, dass man heute in Deutschland seine politische Meinung frei sagen kann, oder ist es besser, vorsichtig zu sein?“ wurde nämlich ein deutlicher Abwärtstrend verzeichnet. Nur 45 Prozent der Befragten – und damit erstmals unter der 50-Prozent-Marke in der gesamten 31-jährigen Geschichte dieser demoskopischen Studie – meinten, sie fühlten sich bei der Äußerung ihrer persönlichen Meinung völlig ungehindert. 44 Prozent gaben zu, sie seien mittlerweile diesbezüglich vorsichtiger geworden.
Allerdings sinkt der Meinungsfreiheitswert seit drei Jahrzehnten kontinuierlich. 2017 waren es noch mit 63 Prozent zwei Drittel der Befragten, die angaben, ihre Meinung frei und unbesorgt äußern zu können.
Das Reichstagsgebäude - SNA, 1920, 08.07.2021
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„Der Staat, das sind wir alle“ – stimmt das?

Da die Begriffe „frei“ und „glücklich“ eng nebeneinander stehen, untersuchte das IfD parallel, inwieweit diese bei den Befragten miteinander korrelieren. Dabei äußerten 48,2 Prozent die Überzeugung, jeder sei in einer freien Leistungsgesellschaft „seines Glücks Schmied“. 33,5 Prozent glauben dagegen nicht an soziale Lifte und vertreten die Auffassung, die „unten“ angesiedelten Teile der Bevölkerung würden „unten“ bleiben, egal wie sich Vertreter dieser Schicht anstrengen mögen. Dabei war das im Osten der Bundesrepublik ermittelte Verhältnis mit 40,8 zu 39,6 Prozent nahezu ausgeglichen.
Paradoxerweise hat sich die Einstellung zum Staat – trotz der Pandemie-Einschränkungen – für den Staat positiv verändert. So stimmten 47 Prozent der Befragten der Aussage zu: „Der Staat, das sind wir alle, es liegt an uns Bürgern, wie sich Deutschland entwickelt“. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als 2012. Allerdings fand diese These nur bei 32,1 Befragten im Osten des Landes Zustimmung.
Der Anteil derjenigen, die für die Gegenthese stimmten, nämlich „Der Staat und die Bürger, das sind verschiedene Dinge. Wir Bürger haben wenig Einfluss darauf, wie sich der Staat entwickelt“, verringerte sich um 12 Prozentpunkte auf 42 Prozent. Dieser Standpunkt wurde am stärksten von Anhängern der AfD (76 Prozent), aber auch der FDP (53,7 Prozent) und der Linkspartei (53 Prozent) vertreten.
Das Institut für Demoskopie Allensbach hatte Mitte Sommer 1000 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger befragt, die sich selbst bei der jeweiligen Frage auf einer Skala von null bis zehn verorten sollten. Ergebnisse zwischen acht und zehn wurden als „sehr frei“ gewertet.
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