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Acht Fakten zu Flüchtlingen und Ausländern weltweit

© REUTERS / COURTESY OF DEFENSE ONEEtwa 640 Afghanen sitzen auf dem Boden eines US-amerikanischen Transportflugzeuges, 15. August 2021 in Kabul.
Etwa 640 Afghanen sitzen auf dem Boden eines US-amerikanischen Transportflugzeuges, 15. August 2021 in Kabul.  - SNA, 1920, 19.08.2021
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Die Zahl der Flüchtenden und Binnenvertriebenen wächst seit Jahren und hat nun einen neuen Rekordwert erreicht, nämlich 82,4 Millionen Menschen. Dies folgt aus den Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Mehr als zwei Drittel der Flüchtlinge weltweit kommen dabei aus fünf Ländern. Wir präsentieren Ihnen einige aktuelle Zahlen zum Thema.
Laut den Zahlen zu Flucht und Vertreibung, die vor kurzem vom UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi vorgestellt wurden, waren Ende 2020 82,4 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR verzeichnet wurde und entspricht einem Prozent der Weltbevölkerung.

82,4 Millionen Flüchtlinge weltweit

82,4 Millionen Menschen waren Ende 2020 wegen Konflikten, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen weltweit auf der Flucht, knapp drei Millionen mehr als im Vorjahr. Darunter sind fast 26,4 Millionen Flüchtlinge, von denen etwa die Hälfte unter 18 Jahren alt ist.
„Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch, der aus seiner Heimat vertrieben wurde, und ein Schicksal von Flucht, Entwurzelung und Leid“, so der UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi.
Der Großteil der gewaltsam Vertriebenen sind die so genannten Binnenvertriebenen (48 Millionen). Die übrigen Millionen Menschen sind Flüchtlinge unter UNCHR-Mandat (20,7 Millionen), palästinensische Flüchtlinge unter UNRWA-Mandat (5,7 Millionen), Asylsuchende (4,1 Millionen) und Vertriebene aus Venezuela (3,9 Millionen).
Flughafen Kabul - SNA, 1920, 17.08.2021
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Zwei Drittel Flüchtlinge kommen aus fünf Ländern

Mehr als zwei Drittel der Flüchtlinge weltweit kommen aus fünf Ländern: Syrien (6,7 Millionen), Venezuela (3,9 Millionen), Afghanistan (2,6 Millionen), Südsudan (2,2 Millionen) und Myanmar (1,1 Millionen). Dies folgt aus den Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Sein Report „Global Trends“ wird jedes Jahr zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni herausgegeben und bezieht sich auf Zahlen, die bis Ende Dezember des Vorjahres erfasst wurden.

Länder mit den meisten aufgenommenen Flüchtlingen

Fünf Länder haben fast 40 Prozent der weltweit Vertriebenen aufgenommen, so das Auswärtige Amt am 18. Juni 2021. Zu den Ländern mit den meisten aufgenommenen anerkannten Flüchtlingen (Stand: Ende 2020) gehören laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNCHR die Türkei (3,6 Millionen), Kolumbien (1,8 Millionen), Pakistan (1,4 Millionen), Uganda (1,4 Millionen) und Deutschland (1,1 Millionen). Die Zahl der Flüchtlinge wird unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Einreise angegeben. Staatenlose Menschen und Personen, über deren Asylantrag noch nicht entschieden wurde, sind in diesen Daten nicht berücksichtigt.

Länder mit den meisten Binnenvertriebenen

Zu den fünf Ländern mit den meisten Binnenvertriebenen gehören laut UNCHR (Stand: Ende 2020) Kolumbien (8,3 Millionen), Syrien (6,7 Millionen), die DR Kongo (5,2 Millionen), Jemen (4 Millionen) und Somalia (3 Millionen).

