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Fast 1300 Tote bei Erdbeben in Haiti – nun droht Tropensturm

© AP Photo / Joseph OdelynErdbeben in Haiti
Erdbeben in Haiti  - SNA, 1920, 16.08.2021
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Kaum ist der Inselstaat Haiti von einem schweren Erbeben am Samstag erschüttert worden, naht schon die nächste potenzielle Naturkatastophe. Das Hurrikan-Zentrum rechnet für heute mit dem tropischen Tief „Grace“, das heftigen Regen mit sich bringen dürfte. Auch die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben kann noch höher werden.
Am Sonntagabend meldete der Zivilschutz des Landes 1297 Tote auf Twitter (Ortszeit). Befürchtet wird eine noch höhere Zahl, weil Tausende Gebäude zerstört wurden.
Menschen wurden unter eingestürzten Wohnhäusern, Hotels, Schulen, Kirchen begraben. Bergungsarbeiten und Hilfsmaßnahmen sind angelaufen. Nun könnte bereits am Montag ein tropisches Tief das Katastrophengebiet treffen.
Zuvor hatte der Leiter des Zivilschutzes, Jerry Chandler, von mindestens 724 Toten berichtet. Mehr als 5700 Menschen wurden verletzt, wie die Zeitung „Le Nouvelliste“ unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. Rund 13.700 Häuser wurden demnach zerstört und ebenso viele beschädigt.
Haiti befindet sich weiter in Alarmbereitschaft, die nächste Gefahr steht möglicherweise bereits bevor: Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami stufte Tropensturm „Grace“, der sich Haiti näherte, zwar herab. Es sagte aber heftigen Regen für die Dominikanische Republik und Haiti am Montag vorher, was die Rettungsarbeiten weiter beeinträchtigen könnte.
Das Beben, dessen Stärke die US-Behörde USGS mit 7,2 angab, hatte sich am Samstagmorgen rund zwölf Kilometer von der Gemeinde Saint-Louis-du-Sud in einer Tiefe von rund zehn Kilometern ereignet. Bei vielen teils starken Nachbeben hatten viele Menschen nach Berichten in sozialen Medien die Nacht auf Sonntag im Freien verbracht.
Krankenhäuser waren überlastet. Im Innenhof eines Hospitals in Jérémie, einer der am meisten betroffenen Städte, hatten Verletzte in Zelten auf ihre Behandlung gewartet. Straßen waren nach Erdrutschen versperrt.
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Teile des armen Karibikstaats waren bereits im Jahr 2010 von einem schweren Erdbeben verwüstet worden. Im Zentrum des Bebens lag damals Haitis dicht besiedelte Hauptstadt Port-au-Prince. 222.000 Menschen starben, mehr als 300.000 wurden verletzt. Mehr als eine Million Menschen verloren ihr Zuhause.
Auch politisch ist die Lage äußerst angespannt: Erst Anfang Juli war Staatspräsident Jovenel Moïse in seiner Residenz ermordet worden.
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