Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

US-Truppen in Zentralasien? Putin soll Bidens Vorschlag abgelehnt haben – Bericht

© AP Photo / Evan VucciUS-Präsident Joe Biden (Symbolbild)
US-Präsident Joe Biden (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.08.2021
Abonnieren
Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ vom gestrigen Donnerstag sprach sich Russlands Präsident Wladimir Putin beim Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Joe Biden in Genf im Juni dieses Jahres gegen eine Stationierung von US-Truppen in den Ex-Sowjetrepubliken Zentralasiens aus.
Demnach hatte Putin beim Treffen mit Biden in Genf eine Anwesenheit des US-Militärs in den zentralasiatischen Ländern für absolut unzulässig erachtet. Putins Absage an eine Stationierung amerikanischer Truppen im Präsenzgebiet der OVKS ist nach Darstellung der Zeitung ein Ausdruck für den Willen des Kremls, seine Machtposition in der Region zu erhalten. Ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Außenministeriums wird in dem Bericht mit den Worten zitiert: „Die Russen haben kein Interesse an US-Truppen dort hinten.“
Die USA hatten bereits Stützpunkte in Usbekistan und Kirgistan unterhalten, verließen diese Länder aber in den Jahren 2005 bzw. 2014. Kirgistan ist an der Organisation des Vertrags für kollektive Sicherheit (OVKS) beteiligt. Auch die zentralasiatische Republik Tadschikistan ist Mitglied der OVKS. Außerdem gehören Kasachstan, Armenien, Weißrussland und Russland diesem Verteidigungsbündnis an. Als Teilnehmerstaat der OVKS unterhält Russland mehrere Stützpunkte in Zentralasien.
Die Lage in Afghanistan nach dem Machtwechsel - SNA, 1920, 16.08.2021
Afghanistan
Lage in Afghanistan nach Machtübernahme der Taliban

Angespannte Lage in der Region

Laut dem Bericht schränkt die Position Putins in Bezug auf den Vorschlag Bidens die militärischen Fähigkeiten der USA in der Nahost-Region erheblich ein. Dieses Problem sei nun zusätzlich durch den Zusammenbruch der afghanischen Regierung verstärkt worden. Die USA müssten nunmehr auf ihre Stützpunkte am Persischen Golf ausweichen, was die Kosten amerikanischer Militäreinsätze in die Höhe treibe.
Die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken Usbekistan und Tadschikistan weisen eine gemeinsame Grenze mit Afghanistan auf. Diese Länder sind aufgrund der gegenwärtigen Lage in Afghanistan sehr beunruhigt. Auf sie kommen neben zunehmender Instabilität und terroristischer Bedrohung möglicherweise auch humanitäre Katastrophen infolge von Flucht und Vertreibung in Afghanistan zu. Afghanen sind bereits zu Tausenden aus Angst um ihr Leben vor den islamistischen Taliban* in das Nachbarland Tadschikistan geflohen.
Auch Russland beobachtet die Situation an der afghanisch-tadschikischen Grenze aufmerksam. Ein Übergreifen der Gewalt nach Zentralasien könnte im Rahmen der OVKS den Bündnisfall auslösen. Eine Entsendung russischer Truppen nach Afghanistan wird es nach Angaben des Kremls aber nicht geben.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала