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AKK zu Afghanistan-Mission: „Was immer vor Ort passiert: Ich halte den Kopf hin“

© REUTERS / Michele Tantussi Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer - SNA, 1920, 23.08.2021
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Sobald die Evakuierungsoperation der Bundeswehr in Afghanistan zu Ende ist, will Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer laut ihren Aussagen gegenüber dem „Bild“-Sender über persönliche Konsequenzen aus den Fehlern vor der Machtübernahme der Taliban*-Bewegung nachdenken.
Die CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer offenbarte kürzlich gegenüber dem „Bild“-Sender:
„Für mich ist ganz klar: Ich bin die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt, und die muss vorne an Bord stehen in dem Moment, in dem eine so gefährliche militärische Mission läuft – in die ich die Leute ja auch geschickt habe. Wenn diese Mission zu Ende ist, dann werde ich für mich selbst sehr genau überlegen, welche Verantwortung ich getragen habe, welcher Verantwortung ich gerecht geworden bin, wo vielleicht auch nicht, und welche Schlüsse ich persönlich daraus ziehen muss.“
Ferner lobte sie die Arbeit der Einsatzkräfte vor Ort, darunter KSK, Sanitäter, Piloten und Fallschirmjäger, als „tollen Job“ und zeigte sich stolz auf „unsere Soldaten“.
Vor Ort sei Brigadegeneral Jens Arlt (Koordinator des Bundeswehreinsatzes am Flughafen Kabul) für sie derzeit der wichtigste Mann. Er habe „jede operative Freiheit, die er braucht“.
Und egal, was da vor Ort passiert, so AKK, sie „halte den Kopf hin“, sie „halte ihm den Rücken frei“. Das sei derzeit ihr wichtigster Job.
Nach der Machübernahme der Taliban in Afghanistan kritisieren die deutschen Politiker die Bundesregierung unermüdlich und versuchen, den wahren Schuldigen zu finden. Am 16. August, dem Tag nach der Einnahme Kabuls durch die Taliban, hatten bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Heiko Maas ihre Fehleinschätzung der Situation in Afghanistan eingeräumt. Die Erklärung von Annegret Kramp-Karrenbauer folgte danach:
„Unsere Lageeinschätzung war falsch, unsere Annahmen über die Fähigkeiten und die Bereitschaft zum afghanischen Widerstand gegen die Taliban zu optimistisch.“

Gefahr eines Anschlags am Flughafen

Am Montagmorgen hatten Unbekannte den Flughafen Kabul angegriffen. An dem Abwehrgefecht war auch die Bundeswehr beteiligt. Die US-Regierung hatte erst am Sonntag Sorgen vor einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS)** am Flughafen oder in der Umgebung geäußert.
Kramp-Karrenbauer hat die Lage in der afghanischen Hauptstadt Kabul als sehr angespannt beschrieben und bestätigt, dass es zunehmend Terrordrohungen gebe.
„Wir haben unglaublich viele Flüchtlinge in der Stadt, wir haben eine verschlechterte Versorgungslage, wir haben zunehmend auch Drohungen auch von anderen terroristischen Gruppen“, sagte die CDU-Politikerin am Montag bei „Bild TV“.
Auch der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, beschrieb im TV-Sender CNN die Bedrohung als „real“, „akut“ und „anhaltend“. Man nehme die Warnungen „absolut todernst“.
Die militant-islamistischen Taliban und der regional aktive Zweig des IS sind verfeindet und haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.

Blitzartiger Vormarsch der Taliban

Anfang August hatten die Taliban ihre Offensive gegen die Regierungstruppen in Afghanistan intensiviert. Am 15. August drangen die Kämpfer in die Hauptstadt ein und brachten den Präsidentenpalast unter ihre Kontrolle.
In der Nacht zum 16. August verkündete der Taliban-Sprecher Mohammad Naeem, dass der Krieg in Afghanistan beendet sei. Bald werde klar sein, wie das Land künftig regiert werde, sagte er.
Der afghanische Präsident, Aschraf Ghani, verließ das Land, um ein „Blutvergießen zu verhindern“. Drei Tage später versprach er in einer Videobotschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, bald nach Hause zurückzukehren. Vizepräsident Amrullah Saleh erklärte, er sollte nun verfassungsgemäß zum Staatsoberhaupt ernannt werden und rief zum bewaffneten Widerstand auf.
Alle Grenzübergänge in Afghanistan sollen derzeit von den Taliban kontrolliert werden. Die Mitarbeiter der ausländischen Botschaften sowie afghanische Ortskräfte, die für Ausländer behilflich waren, werden über den einzigen Flughafen von Kabul evakuiert, der von den US-Soldaten und anderen Nato-Militärs gehalten wird.
Die Bundeswehr hat inzwischen mehr als 2700 Menschen aus Kabul ausgeflogen, darunter mehr als 1800 Afghanen. In der Hauptstadt des Nachbarlandes Usbekistan, Taschkent, landete nach Angaben der Bundeswehr aus der Nacht ein Flugzeug mit 213 Passagieren.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
**Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten
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