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AfD wirbt für Sex ohne Kondome (und Maske) und sonstige merkwürdige Wahlplakate 2021

© AFP 2021 / ODD ANDERSENEine angebliche Polizistin auf den Wahlkampfplakaten der CDU
Eine angebliche Polizistin auf den Wahlkampfplakaten der CDU - SNA, 1920, 24.08.2021
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Seit einiger Zeit findet der Wahlkampf nun an Laternen und auf Wiesen statt: Wahlplakate und -banner bestimmen den öffentlichen Raum. Einige wirken allerdings besonders bizarr oder originell. Was steckt dahinter?
Die sächsischen Einwohner haben es bestimmt schon mal gesehen. Die dortige AfD wirbt auf Plakaten für Sex „lieber ohne Gummi als mit Maske“ - und gibt sein „ja zu einer echten Familienpolitik“.
Das entsprechende Plakat präsentierte auch der stellvertretende Kreisvorsitzende der AfD Zwickau, Jonas Dünzel (27), in den sozialen Netzwerken. „Neue Deutsche? Machen wir!“, schrieb er dazu, gefeiert von den AfD-Fans.

Deutschland - lieber mit Geschlechtskrankheiten?

Als die „Spiegel“-Journalistin Ann-Katrin Müller das Plakat auf einer AfD-Veranstaltung in Sachsen entdeckt und es veröffentlicht hatte, kam auch der Spott dazu.
„Aber ich hatte schon vermutet, dass es eine große Schnittmenge zwischen ‚Latexallergie‘ und ‚Maskenattest‘ gibt“, schrieb der Grünen-Kandidat für den Bundestag, Christopher Lauer, dazu.
Viele wiesen auf die sexuell übertragbaren Infektionen hin. „Deutschland. Aber mit Genitalherpes“, ironisierte das Grünen-Mitglied Boris N. Moellers. Die anderen Nutzer merkten etwa an, dass der 27-jährige Dünzel selbst eine Freundin asiatischer Herkunft habe und trotzdem solch eine Botschaft in Richtung der Migranten verbreite. Die anderen machten darauf aufmerksam, dass die AfD auf der anderen Seite der Plakate ebenfalls für die eigenen Pride-Farben werbe – allerdings ist ihre Flagge schwarz-rot-gold.

„Die Partei“ spielt mit Regenbogenfarben

Auf Twitter amüsierte sich der „Die Partei“-Politiker Martin Sonneborn entsprechend über das Plakat der AfD.
Im Wahlkampf wirbt „Die Partei“ auch gerne mit den Regenbogenfarben, sendet allerdings eine doppeldeutige Botschaft aus: „Wir finden: F*ckt euch doch alle“. Nicht nur eine Polemik gegen sonstige Parteien, sondern auch ein augenzwinkerndes Zeichen für die Freiheit sexuellen Präferenzen.

Lokale Kreativität und die „falsche“ Polizistin für CDU

Die Bundes-CDU setzt zwar auf Plakate mit allgemeinen Botschaften wie „Gemeinsam für ein modernes Deutschland“ und Armin Laschet, in den Regionen ergibt sich aber auch Platz für Fantasie. Der CDU-Bundestagskandidat aus Bremen hat etwa seine relativ größeren Ohren - den angeblichen Nachteil - zum Vorteil gemacht. Jetzt heißt es bei ihm, „große Ohren können gut zuhören“.
Bei der Bundes-CDU hatte zuvor ein anderer Fall für Aufregung in der Polizei gesorgt - eine angebliche Polizistin auf den Wahlkampfplakaten.
Ihre Uniform ist schon als die der Polizei erkennbar, hat aber allerdings kein Polizei-Logo drauf. Jedoch kritisierte die Gewerkschaft der Polizei (GDP), die Polizei sei keine „Garnitur für Wahlprogramme“, sondern für alle da. „So wie Polizisten nicht in Uniform auf Parteiversammlungen gehen dürfen, sollten Parteien auch nicht mit Fake-Polizisten in unserem Outfit für sich werben“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende, Jörg Radek, in einem „Bild“-Interview im Juli. „Ohne Begleittext ‚Achtung! Wahlwerbung!‘ kann das auch strafbar sein“, behauptete Radek. Doch mehr ist aus der Kritik allerdings nicht geworden.

FDP und Depression

In der FDP zieht etwa das Wahlplakat mit der jungen Kandidatin Noreen Thiel (18) Aufmerksamkeit auf sich. Dafür, dass sie in solch einem jungen Alter schon für den Bundestag kandidiert, erfährt sie nach eigenen Angaben Gegenwehr bis hin zu Hass. Nach eigenen Angaben leidet Thiel an Depressionen - und deshalb stellt sie auch Menschen mit psychischen Erkrankungen auf ihrem Plakat in den Vordergrund:
„Mental health matters“ heißt es - psychische Gesundheit ist wichtig.
Allerdings finden sich auch diejenigen, die einen Widerspruch zwischen dieser Botschaft und der FDP-Politik sehen. „Wie toll das mit dem mental health erst wird, wenn die FDP den gesamten Gesundheitssektor privatisiert hat, und nur noch diejenigen sich entsprechende Versorgung leisten können deren Portmonee auch matters“, schrieb etwa der Nutzer Daniel Lintz dazu auf Twitter. „Wenn ich sehe, wie die FDP ‚mental health matters‘ auf ihre Wahlplakate schreibt, werd ich noch depressiver“, schrieb ein anderer Nutzer.
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