Ausländer in Deutschland

Zum Ende des Jahres 2020 lebten in Deutschland 11.432.460 Ausländer. Das folgt aus den Angaben des Portals Statista. Die Zahl der Ausländer im Land hat sich somit in den letzten zehn Jahren um ungefähr 69 Prozent erhöht. Der Ausländeranteil ist nun auf 12,7 Prozent gestiegen. Allein in der Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016 wuchs die Zahl der in Deutschland gemeldeten Ausländer um fast 1,9 Millionen, hieß es. Seit dem Schließen der Westbalkanroute und dem EU-Türkei-Abkommen vom 18. März 2016 kamen im Monatsdurchschnitt deutlich weniger Asylsuchende nach Deutschland.
Menschen nehmen an einer Mahnwache für Afghanistan vor dem West LA Federal Building in Los Angeles, Kalifornien, USA teil, den 17. August 2021.  - SNA, 1920, 18.08.2021
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Ausländer aus Afghanistan in Deutschland

In Deutschland leben laut den Angaben des Portals Statista 271.805 Afghanen (Stand: 31. Dezember 2020). Im Jahr 2010 waren es 51.305 Menschen. Insgesamt lebten 11.432.460 Ausländer zum Ende 2020 im Land. In den Jahren 2001 bis 2020 seien insgesamt 5085 afghanische Staatsangehörige aus der Bundesrepublik Deutschland abgeschoben worden, davon 1497 nach Afghanistan, geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag im April dieses Jahres hervor.
Von den 2,6 Millionen (Ende 2020) afghanischen Flüchtlingen leben fast 90 Prozent (über 2,2 Millionen) als registrierte Flüchtlinge in den Nachbarländern Pakistan (über 1,4 Millionen) und dem Iran (780.000), teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR vor kurzem auf seiner Seite mit. Demnach sind mehr als eine Million afghanische Flüchtlinge in Pakistan und im Iran Kinder unter 14 Jahren. Drei Viertel der Flüchtlinge dort seien unter 25 Jahre alt. In Europa machen Asylbewerber aus Afghanistan noch vor Geflüchteten aus Syrien die größte Gruppe der Neuankömmlinge aus, hieß es.
Militärtransportflugzeug C-17 in Kabul - SNA
Bis fünf Millionen weitere Flüchtlinge aus Afghanistan

Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet nach der Machtübernahme der Taliban damit, dass 300.000 bis fünf Millionen weitere Afghanen die Flucht ergreifen werden. Das sagte der CSU-Politiker nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am 16. August bei einer Unterrichtung der Bundestags-Fraktionschefs. Einen Zeitraum nannte er demnach nicht.

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80 Prozent aller Flüchtlinge leben in Regionen mit Ernährungsunsicherheit

Rund drei Viertel der Flüchtlinge (73 Prozent) leben im Nachbarland ihres Heimatstaates, folgt aus den Angaben des UNHCR-Reports „Global Trends“ 2020. Die meisten Flüchtlinge (86 Prozent) leben in Entwicklungsländern. Dabei leben 80 Prozent aller Vertriebenen in Regionen, in denen akute Ernährungsunsicherheit und Unterernährung herrscht.

Deutschlands Hilfe für Flüchtlinge

Deutschland ist zweitgrößter bilateraler Geber (2020 rund 447 Millionen US-Dollar) von UNHCR, so das Auswärtige Amt in seiner Pressemitteilung vom 18. Juni 2021. Insgesamt habe Deutschland 2020 mehr als 900 Millionen Euro für Schutz und Versorgung von Flüchtlingen in über 30 Ländern aufgebracht. Die Bundesregierung setzt sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie auch dafür ein, dass Staaten weiterhin Flüchtlingsschutz garantieren und Flüchtlinge in nationale Impfpläne aufgenommen werden, hieß es. Damit UNHCR der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie und ihrer Folgen in Flucht- und Vertreibungskontexten wirksam entgegentreten kann, hat das Auswärtige Amt seit Ausbruch der Pandemie zusätzliche 70 Millionen Euro bereitgestellt.
Lesen Sie zum Thema auch: Neun Zahlen zu Deutschlands Hilfe für Afghanistan
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