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Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

Todesopfer, Kosten, Flüchtlinge: Elf Zahlen zu Afghanistan-Einsätzen

© AFP 2021 / Wakil KohsarFlughafen Kabul
Flughafen Kabul - SNA, 1920, 17.08.2021
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Bundesinnenminister Seehofer rechnet nach der Machtübernahme der Taliban damit, dass bis zu fünf Millionen weitere Afghanen die Flucht ergreifen werden. Wie viele afghanische Flüchtlinge es bereits gibt, wie viele Zivilisten sowie Militärs (darunter auch von der Bundeswehr) dort gestorben sind – diese und weitere Zahlen finden Sie nachstehend.
„Wir erleben in diesen Tagen eine menschliche Tragödie, für die wir Mitverantwortung tragen“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstag in Berlin. Die Bilder der Verzweiflung aus Kabul seien beschämend für den Westen. Viele Helfer der Bundeswehr und auch Frauen müssten nun aus Afghanistan evakuiert werden. Wie viele Bundeswehrsoldaten sich an Afghanistan-Einsätzen insgesamt beteiligt haben, wie viele von ihnen ums Leben kamen und was die Kampagne innerhalb von fast 20 Jahren für die deutschen Steuerzahler gekostet hat – die Antworten darauf zusammen mit den aktuellen Zahlen haben wir hier aufgelistet.

150.000 Bundeswehr-Soldaten im Einsatz

Am Hindukusch waren in den vergangenen fast 20 Jahren insgesamt über 150.000 Soldaten der Bundeswehr im Einsatz, twitterte die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer Ende Juni, als sie über das Ende der Mission informierte. „Ein historisches Kapitel geht zu Ende, ein intensiver Einsatz, der die Bundeswehr gefordert und geprägt hat, bei dem sich die Bundeswehr im Kampf bewährt hat“, so AKK. Es sei aber auch ein Einsatz gewesen, „bei dem Angehörige unserer Streitkräfte an Leib und Seele verletzt wurden, bei dem Menschen ihr Leben verloren haben, bei dem wir Gefallene zu beklagen hatten“.

59 Bundeswehr-Soldaten gestorben

59 deutsche Soldaten kamen in Afghanistan ums Leben, 35 von ihnen wurden im Gefecht oder durch Anschläge getötet. Das war bislang der höchste Blutzoll, den Deutschland in Auslandseinsätzen zu beklagen hat. Denn in anerkannten ausländischen Missionen, an denen sich die Bundeswehr seit 1992 beteiligt, sind insgesamt 115 deutsche Soldaten gestorben, so das Militär der Bundesrepublik.

3600 Gefallene der westlichen Allianz

Bei den Operationen OEF (Operation Enduring Freedom, 2001-2014) und OFS (Operation Freedom's Sentinel, 2015-2021) sind rund 3600 Soldaten und Soldatinnen der westlichen Allianz gestorben (Stand: 22.03.2021), erklärte das Portal Staista Anfang Juli. Die meisten Verluste hatten die Vereinigten Staaten (2452 Soldaten) und das Vereinigte Königreich (455 Soldaten). Darüber hinaus verloren ihr Leben über 150 Kanadier und mehr als 80 Franzosen. Rund 400 in Afghanistan gefallene oder verunglückte Soldaten stammten aus anderen Ländern. Allein an der Operation OEF beteiligten sich neben den erwähnten Staaten unter anderem auch Australien, Dänemark, Estland, Finnland, Italien, Lettland, Litauen, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Südkorea, Spanien,Schweden, Tschechien und Ungarn.
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18.000 zivile Todesopfer

Allein zwischen 2009 und 2020 sind bei Kampfhandlungen in Afghanistan 17.483 Zivilisten gestorben, teilt die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) in ihrem Bericht mit, der im Juli veröffentlicht worden ist. 32.375 Zivilisten wurden demnach verletzt. Das alles sind erfasste Fälle. Im laufenden Jahr (vom 1. Januar bis 30. Juni) hat es im Land 1659 zivile Todesopfer sowie 3524 verletzte Zivilisten gegeben, hieß es.

3-4 Monate

Bundeswehr-Soldaten wurden in der Regel für je vier bis sechs Monate eingesetzt.

12.156.000.000 Euro

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr von 2001 bis 2020 kostete den deutschen Steuerzahler mehr als zwölf Milliarden Euro, wie aus einer Antwort des Auswärtigen Amts auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag im April dieses Jahres hervorging.
Flughafen Kabul - SNA, 1920, 17.08.2021
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123 Fahrzeuge

Insgesamt müssen nach Deutschland 123 Fahrzeuge zurückgebracht werden, darunter Transporthubschrauber und -panzer, Einsatzfahrzeuge sowie Kran- und Tankwagen, teilte die Deutsche Presse-Agentur im April mit.

Sieben Verteidigungsminister und -ministerinnen

In der Zeit des Bundeswehreinsatzes waren insgesamt sieben Verteidigungsminister im Amt: Rudolf Scharping (SPD, 1998-2002), Peter Struck (SPD, 2002-2005), Franz Josef Jung (CDU, 2005-2009), Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, 2009-2011), Thomas de Maizière (CDU, 2011-2013), Ursula von der Leyen (CDU, 2013-2019), Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, 2019-amtierend).

2,6 Millionen Flüchtlinge

Von den 2,6 Millionen (Ende 2020) afghanischen Flüchtlingen leben fast 90 Prozent (über 2,2 Millionen) als registrierte Flüchtlinge in den Nachbarländern Pakistan (über 1,4 Millionen) und dem Iran (780.000), teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR vor kurzem auf seiner Seite mit. Demnach sind mehr als eine Million afghanische Flüchtlinge in Pakistan und im Iran Kinder unter 14 Jahren. Drei Viertel der Flüchtlinge dort seien unter 25 Jahre alt. In Europa machen Asylbewerber aus Afghanistan noch vor Geflüchteten aus Syrien die größte Gruppe der Neuankömmlinge aus, hieß es.
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Drei Millionen Binnenvertriebene

2,9 Millionen Menschen in Afghanistan lebten Ende 2020 als Binnenvertriebene im eigenen Land, folgt aus den Angaben von UNHCR. Allein im laufenden Jahr mussten weitere 550.000 Menschen durch gewaltsame Konflikte im Land ihre Häuser und Dörfer verlassen, hieß es weiter. Ein Großteil von ihnen seien Frauen und Kinder.

Bis 5.000.000 weitere Flüchtlinge

Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet nach der Machtübernahme der Taliban damit, dass 300.000 bis fünf Millionen weitere Afghanen die Flucht ergreifen. Das sagte der CSU-Politiker nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag bei einer Unterrichtung der Bundestags-Fraktionschefs. Einen Zeitraum nannte er demnach nicht.
Lesen sie zum Thema auch: Neun Zahlen zu Deutschlands Hilfe für Afghanistan
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