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 - SNA, 1920
Afghanistan
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Taliban drohen USA mit militärischer Gewalt bei Verzögerung des Truppenabzugs

© AP Photo / Rahmat GulTaliban-Kämpfer in Kabul, Afghanistan
Taliban-Kämpfer in Kabul, Afghanistan - SNA, 1920, 23.08.2021
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Ein Sprecher der Taliban hat die USA aufgefordert, den 31. August als Endtermin für den Abzug ihrer Truppen unbedingt einzuhalten. Anderenfalls droht nach Aussage des Sprechers auch eine gewaltsame Reaktion.
Sollten die Vereinigten Staaten die Beendigung ihres Truppenabzugs hinauszögern, werden die Taliban* dies nach Darstellung ihres Sprechers Suhail Shaheen als „Fortsetzung der Okkupation“ betrachten. „Wenn eine Okkupation vorliegt, dann erfolgt natürlich unsere Reaktion“, erklärte Shaheen gegenüber dem Sender „Sky News“. Auf die Frage, ob auch eine Reaktion militärischer Art denkbar sei, sagte der Taliban-Vertreter: „Ja, in allen Formen.“
Der 31. August sei eine „rote Linie“, Präsident Biden habe zugesagt, diesen Endtermin für den Truppenabzug einzuhalten. Auch werde es keine Verlängerung der derzeit laufenden Evakuierungen aus Kabul geben: „Falls die USA oder Großbritannien zusätzliche Zeit für die Fortsetzung der Evakuierung fordern, lautet die Antwort ‚nein‘.“ Den zugesagten Termin einzuhalten, sei auch eine Frage des Vertrauens.
Vorher wurde berichtet, der britische Premierminister Johnson möchte Präsident Biden beim G7-Sondergipfel am Dienstag darum bitten, den Stichtag für den Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan zu verschieben. Der US-Präsident hat Medienberichten zufolge bereits seine Bereitschaft dazu signalisiert.
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„Keine Angst vor den Taliban“

Angesprochen auf die dramatischen Zustände am Flughafen Kabul sagte der Taliban-Sprecher laut „Sky News“, die Menschen dort würden nicht aus Angst um ihr Leben Afghanistan verlassen wollen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen: „Sie wollen sich in westlichen Ländern niederlassen, weil Afghanistan ein armes Land ist und 70 Prozent der Afghanen unterhalb der Armutsgrenze leben. Also will jeder für ein wohlhabendes Leben in den Westen auswandern. Um Angst geht es dabei nicht.“
Berichte über verängstigte Menschen und Gräueltaten, die die Islamisten an der Zivilbevölkerung verübten, bezeichnete Shaheen als „Fake-News“, die absichtlich von Gegnern gestreut würden.

Lage in Afghanistan

Die Taliban haben vor rund einer Woche die Macht in Afghanistan übernommen. Die islamistischen Kämpfer waren seit dem Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan landesweit auf dem Vormarsch. Präsident Ghani war ins Ausland geflohen, kurz bevor die Taliban den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Kabul einnahmen. Später gestand Ghani in einer Facebook-Botschaft die Niederlage gegen die Taliban ein.
Das Außenministerium in Abu Dhabi teilte letzte Woche mit, dass sich Aschraf Ghani mit seiner Familie in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhalte. Ghani hat inzwischen in einer Videobotschaft versprochen, bald nach Afghanistan zurückzukehren.
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Die Taliban haben den Krieg in Afghanistan für beendet erklärt. Die neue Regierungsform werde in der nächsten Zeit bestimmt. Auf die Bildung einer Interimsregierung werde man sich allerdings nicht einlassen. Mittlerweile haben die neuen Machthaber eine allgemeine Amnestie verkündet. Dennoch versuchen viele Afghanen, ihr Land nach Kräften zu verlassen.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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