Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

„Lage hat sich weiter chaotisiert”: Maas strebt zivilen Weiterbetrieb des Kabuler Flughafens an

© AP Photo / Andrew HarnikBundesaußenminister Heiko Maas
Bundesaußenminister Heiko Maas  - SNA, 1920, 23.08.2021
Abonnieren
Die Lage am Flughafen in Kabul wird zunehmend chaotischer. Daher sollte er nach dem Willen von Außenminister Heiko Maas (SPD) auch nach dem Abzug der deutschen und anderen ausländischen Truppen weiter für Evakuierungsflüge genutzt werden können.
Deutschland sei mit den USA, der Türkei und anderen Partnern im Gespräch mit dem Ziel, einen zivilen Weiterbetrieb für Evakuierungsflüge zu gewährleiste. „Darüber werden wir auch weiter mit den Taliban sprechen müssen und tun dies auch“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur Maas. Nach dem Abzug der US-Truppen werde diesen eine besondere Rolle beim Betrieb des Flughafens zukommen.
Zur aktuellen Situation sagte der Minister : „Die Lage am und um den Flughafen hat sich in den vergangenen Stunden jedoch weiter chaotisiert.“ Die Bundesregierung empfehle nicht, dass sich Menschen auf eigene Faust auf den Weg dorthin machten. Es sei nicht gewährleistet, dass sie bis zum militärischen Teil des Flughafens kämen, was die Evakuierung erschwere. „So lange wir die Chance haben, werden wir so viele Menschen ausfliegen wie wir nur können“, versprach Maas. „Wir wissen aber, dass das Zeitfenster für die gegenwärtige Evakuierungsaktion nicht unbegrenzt offen stehen wird.“

Ausstellung von Visa in Nachbarstaaten „schnell und unkompliziert“

Maas präsentierte eine Reihe von Vorhaben, die schutzbedürftigen Afghaninnen und Afghanen auch nach dem Ende der derzeitigen Mission dabei helfen sollen, sich in Sicherheit zu bringen. Er habe mit seinen Amtskollegen in Usbekistan, Pakistan, Tadschikistan und Indien gesprochen, damit Afghanen, die eine Aufnahmezusage aus Deutschland haben, dorthin einreisen können. In den dortigen deutschen Botschaften sollen sie dann Einreiseanträge stellen können. „Unsere Botschaften in den Nachbarstaaten werden ihnen schnell und unkompliziert Visa ausstellen, wenn sie dort über die Landesgrenzen eintreffen“, sagte der Minister.
Ausländer aus Afghanistan in Deutschland

In Deutschland leben laut den Angaben des Portals Statista 271.805 Afghanen (Stand: 31. Dezember 2020). Im Jahr 2010 waren es 51.305 Menschen. Insgesamt lebten 11.432.460 Ausländer zum Ende 2020 im Land. In den Jahren 2001 bis 2020 seien insgesamt 5085 afghanische Staatsangehörige aus der Bundesrepublik Deutschland abgeschoben worden, davon 1497 nach Afghanistan, geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag im April dieses Jahres hervor.

ExpandierenMinimieren
In den deutschen Visastellen in Islamabad, Delhi und Taschkent solle das Personal aufgestockt werden, ebenso im Bundesamt für Auswärtige Angelegenheit, damit Anträge schnell bearbeitet werden könnten, so Maas . Schließlich sollten Programme für gefährdete afghanische Vertreter von Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Kunst oder von Menschenrechtsorganisationen mit zusätzlichen zehn Millionen Euro ausgestattet werden. Damit sollten unter anderem „vorübergehende Schutzaufenthalte und Stipendien“ finanziert werden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала