Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde
 - SNA, 1920
Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

Deutsche Welle: Angehöriger eines Mitarbeiters von Taliban getötet

© AP Photo / Rahmat GulUnterstützer der Taliban (Archiv)
Unterstützer der Taliban (Archiv) - SNA, 1920, 20.08.2021
Abonnieren
Ein Familienangehöriger eines Journalisten des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle (DW) ist nach dessen Angaben in Afghanistan von Kämpfern der islamistischen Bewegung Taliban* erschossen worden.
Dabei handle es sich um eine gezielte Journalistenverfolgung, berichtete der Sender am Donnerstag. Die Taliban hätten im Westen Afghanistans von Haus zu Haus nach dem DW-Journalisten gesucht, der aber inzwischen in Deutschland arbeite.
Ein zweiter Familienangehöriger sei bei dem Angriff schwer verletzt worden. Weitere Familienmitglieder konnten laut dem Sender in letzter Sekunde entkommen und sind auf der Flucht. Die Identität des Journalisten wird nicht präzisiert.
Der DW-Intendant Peter Limbourg bezeichnete am Donnerstag die Tat als „unfassbar tragisch“. Sie belege die akute Gefahr, in der sich alle Mitarbeitenden des Senders und ihre Familien in Afghanistan befänden.
„Die Taliban führen in Kabul und auch in den Provinzen offenbar schon eine organisierte Suche nach Journalisten durch“, sagte Limbourg dem Bericht zufolge und forderte die Bundesregierung zum Handeln auf.
Außerdem schreibt die Deutsche Welle, dass in den vergangenen Wochen die Häuser von mindestens drei DW-Journalisten durchsucht worden seien. Nematullah Hemat vom privaten Sender Ghargasht TV soll laut dem Bericht des Senders mutmaßlich von den Taliban gekidnappt worden sein. Der Leiter des privaten Radiosenders Paktia Ghag Radio, Toofan Omar, soll laut DW unter Berufung auf Behördenangaben gezielt von Taliban-Kämpfern umgebracht worden sein.
Tote und verletzte Zivilisten in Afghanistan

Allein zwischen 2009 und 2020 sind bei Kampfhandlungen in Afghanistan 17.483 Zivilisten gestorben, teilt die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) in ihrem Bericht mit, der im Juli veröffentlicht wurde. 32.375 Zivilisten wurden demnach verletzt. Das alles sind erfasste Fälle. Im laufenden Jahr (vom 1. Januar bis 30. Juni) hat es im Land 1659 zivile Todesopfer sowie 3524 verletzte Zivilisten gegeben, hieß es.

ExpandierenMinimieren

Visa-Notprogramm für Mitarbeiter deutscher Medienhäuser

Vor einigen Tagen hatten deutsche Verlage, Redaktionen, Sender und Medienhäuser (darunter auch die Deutsche Welle, „Der Spiegel“, DPA) Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Heiko Maaß in einem offenen Brief dazu aufgerufen, ein Visa-Notprogramm für afghanische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutscher Medienorganisationen einzurichten.
„Nach dem Rückzug der internationalen Truppen, auch der deutschen, wachsen die Sorgen, dass es gegenüber unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu Racheakten der Taliban kommt. (...) Wir sind der Überzeugung: Es gilt jetzt, keine Zeit mehr zu verlieren. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Land verlassen wollen, drohen Verfolgung, Verhaftung, Folter und der Tod“, hieß es im Schreiben.

„Prioritätenlisten“?

Am Donnerstag hatte die Zeitung „The New York Times“ unter Berufung auf ein geheimes UN-Dokument berichtet, dass Taliban-Mitglieder die Suche nach jenen Menschen intensiviert hätten, die aus deren Sicht mit amerikanischen und Nato-Kräften gearbeitet haben sollen.
„Falls sie diese nicht finden können, drohen sie, die Familienmitglieder zu töten oder zu verhaften.“
AFP meldet unter anderem unter Berufung auf ein vertrauliches Dokument des norwegischen Zentrums für globale Analysen, dass die Taliban offenbar „Prioritätenlisten“ von Menschen haben, die sie verhaften wollen.

„Sie zielen auf die Familien derjenigen ab, die sich weigern, sich selbst aufzugeben, und verfolgen sowie bestrafen ihre Familien ,nach dem Scharia-Gesetz‘“, sagte Christian Nellemann, der Geschäftsführer der Gruppe, gegenüber der Nachrichtenagentur.

Etwa 640 Afghanen sitzen auf dem Boden eines US-amerikanischen Transportflugzeuges, 15. August 2021 in Kabul.  - SNA
Millionen afghanische Flüchtlinge und Binnenvertriebene

Von den 2,6 Millionen afghanischen Flüchtlingen (Stand: Ende 2020) leben fast 90 Prozent (über 2,2 Millionen) als registrierte Flüchtlinge in den Nachbarländern Pakistan (über 1,4 Millionen) und dem Iran (780.000), so das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Mehr als eine Million davon seien Kinder unter 14 Jahren. Drei Viertel der Flüchtlinge dort seien unter 25 Jahre alt. In Europa machen Asylbewerber aus Afghanistan noch vor Geflüchteten aus Syrien die größte Gruppe der Neuankömmlinge aus, hieß es. 2,9 Millionen Menschen in Afghanistan lebten Ende 2020 als Binnenvertriebene im eigenen Land.

ExpandierenMinimieren

Lage in Afghanistan

Vor dem Hintergrund des Abzugs des US-Militärkontingents aus Afghanistan hatten die Taliban eine Offensive eingeleitet und alle größeren Städte besetzt. Präsident Aschraf Ghani ist aus dem Land geflüchtet.
Die Taliban übernahmen am 15. August die Kontrolle über die Hauptstadt Kabul. Am Flughafen der Stadt kam es zum Tumult. Mehrere Menschen versuchten mit allen Mitteln, das Land zu verlassen. Einige klammerten sich an ein startendes Transportflugzeug der US-Armee. Es hat zwölf Todesopfer gegeben.
Gerhard Schröder - SNA, 1920, 20.08.2021
Afghanistan
Altkanzler Schröder gibt vier US-Präsidenten Schuld an „Desaster” in Afghanistan
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала