Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Zur Sicherheit in Afghanistan: Westen muss mit Taliban ins Gespräch kommen – Ischinger

© AP Photo / Matthias SchraderWolfgang Ischinger (Archivfoto)
Wolfgang Ischinger (Archivfoto) - SNA, 1920, 18.08.2021
Abonnieren
Die Lage in Afghanistan spitzt sich mit großer Geschwindigkeit zu. Nach Ansicht des Leiters der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, muss man sich auf die neuentstandene Situation einstellen. Dazu gehört ihm zufolge auch ein Dialog mit der radikalen militärischen Bewegung Taliban*.
Man müsse Ortskräfte in Sicherheit bringen, das bedeute, Gespräche und Verhandlungen mit dem Machthabern – der Taliban – zu führen, erklärte Ischinger am Mittwoch gegenüber dem Bayrischen Rundfunk. Ob ein solcher Schritt eine förmliche, völkerrechtliche, staatsrechtliche Anerkennung beinhalten könne, sollten die Juristen entscheiden.
„Ich finde es auch richtig, dass wir das Reden mit den Taliban nicht etwa den Chinesen, den Russen und den amerikanischen Unterhändlern überlassen, sondern dass wir als Europäer, wir als Deutsche die Kontakte zu den neuen Machthabern suchen“, so der Experte.
Ischinger setzt auch große Hoffnungen auf die UNO. Er sehe eine gewisse Chance, dass der Sicherheitsrat diesmal seiner Pflicht zur Konfliktverhinderung, zur Konflikteindämmung nachkommen könne. Auch die Großmächte sollten laut ihm nicht zulassen, dass ein neues Al-Qaida-Nest in Afghanistan entstehe, hieß es.
Zudem hofft der Leiter der Sicherheitskonferenz, dass man eine Lehre aus 20 Jahren Einsatz in Afghanistan ziehe. Man müsse künftig genau überlegen, welche Ziele man bei einer Mission erreichen könne.

Lage in Afghanistan

Die Taliban hatten am Sonntag die Hauptstadt Kabul erreicht. Die radikalgesinnten Kämpfer sind seit dem Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan landesweit auf dem Vormarsch. Die afghanische Regierung hat sich zur Machtübergabe bereit erklärt, Präsident Aschraf Ghani floh ins Ausland und gestand in einer Facebook-Botschaft die Niederlage gegen die Taliban ein.
Die USA, Deutschland und weitere westliche Staaten haben ihre Botschaften in Kabul übereilt räumen und das Botschaftspersonal hastig evakuieren müssen.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала