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Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

Im Kampf gegen Taliban-Inhalte sperrt Whatsapp für Bevölkerungsbeschwerden eingerichtete Hotline

© CC0 / PixabayPerson chattet per WhatsApp (Symbolbild)
Person chattet per WhatsApp (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.08.2021
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Der Messenger Whatsapp, ein Tochterunternehmen des US-Konzerns Facebook, hat auf seiner Plattform laut Medienberichten eine Hotline der islamistischen Bewegung Taliban* abgeschaltet.
Wie auch das soziale Netzwerk Facebook und eine weitere Tochter des Konzerns, Instagram, geht Whatsapp gegen Taliban-Inhalte auf seiner Plattform vor. Die Bewegung sei gemäß US-Gesetzgebung als Terrororganisation eingestuft und dürfe deswegen keine Dienste des Konzerns in Anspruch nehmen, zitiert die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag einen Facebook-Vertreter. Angesichts der sich verändernden Situation in Afghanistan ersuche man bei den US-Behörden um weitere Informationen.
Neben anderen Accounts und Gruppen wurde nach Informationen der Zeitung „Financial Times“ eine Hotline der Bewegung gesperrt. Unter der Nummer habe die Bevölkerung Kabuls Gewaltexzesse und Plünderungen melden können. Laut dem Blatt bezeichneten Experten in der Region die Sperre als „absurd“ und „nutzlos“.
Da die Chats mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt sind, haben grundsätzlich nur die beteiligten Nutzer, aber nicht die Plattform selbst, Zugang zu Inhalten der Unterhaltungen im Klartext. Der Messenger prüft dem Bericht zufolge jetzt aktiv Gruppennamen, Gruppenbeschreibungen und Profilbilder, um Kanäle der Taliban zu finden und von Whatsapp zu verbannen. Ein Team von Muttersprachlern, die die in Afghanistan gesprochenen Sprachen Dari und Paschtunisch beherrschen, arbeite mit daran.
Wie Instagram-Chef Adam Mosseri bei dem Sender Bloomberg TV sagte, suche Facebook proaktiv nach Taliban-freundlichen Inhalten und entferne sie von der Plattform. Die Situation entwickle sich rapide. Man werde anpassen müssen, was man mache und wie man das mache, um auf sich verändernde Risiken zu reagieren.
Alphabet, das Mutterunternehmen von Youtube, sagte nach Reuters-Informationen, die Taliban seien auf der Videoplattform seit Langem verboten. Wenn Regierungen Gruppierungen als ausländische Terrororganisationen einstuften, werde man entsprechend aktiv. Auch das Kurzclip-Netzwerk Tiktok entfernt eigenen Angaben zufolge weiter Inhalte, die die Taliban propagierten.
Der Kurznachrichtendienst Twitter soll sich auf Reuters-Anfrage bedeckt gehalten haben. Dort veröffentlichte ein Taliban-Sprecher, dessen Tweets von Hunderttausenden verfolgt werden, regelmäßig Informationen über die Lage im Land und die Machtübernahme. Twitter verwies auf Anfrage auf seine Regeln, wonach Hassbotschaften und gewaltsame Organisationen verboten sind. Ins Detail ging das Social Medium allerdings nicht und beantwortete auch die Frage nicht, ob das Unternehmen die Taliban als gewaltsam einstuft.
Grünen-Abgeordneter Cem Özdemir (Archivbild) - SNA, 1920, 18.08.2021
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Lage in Afghanistan

Die Taliban hatten am Sonntag die Hauptstadt Kabul erreicht. Die islamistischen Kämpfer sind seit dem Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan landesweit auf dem Vormarsch. Die afghanische Regierung hatte sich zur Machtübergabe bereiterklärt, Präsident Aschraf Ghani floh ins Ausland und gestand in einer Facebook-Botschaft die Niederlage gegen die Taliban ein.
Die USA, Deutschland und weitere westliche Staaten haben ihre Botschaften in Kabul übereilt räumen und das Botschaftspersonal hastig evakuieren müssen. Am Flughafen Kabul kam es zum Tumult. Mehrere Menschen versuchten mit allen Mitteln, das Land zu verlassen. Einige klammerten sich an ein startendes Transportflugzeug der US-Armee. Inzwischen ist von mindestens zehn Toten infolge der chaotischen Zustände die Rede.
Die Lage in Afghanistan nach dem Machtwechsel - SNA, 1920, 16.08.2021
Afghanistan
Bleiben und arbeiten oder evakuieren und vergessen – So verschieden handelt die Welt in Afghanistan
Nach einer Vereinbarung der Regierung des damaligen US-Präsidenten Donald Trump mit den Taliban vom letzten Jahr sollte der Abzug der Nato-Truppen schrittweise erfolgen. US-Präsident Joe Biden setzte jedoch den 31. August als Endtermin für den Truppenabzug an. Parallel zu den USA zogen auch die anderen Nato-Truppen aus Afghanistan ab, darunter die Bundeswehr.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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