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Luftbrücke aus Kabul: Über 1600 Menschen evakuiert – Geretteter beklagt fehlende Informationen

© AFP 2021 / Wakil KohsarFlughafen Kabul
Flughafen Kabul - SNA, 1920, 20.08.2021
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Die Bundeswehr hat seit Montag mehr als 1600 Menschen aus Afghanistan evakuiert. Im usbekischen Taschkent ist am Freitagmorgen eine weitere Transportmaschine mit 181 in Kabul aufgenommenen Menschen an Bord gelandet, twitterte die Bundeswehr. Gerettete berichten laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA) von schlimmen Erlebnissen.
Unter den geretteten Menschen befanden sich laut Angaben der Bundesregierung bis zum frühen Donnerstagabend neben afghanischen Ortskräften und anderen Hilfsbedürftigen mindestens 244 deutsche Staatsbürger. Das seien weit mehr als ursprünglich erwartet. Es wird vermutet, dass sich in dem Land immer noch mehrere hundert deutsche Staatsbürger aufhalten. Laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA) hat sich auf der Krisenliste des Auswärtigen Amts inzwischen „eine mittlere dreistellige Zahl“ deutscher Staatsbürger registrieren lassen.
Ursprünglich seien es knapp 100 gewesen. Viele hätten sich aber wegen der dramatischen Lage nach der Machtübernahme der Taliban* nachgemeldet. Die Zahlen sollen sich ständig ändern.
Am Donnerstag ist eine weitere Maschine mit Hunderten Geretteten in Frankfurt gelandet. Am Donnerstagmorgen befanden sich laut dem Auswärtigen Amt weitere insgesamt rund 500 Menschen an Bord zweier gecharterter Flugzeuge von Lufthansa und Uzbekistan Airways, die auf dem Weg nach Deutschland waren. Einem Lufthansa-Sprecher zufolge soll eine weitere Maschine am Nachmittag gelandet sein. In dem Airbus waren etwa 150 Menschen.
Die Bunderegierung arbeitet seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban am Sonntag an der Einrichtung einer Luftbrücke, um Deutsche und Afghanen in Sicherheit zu bringen.
Die Geretteten berichteten nach der Ankunft in Deutschland von schlimmen Erlebnissen und chaotischen Verhältnissen am Flughafen in Kabul. Es war schrecklich, sagte ein Deutscher mit afghanischen Wurzeln, Mahmud Sadjadi. Er habe Tote gesehen und Schüsse gehört. „Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit. Nur Chaos.“
Er habe eine Barriere der Taliban passieren müssen. Afghanische Sicherheitskräfte hätten geschossen. Er habe mitbekommen, wie Menschen gestorben seien. Ohne Pass sei kein Durchkommen zum Flughafen möglich gewesen, sagte Sadjadi laut DPA.
Er habe zwar der Bundesregierung für die Rettung gedankt, gleichwohl beklagte er aber auch fehlende Informationen. „Es gab keine Informationen, wo wir uns sammeln müssen, wann wir uns sammeln müssen“, bemängelte der evakuierte Mann. Er sei allein gelassen worden, auf seine Mails habe er keine Antwort bekommen. Andere Länder hätten ihre Leute mit Bussen eingesammelt und zum Flughafen gebracht. „Gott sei Dank ist alles gut gegangen“, sagte er.
Ein weiterer Mann, der seinen Namen nicht nennen wollte, habe von organisatorischen Schwierigkeiten bei der Rückkehraktion erzählt. „Die Situation ist schwer und nicht leicht unter Kontrolle zu bringen“, sagte die Person laut der DPA. Die Menschen in Afghanistan bräuchten aber Hilfe. Die Welt müsse den afghanischen Leuten helfen, forderte er.
Deutschlands Hilfe für Flüchtlinge

Deutschland ist zweitgrößter bilateraler Geber (2020 rund 447 Millionen US-Dollar) von UNHCR, so das Auswärtige Amt. Insgesamt hat Deutschland 2020 mehr als 900 Millionen Euro für Schutz und Versorgung von Flüchtlingen in über 30 Ländern aufgebracht. Damit UNHCR der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie und ihren Folgen in Flucht- und Vertreibungskontexten wirksam entgegentreten kann, hat das Auswärtige Amt seit Ausbruch der Pandemie zusätzliche 70 Millionen Euro bereitgestellt.

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*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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