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Lage in Afghanistan: Großteil humanitärer Helfer will das Land nicht verlassen

© AFP 2021 / Taylor SlaterEinsatzkräfte in Kabul
Einsatzkräfte in Kabul - SNA, 1920, 22.08.2021
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Humanitäre Helfer, die zurzeit in Afghanistan eingesetzt sind, weigern sich mehrheitlich, Kabul nach der Machtübernahme der Taliban* zu verlassen. Nach den Angaben des Kinderhilfswerks Unicef wollen sie vor allem um der Kinder willen im Land bleiben und den Bedürftigen humanitäre Hilfe leisten.
Alle Organisationen der Vereinten Nationen (UN), wie etwa das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), wollen nach Informationen der „Welt am Sonntag“ (WamS) weiter in dem krisengebeutelten Afghanistan bleiben. Nach Angaben des UN-Informationsbüros in Genf handle es sich dabei um etwa 300 ausländische und rund 3000 einheimische Mitarbeiter.
„In vielen Provinzen wurden wir von den Taliban gebeten, dass wir bleiben und unsere nachweislich erfolgreiche Arbeit für Kinder fortsetzen“, so die Unicef gegenüber der Zeitung.
Laut Einschätzung des UN-Büros in Kabul in dem „WamS“-Bericht wollen auch die meisten der über 150 nichtstaatlichen Hilfsorganisationen (NGOs) vor Ort bleiben. Dies betreffe mehrere Tausend Mitarbeiter.
Nach Angaben von Unicef würden – unabhängig von den politischen Entwicklungen – bereits fast zehn Millionen Mädchen und Jungen in Afghanistan humanitäre Hilfe benötigen.
Das Welternährungsprogramm (WFP) habe alleine in dieser Woche 80.000 Menschen mit Essen versorgen können. Insgesamt konnten 400.000 Flüchtlinge innerhalb des Landes verpflegt werden, so die Organisation gegenüber der DPA. Die Aktivitäten der Organisation mussten in einigen Gegenden kurzzeitig wegen Kämpfen und Gewalt unterbrochen werden.
Nach Angaben einer Sprecherin sollen die Hilfslieferungen kommende Woche wieder fortgesetzt werden.
Nach der Machtergreifung durch die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan wollen immer mehr Menschen das Land verlassen. Kabul, Hamid Karzai International Airport,18. August 2021 - SNA, 1920, 21.08.2021
Evakuierung aus Kabul: Augenzeugen berichten von Tausenden Menschen vor Eingängen zu Flughafen

Bundeswehr-Einsatz in Kabul

Die islamistischen Taliban hatten in den vergangenen Tagen in einem schnellen Tempo eine Stadt nach der anderen in Afghanistan erobert. Sie drangen am Sonntag auch in die Hauptstadt Kabul ein und nahmen den Präsidentenpalast ein.
Am Freitag wurde mitgeteilt, dass die Bundeswehr rund ein Dutzend Soldaten mit zwei Hubschraubern in die Hauptstadt Afghanistans verlege. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums können die Maschinen für die Rettung einzelner Bundesbürger oder auch Ortskräfte aus Gefahrenlagen eingesetzt werden.
Die Taliban haben den Krieg in Afghanistan nun für beendet erklärt. In der nächsten Zeit werde die neue Regierungsform bestimmt.
Aus Angst um ihr Leben versuchen nun verzweifelte Afghanen, aus dem Krisenstaat mit den Flugzeugen aus Deutschland und anderen westlichen Staaten zu fliehen. Nach den letzten Angaben werden sie erstmal nach Taschkent evakuiert. Dabei geht es vor allem um einzelne Bundesbürger und Ortskräfte aus Gefahrenlagen.
Am Samstagabend gab die Bundeswehr auf ihrer Twitter-Seite bekannt, zum jetzigen Zeitpunkt bereits 2134 schutzbedürftige Personen aus Afghanistan ausgeflogen zu haben.
In zwei Flügen konnten sie 213 Menschen evakuieren: Im ersten Flug waren es acht und im darauffolgenden 205. Auch die Situation am Flughafen wird im jüngsten Tweet des Verteidigungsministeriums als „sehr schwierig“ bezeichnet.
Dies lässt sich vor allem auf die tagtäglich wachsende Zahl der Afghanen vor dem Kabuler Flughafen zurückführen, die sich einen Platz in Militärmaschinen zu erkämpfen hoffen. Nach Angaben der deutschen Botschaft in Kabul kommt es nicht selten zu gefährlichen Situationen und bewaffneten Auseinandersetzungen an den Gates.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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