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Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

Neun Zahlen zu Deutschlands Hilfe für Afghanistan

© AFP 2021 / MARC TESSENSOHNDie Bundeswehr registriert die Evakuierten aus Kabul, Afghanistan, nach einem Covid-19-Schnelltest auf dem Flughafen in Tschkent, Usbekistan. (17.08.2021)
Die Bundeswehr registriert die Evakuierten aus Kabul, Afghanistan, nach einem Covid-19-Schnelltest auf dem Flughafen in Tschkent, Usbekistan. (17.08.2021) - SNA, 1920, 20.08.2021
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Wieviel Geld hat Deutschland Afghanistan im Laufe von fast 20 Jahren bereitgestellt und zu welchem Zweck sind diese Mittel eingesetzt worden? Nachstehend haben wir unter Berufung auf Angaben der Bundesregierung aufgelistet, was allein Deutschland für Afghanistan geleistet hat.
Für die humanitäre Hilfe für Afghanistan hat Deutschland insgesamt hunderte Millionen Euro ausgegeben und hunderte Objekte für die einheimischen Einwohner vor Ort gebaut. Nachstehend präzisieren wir nun, was genau und wie viel die Deutschen dort getan haben.

Deutschlands humanitäre Hilfe für Afghanistan

Die Bundesregierung hat im Rahmen ihres Afghanistan-Engagements von 2001 bis 2020 insgesamt rund 425 Millionen Euro für Maßnahmen der humanitären Hilfe bereitgestellt. Dies folgte aus einer Antwort des Bundeskabinetts auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag im April dieses Jahres. Schwerpunkte waren die Bereiche Binnenvertriebene und Rückkehrer, Ernährungssicherung, Wasser-, Sanitär und Hygieneversorgung, Unterkunft, Schutz und Gesundheit sowie humanitäre Katastrophenvorsorge. Deutschland unterstützte auch Projekte des humanitären Minen- und Kampfmittelräumens und der Minenopferfürsorge.

Was Deutschland in Afghanistan gebaut hat

Deutschland hat zwischen 2010 bis 2020 in Afghanistan im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Folgendes geleistet: 1440 Kilometer Straßen und 2390 Meter Brücken wurden neugebaut beziehungsweise erneuert. Darüber hinaus wurden 1497 Notunterkünfte (Shelter) gebaut, 395 Grund-, Berufs- und weiterführende Schulen und 18 Universitätsgebäude sowie 85 Krankenhäuser und Gesundheitszentren neu errichtet oder erneuert. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag im April dieses Jahres hervor. Aufgrund laufender Nacherfassung einzelner Projektdaten können die tatsächlichen Beiträge abweichen.
Taliban-Kämpfer in Kabul - SNA, 1920, 18.08.2021
Afghanistan
Westen in Afghanistan komplett gescheitert? Warum Kabul kampflos an Taliban fiel – Konfliktforscher
Afghanistan war laut der Deutschen Presse-Agentur bisher die Nummer eins unter den Empfängerländern deutscher Entwicklungshilfe. Für das laufende Jahr waren 250 Millionen Euro veranschlagt. Davon ist aber noch kein Euro ausgezahlt worden. Daneben flossen bisher Gelder aus anderen Ressorts an Afghanistan, zum Beispiel für humanitäre Hilfe oder Polizeiausbildung. Insgesamt hatte Deutschland für dieses Jahr 430 Millionen Euro zugesagt.

