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Evakuierung aus Kabul: Augenzeugen berichten von Tausenden Menschen vor Eingängen zu Flughafen

© REUTERS / U.S. Marine Corps/Staff Sgt. Victor MancillaNach der Machtergreifung durch die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan wollen immer mehr Menschen das Land verlassen. Kabul, Hamid Karzai International Airport,18. August 2021
Nach der Machtergreifung durch die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan wollen immer mehr Menschen das Land verlassen. Kabul, Hamid Karzai International Airport,18. August 2021 - SNA, 1920, 21.08.2021
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In der afghanischen Hauptstadt Kabul belagern weiterhin Tausende Menschen die Eingänge zum Flughafen. Die von Panik ergriffenen Afghanen hoffen, sich einen Platz in deutschen oder US-amerikanischen Militärmaschinen zu erkämpfen. Jeden Tag wird die Menschenmenge größer. Darüber berichtete ein Mitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur (DPA).
Der Augenzeuge hatte bereits den gesamten Freitag an einem Eingang verbracht. Als er am Samstagmorgen (Ortszeit) dorthin zurückkehrte, habe sich die Menschenmenge noch einmal verdoppelt. Es fielen weiter praktisch durchgehend Schüsse.
Ein zweiter Augenzeuge sagte der DPA, dass sich dort Menschen aus allen Gesellschaftsschichten befänden: Schauspieler, bekannte Fernsehpersönlichkeiten, Jugendliche, Frauen mit Neugeborenen oder Menschen im Rollstuhl.
In einem Schreiben der deutschen Botschaft in Kabul mit Informationen zu den Evakuierungsflügen hieß es in der Nacht zu Samstag, die Lage am Flughafen sei weiterhin äußerst unübersichtlich. Es komme immer häufiger zu gefährlichen Situationen und bewaffneten Auseinandersetzungen an den Gates.
Der Zugang zum Flughafen sei nicht durchgehend gewährleistet und es sei wegen der unklaren Situation nicht möglich, vorab Informationen zu geben, wann die Tore geöffnet sein würden. Das US-Militär entscheide über Öffnung und Schließung der Tore – je nach Lage.
Flughafen Kabul - SNA, 1920, 20.08.2021
Luftbrücke aus Kabul: Über 1600 Menschen evakuiert – Geretteter beklagt fehlende Informationen
In dem Schreiben hieß es zudem, der Weg zum Flughafen erfolge auf eigene Verantwortung. Ein Transport vom individuellen Aufenthaltsort im Stadtgebiet zum Flughafen könne durch die deutsche Botschaft nicht geleistet werden.
Am Samstagmorgen (Ortszeit) waren zwei Hubschrauber der Bundeswehr in Kabul angekommen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums geht es dabei um eine „Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten“. Die Maschinen könnten für die Rettung einzelner Bundesbürger oder auch Ortskräfte aus Gefahrenlagen eingesetzt werden.
Laut dem jüngsten Tweet des Verteidigungsministeriums sind heute noch bis zu sechs Flüge geplant, um weitere Schutzbedürftige in Sicherheit zu bringen.

Siegeszug der Taliban

Die islamistischen Taliban* hatten in den vergangenen Tagen in einem schnellen Tempo eine Stadt nach der anderen in Afghanistan eingenommen. Sie waren am Sonntag auch in die Hauptstadt Kabul eingedrungen und haben bereits den Präsidentenpalast eingenommen. Die Bundesregierung hatte angesichts der dramatischen Lage am Freitag entschieden, das Botschaftspersonal auf ein Minimum zu reduzieren.
Militärtransportflugzeug C-17 in Kabul - SNA
Bis fünf Millionen weitere Flüchtlinge aus Afghanistan

Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet nach der Machtübernahme der Taliban damit, dass 300.000 bis fünf Millionen weitere Afghanen die Flucht ergreifen werden. Das sagte der CSU-Politiker nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am 16. August bei einer Unterrichtung der Bundestags-Fraktionschefs. Einen Zeitraum nannte er demnach nicht.

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Die Taliban haben den Krieg in Afghanistan nun für beendet erklärt. Die neue Regierungsform werde in der nächsten Zeit bestimmt. Auf die Bildung einer Interimsregierung werde man sich allerdings nicht einlassen. Mittlerweile haben die neuen Machthaber eine allgemeine Amnestie verkündet.
Nach der Machtübernahme der islamistischen Taliban-Kämpfer versuchen nun verzweifelte Afghanen, aus dem Krisenstaat mit den Flugzeugen aus Deutschland und anderen westlichen Staaten zu fliehen.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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