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Impfung gegen Covid-19: Andrang bei Kinder- und Jugendärzten

© CC0 / orzalaga / PixabayKinderarzt (Symbolbild)
Kinderarzt (Symbolbild) - SNA, 1920, 19.08.2021
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Nach dem Votum der Ständigen Impfkommission (Stiko) für eine Impfung gegen Covid-19 bei allen Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren ist die Nachfrage bundesweit sprunghaft angestiegen.
„Das ging sofort am Montag los“, sagte Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Der Andrang sei groß, es sei aber generell genug Impfstoff da. Engpässe seien nicht zu erwarten. Wegen der Nachbestellungen in den Praxen müsse man im Moment aber manchmal bis zu zwei Wochen auf Impftermine warten.

Sinneswandel der Stiko

Die Kommission hatte sich nach wochenlanger Prüfung am Montag für die Impfung aller Kinder und Jugendlichen ab zwölf ausgesprochen. Zuvor galt die Empfehlung des Gremiums nur eingeschränkt für chronisch kranke Kinder und Teenager. Nach dem gegenwärtigen Wissensstand überwögen die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen, heißt es nun. Für Kinder bis zwölf ist noch kein Impfstoff zugelassen.
Das Bundesgesundheitsministerium hatte bereits Ende Mai grünes Licht für die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf gegeben – nach ärztlicher Aufklärung und Beratung. Bisher seien es jedoch oft eher Teenager gewesen, die ihre Eltern von einer Impfung für sich überzeugt hätten, berichtete Maske.

Angst vor Ausgrenzung und Schulschließung

Nun legten auch die Eltern bei Terminbuchungen für ihre Kinder verstärkt los. Auf die medizinische Empfehlung der Impfkommission hätten viele gewartet, sagte Verbandssprecher Maske. Das politische Drängen zuvor habe manchmal eher Skepsis und Verunsicherung erzeugt. Motive von Eltern für die Impfung ihrer Kinder seien neben dem Gesundheitsschutz auch die Sorge vor einer Ausgrenzung nicht geimpfter Kinder in der Schule. Darüber hinaus wollten manche Eltern neue Schulschließungen durch möglichst viele geimpfte Kinder verhindern.
Neben den Kinder- und Jugendärzten böten unter anderem auch viele Hausärzte Impftermine für Kinder und Teenager an, sagte Maske. In mehreren Bundesländern sind auch spezielle Impfaktionen für die Jüngsten geplant.
Verbandssprecher Maske appellierte aber auch dringend an alle Eltern, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Ihr Erkrankungsrisiko sei deutlich höher als das ihrer Kinder, wenn Infektionen zum Beispiel aus der Schule nach Hause gelangten, betonte Maske.

Ein Viertel der Jugendlichen bereits geimpft

Nach Stiko-Angaben gibt es rund 4,5 Millionen 12- bis 17-Jährige in Deutschland. Nach Berechnungen des Robert-Koch-Instituts ist rund ein Viertel von ihnen bereits mindestens einmal gegen das Virus Sars-Cov-2 geimpft. Ab zwölf Jahren sind die Impfstoffe von den Firmen Biontech und Moderna zugelassen. Wie hoch die Impfquote bei der bisher jüngsten Altersgruppe werden wird, können die Kinder- und Jugendärzte noch nicht vorhersagen.
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