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Taliban-Sprecher gibt israelischem Sender versehentlich Interview – und spricht von Täuschung

© AFP 2021 / DIMITAR DILKOFFDer Taliban-Unterhändler Suhail Shaheen nimmt am 9. Juli 2021 an einer Pressekonferenz in Moskau teil.
Der Taliban-Unterhändler Suhail Shaheen nimmt am 9. Juli 2021 an einer Pressekonferenz in Moskau teil.  - SNA, 1920, 19.08.2021
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Der Sprecher der Taliban*, Suhail Shaheen, hat dem israelischen Fernsehsender „Kan 11“ ein Interview gegeben und später eine Täuschung als Grund dafür angegeben. Dies berichtet die Zeitung „The Times of Israel“.
Das am Dienstag ausgestrahlte Interview mit dem israelischen Journalisten Roi Kais habe für eine Überraschung gesorgt, da es so ausgesehen habe, dass Shaheen zugestimmt habe, mit einem Israeli zu sprechen, hieß es. Dabei habe Kai seinen TV-Sender angegeben, aber nicht präzisiert, aus welchem ​​Land er stamme.
In dem Interview sagte Shaheen, die Taliban würden nicht-muslimische Minderheiten in Afghanistan schützen, darunter Zebulon Simantov, welcher als der letzte dort lebende Jude bekannt sei. Er gab auch an, dass die Taliban keine Verbindungen zu der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas-Bewegung haben würden, die die Existenz Israels ablehne.
Einige Stunden danach habe er jedoch getwittert, keine Ahnung gehabt zu haben, mit wem er da gesprochen habe. Nachdem die Taliban die Macht in Afghanistan übernommen hätten, habe er jeden Tag viele Interviews mit Journalisten gehabt, schrieb Shaheen.
„Einige Journalisten tarnen sich vielleicht, aber ich habe noch kein Interview mit jemandem geführt, der sich als ein Vertreter der israelischen Medien vorstellte.“
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Afghanistan
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Suhail Shaheen wurde an der Universität Kabul ausgebildet. Während der ersten Taliban-Herrschaft (1996-2001) war er Redakteur deren englischsprachiger Zeitung „Kabul Times“. Danach war er stellvertretender Botschafter in Pakistan. Nach dem Einmarsch der US-Truppen ins Land 2001 zog er nach Katar, wo er Sprecher des Taliban-Politbüros wurde.

Lage in Afghanistan

Die Taliban hatten am Sonntag die Hauptstadt Kabul erreicht. Die islamistischen Kämpfer sind seit dem Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan landesweit auf dem Vormarsch. Die afghanische Regierung hatte sich zur Machtübergabe bereit erklärt, Präsident Aschraf Ghani floh ins Ausland und gestand in einer Facebook-Botschaft die Niederlage gegen die Taliban ein.
Die USA, Deutschland und weitere westliche Staaten haben ihre Botschaften in Kabul übereilt räumen und das Botschaftspersonal hastig evakuieren müssen. Am Flughafen Kabul kam es zum Tumult. Mehrere Menschen versuchten mit allen Mitteln, das Land zu verlassen. Einige klammerten sich sogar an ein startendes Transportflugzeug der US-Armee.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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