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Afghanistan-Krise: Ischinger macht Trump für den „Sündenfall“ verantwortlich

© AP Photo / Matthias SchraderWolfgang Ischinger (Archivfoto)
Wolfgang Ischinger (Archivfoto) - SNA, 1920, 20.08.2021
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Der ehemalige US-Präsident Donald Trump trage eine große Mitschuld an der Lage in Afghanistan. Das sagte am Freitag der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz (MSN), Wolfgang Ischinger, gegenüber dem „Deutschlandfunk“.
„Der Sündenfall, der passierte ja lange vor dem Dienstantritt von (US-Präsident) Joe Biden“, sagte der Sicherheitsexperte Wolfgang Ischinger am Freitag dem „Deutschlandfunk“ (DLF). „Der Sündenfall war das Abkommen, das unter Donald Trump mit den Taliban* geschlossen wurde.“ Die militanten Islamisten hätten dann nur noch auf den Abzug der US-Truppen warten müssen.
Aus einer solchen Position der Schwäche mit den Taliban zu verhandeln, wünsche man nicht einmal seinem Feind. „Da war ja nichts mehr zu retten“, so Ischinger. Die chaotische Lage in dem Land nach der Eroberung durch die Islamisten beschreibt er als ein „Debakel“. Das könne niemand schönreden. Auch Biden hätte sich ein anderes Ende vorgestellt. „Man wusste im Weißen Haus, dass das womöglich schmutzig und schrecklich und auch mit unangenehmen Bildern versehen sein würde.“
Außerdem unterstrich der MSN-Chef, die Schuld für die aktuelle Lage sei nicht allein bei der afghanischen Armee zu suchen, deren Streitkräfte sich schnell ergeben haben. Dieses „schlimme Debakel“ hätte seiner Ansicht nach mit der Hilfe einer „reduzierten militärischen Präsenz der Nato“ verhindert werden können.
Etwa 640 Afghanen sitzen auf dem Boden eines US-amerikanischen Transportflugzeuges, 15. August 2021 in Kabul.  - SNA
Millionen afghanische Flüchtlinge und Binnenvertriebene

Von den 2,6 Millionen afghanischen Flüchtlingen (Stand: Ende 2020) leben fast 90 Prozent (über 2,2 Millionen) als registrierte Flüchtlinge in den Nachbarländern Pakistan (über 1,4 Millionen) und dem Iran (780.000), so das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Mehr als eine Million davon seien Kinder unter 14 Jahren. Drei Viertel der Flüchtlinge dort seien unter 25 Jahre alt. In Europa machen Asylbewerber aus Afghanistan noch vor Geflüchteten aus Syrien die größte Gruppe der Neuankömmlinge aus, hieß es. 2,9 Millionen Menschen in Afghanistan lebten Ende 2020 als Binnenvertriebene im eigenen Land.

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*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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