Zahl der Bedürftigen in Afghanistan

Die Zahl der Bedürftigen in Afghanistan ist gegenüber dem Vorjahr von 14,5 auf 18,4 Millionen Menschen gestiegen. Dies teilte die Bundesregierung im April 2021 unter Verweis auf das Büro der Vereinten Nationen (VN) für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit. Der humanitäre Bedarf in dem Land stieg demnach von 611,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2019 auf 1,3 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr.
Die Schwierigkeiten Afghanistans, die Ernährung seiner Bevölkerung sicherzustellen, beschleunigt sich seit Jahren. Ausbleibende Niederschläge haben dazu geführt, dass Ernten ausfallen, Tierfutter und Wasser knapp sind, erläutert Caritas international in seiner Pressemittelung vom 12. August 2021.
„Ein Trend, der zulegt: Vor sechs Jahren litten knapp ein Drittel (27 Prozent) der Afghanen an Hunger, im November 2020 waren es fast drei Mal so viel (76 Prozent), über drei Millionen Kinder sind mangelernährt“, so Caritas.
Die schlechte wirtschaftliche Situation im Land, den die Corona-Pandemie zusätzlich verschärfe, führe dazu, dass etwa 60 Prozent der Afghanen unterhalb der Armutsgrenze leben und dringend humanitäre Hilfe benötigten.

Humanitäre Hilfe der EU für Afghanistan

Die EU hat seit 1994 mehr als eine Milliarde Euro an humanitärer Hilfe für Afghanistan mobilisiert, teilte die Europäische Kommission Anfang Juli 2021 mit. Mit der Hilfe werde eine kritische Soforthilfe für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, einschließlich der Opfer von Krieg, Vertreibung und Naturgefahren, sichergestellt. Die Maßnahmen werden weiterhin Soforthilfe, Unterkünfte, Nahrungsmittelhilfe, Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, Bildung in Notsituationen und verschiedene Schutzdienste für Frauen und Kinder bieten, hieß es.
Anfang des Jahres 2021 plante der UNHCR noch mit einem Bedarf von 127 Millionen US-Dollar für die Hilfsmaßnahmen in Afghanistan, erläutert das UN-Flüchtlingshilfswerk. Durch die neuesten Entwicklungen werde dieser Hilfsbedarf jedoch weiter ansteigen.

Humanitäre Hilfe vs. Entwicklungszusammenarbeit

Aktion Deutschland Hilft, ein Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, präzisiert den Unterschied zwischen der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. Humanitäre Hilfe zielt demnach kurzfristig darauf ab, das Überleben von Menschen zu sichern, die unter gewalttätigen Konflikten oder den Auswirkungen von Naturkatastrophen leiden. Entwicklungszusammenarbeit (oft auch als Entwicklungshilfe bezeichnet) will dagegen die Lebensbedingungen und die wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Verhältnisse längerfristig und nachhaltig verbessern, damit Menschen ohne materielle Not und eigenverantwortlich ihr Leben gestalten können.

Soforthilfe für afghanische Flüchtlinge

Deutschland stellt 100 Millionen Euro Soforthilfe für Geflüchtete aus Afghanistan zur Verfügung, teilte das Auswärtige Amt am 19. August 2021 via Twitter mit. Mit dem Geld sollen internationale Hilfsorganisationen unterstützt werden, die die Menschen in den Nachbarländern unterstützen, hieß es.

Afghanische Flüchtlinge weltweit

Von den 2,6 Millionen (Ende 2020) afghanischen Flüchtlingen leben fast 90 Prozent (über 2,2 Millionen) als registrierte Flüchtlinge in den Nachbarländern Pakistan (über 1,4 Millionen) und Iran (780.000), teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR vor kurzem auf seiner Seite mit. Die weiteren drei Länder mit den meisten afghanischen Flüchtlingen sind Deutschland (148.000), Österreich (40.000) und Frankreich (32.000).
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Militärtransportflugzeug C-17 in Kabul - SNA
Bis fünf Millionen weitere Flüchtlinge aus Afghanistan

Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet nach der Machtübernahme der Taliban damit, dass 300.000 bis fünf Millionen weitere Afghanen die Flucht ergreifen werden. Das sagte der CSU-Politiker nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am 16. August bei einer Unterrichtung der Bundestags-Fraktionschefs. Einen Zeitraum nannte er demnach nicht.

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