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 - SNA, 1920
Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

Aufnahme afghanischer Ortskräfte: Deutscher Entwicklungsminister befürwortet Lockerung von Kriterien

© REUTERS / MATTHIAS RIETSCHELDie Ankunft eines Buses mit afghanishcen Flüchtlingen in Doberlug-Kirchhain
Die Ankunft eines Buses mit afghanishcen Flüchtlingen in Doberlug-Kirchhain  - SNA, 1920, 21.08.2021
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Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat eine Ausweitung des deutschen Rettungseinsatzes in Afghanistan gefordert, um unter anderem Familien der zu evakuierenden afghanischen Ortskräfte nicht zu trennen. Zudem hat er für die Aufstockung der deutschen humanitären Flüchtlingshilfe plädiert.
Nach den bisherigen Vorschriften dürften afghanische Ortskräfte, deren Ehepartner und minderjährige Kinder auf die Ausreiselisten genommen werden, ausreisen, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Volljährige Kinder gehören demnach nicht dazu. Im Einzelfall sei es aber inhuman, Familien zu trennen.
„Und deshalb muss das geändert werden“, sagte Müller. Er sei froh, dass Innenminister Horst Seehofer (CSU) signalisiert habe, nicht an der bestehenden Regel festzuhalten.
Bundeswehr fliegt Schutzbedürftige aus Kabul aus - SNA, 1920, 21.08.2021
Afghanistan
Bundeswehr fliegt weitere 172 Schutzbedürftige aus Kabul aus
Laut dem Minister haben allein in der Entwicklungszusammenarbeit potenziell 1800 Ortskräfte und deren Familien nach den Kriterien der Bundesregierung Anspruch auf Ausreise. Bislang sei es aber erst für wenige von ihnen möglich gewesen, zum Flughafen in Kabul und auf eine der Evakuierungsmaschine zu kommen.
„Je schneller wir hier in den nächsten Tagen vorankommen, umso weiter können die Kriterien gefasst werden“, sagte Müller. „Volljährige Kinder, in früheren Zeiten Beschäftigte – es gibt gewaltig viele Hilferufe.“

Müller: Deutschland soll sich an Stärkung von UN-Hilfe mit 500 Millionen Euro beteiligen

Der Entwicklungsminister verlangte zugleich, die von der Bundesregierung angekündigten Mittel für humanitäre Flüchtlingshilfe aufzustocken. 100 Millionen Euro zusätzlich seien mit Blick auf die Herausforderungen entschieden zu wenig.

„Erforderlich ist eine internationale Sofortinitiative der G7 und G20 über fünf Milliarden Euro zur Stärkung der UN-Hilfsorganisationen in der Region, besonders des Welternährungsprogramms, von Unicef und des UN-Flüchtlingswerks UNHCR“, sagte er. Daran solle sich Deutschland mit 500 Millionen Euro beteiligen.

Nach der Machtergreifung durch die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan wollen immer mehr Menschen das Land verlassen. Kabul, Hamid Karzai International Airport,18. August 2021 - SNA, 1920, 20.08.2021
Afghanistan
Medien: Vertreter der früheren Regierung Afghanistans vermisst

Taliban intensivieren Jagd auf Kollaborateure des früheren Regimes

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Bericht des RHIPTO Norwegian Center for Global Analyses berichtet, dass die radikal-islamistische Bewegung Taliban* nach der faktischen Machtübernahme in Afghanistan eine schwarzen Liste mit Namen von Afghanen zusammenstellen sollen, die in Schlüsselpositionen mit der gestürzten Regierung oder mit den internationalen Truppen zusammengearbeitet haben.
Ausländer aus Afghanistan in Deutschland

In Deutschland leben laut den Angaben des Portals Statista 271.805 Afghanen (Stand: 31. Dezember 2020). Im Jahr 2010 waren es 51.305 Menschen. Insgesamt lebten 11.432.460 Ausländer zum Ende 2020 im Land. In den Jahren 2001 bis 2020 seien insgesamt 5085 afghanische Staatsangehörige aus der Bundesrepublik Deutschland abgeschoben worden, davon 1497 nach Afghanistan, geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag im April dieses Jahres hervor.

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Besonders gefährdet seien Personen, die in zentralen Positionen bei Militär, Polizei und Ermittlungsbehörden gewesen seien. „Die Taliban intensivieren die Jagd auf alle Personen und Kollaborateure des früheren Regimes und falls sie erfolglos sind, nehmen sie die Familien ins Visier, verhaften sie und bestrafen sie nach ihrer eigenen Auslegung der Scharia“, soll es im Bericht heißen.
Sicherheitsberater Fidelis Cloer  - SNA, 1920, 21.08.2021
Afghanistan
„Definitiv gab es einen Deal“: Afghanistanexperte über die Machtergreifung der Taliban – Video
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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