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Kiew warnt abermals vor Nord Stream 2 als Waffe

© SNA / Dmitri Lelchuk  / Zur BilddatenbankBauarbeiten für die Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland
Bauarbeiten für die Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland - SNA, 1920, 20.08.2021
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Der ukrainische Präsident Selenski hat angekündigt, die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 beim Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Joe Biden Ende August zum Thema zu machen. Er sieht die russisch-europäische Gasleitung als wirtschaftliche Gefahr.
Nord Stream 2 sei ganz oben auf seiner Themenliste für das anstehende Gespräch mit dem US-Präsidenten Joe Biden am 31. August, sagte Selenski vor Journalisten. Solange das russisch-europäische Pipelineprojekt nicht in Betrieb genommen worden sei, werde Kiew alles dafür tun, seine eigenen Interessen im Streit um Nord Stream 2 durchzusetzen.
„Es ist doch ein langer Weg, selbst wenn bis zur kompletten Fertigstellung der Pipeline nur noch ein Prozent fehlt. Eine Gasleitung zu bauen, ist eine Sache. Sie in Betrieb zu nehmen, ist eine andere, es braucht Zeit. Internationale Gesetze und Standards sind einzuhalten, auch Garantien sind zu bedenken. Wir werden diese Zeit nutzen, um unsere Interessen zu schützen.“
Nach Angaben von Präsident Selenski kommen auf die Ukraine Einnahmenausfälle von jährlich bis zu zwei Milliarden Dollar zu, sollte der Transit von russischem Erdgas über ukrainisches Territorium eingestellt werden. Außerdem sind nach Auffassung des Präsidenten Preissteigerungen zu befürchten. „Nord Stream 2 ist eine Waffe. Moskau könnte die Liefermengen kürzen, um eine Erhöhung der Gaspreise auszulösen. In der heutigen Welt sind keine Maschinenkanonen nötig, um ein Land zu vernichten. Man kann einfach wirtschaftliche Instrumente nutzen.“
Gazprom Logo - SNA, 1920, 19.08.2021
Nord Stream 2: Gazprom sorgt mit Ankündigung für sinkenden Gaspreis in Europa

Gaspreis sinkt wegen Nord Stream 2

Der russische Energiekonzern Gazprom hatte gestern angekündigt, dieses Jahr mehr als 5,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 nach Deutschland liefern zu können. Vor dem Hintergrund dieser Ankündigung ist der Gaspreis in Europa um 20 Dollar gesunken. Statt 531 Dollar für 1000 Kubikmeter Erdgas werden nach Medienberichten inzwischen 511 Dollar verlangt.

Angriffe vorhergesehen

Vor einigen Tagen hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow vor weiteren Angriffen gegen die Gaspipeline Nord Stream 2 gewarnt. Er gehe aber davon aus, dass Russland seine Rechte in diesem Pipelineprojekt durchsetzen werde. „Solche Versuche sehen wir durchaus kommen. Aber ich will es noch mal sagen: Aufseiten des Projekts stehen nicht nur die Beschlüsse zweier Länder, Russlands und Deutschlands, von zahlreichen EU-Mitgliedern mitgetragen. Auf seiner Seite steht auch die juristische Wahrheit, für die wir einstehen werden“, sagte der russische Außenminister in einer Fachkonferenz.
Er verwies dabei auf die Wirtschaft, die nach wie vor zu Nord Stream 2 halte: „Nehmen Sie die Unternehmen, die das Projekt realisieren, die es initiiert und finanziert, die es bis zur letzten Meile fertiggestellt haben – sie haben es nie in Frage gestellt.“
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski (Archiv) - SNA, 1920, 19.08.2021
„Wir wissen, wie er endet“ – Selenski vergleicht Nord Stream 2 mit schlechtem Film

Ostsee-Pipeline Nord Stream 2

Die Gasleitung Nord Stream 2 soll russisches Erdgas über die Ostsee nach Deutschland zur Weiterleitung in andere EU-Staaten transportieren. Betreiber der Pipeline ist die Nord Stream 2 AG, eine Tochtergesellschaft des russischen Energiekonzerns Gazprom. Europäische Energiefirmen wie Shell, OMV, Uniper und Wintershall sind mit dreistelligen Millionenbeträgen am Projekt beteiligt.
Die USA versuchten gemeinsam mit Verbündeten in der EU, das russisch-europäische Pipelineprojekt durch Sanktionen zu verhindern, auch um Vorzugsbedingungen für das amerikanische Flüssiggas in Europa zu schaffen. Die Bundesregierung hat jedoch im Juli dieses Jahres mit der Biden-Administration eine Einigung zur Fertigstellung von Nord Stream 2 erzielt. Demnach sind zumindest vorläufig keine weiteren Sanktionen gegen das Pipelinevorhaben geplant.
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