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Merkel spricht von bitteren Stunden in Afghanistan – Steinmeier sagt Opernbesuch ab

© REUTERS / CHRISTIAN MANGBundeskanzlerin Angela Merkel gibt Pressekonferenz zu Corona-Maßnahmen
Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt Pressekonferenz zu Corona-Maßnahmen - SNA, 1920, 16.08.2021
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Nach der Übernahme der afghanischen Hauptstadt Kabul durch die Taliban* spricht die deutsche Kanzlerin Angela Merkel von „bitteren Stunden“. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagt wegen der Zuspitzung in Afghanistan einen Opernbesuch in Bayreuth ab. Unterdessen hat die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Kabul begonnen.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur machte Merkel am Montag in einer Sitzung des CDU-Präsidiums deutlich, wie wichtig die gerade angelaufene Aktion der Bundeswehr zur Rettung von deutschen Staatsangehörigen, Angehörigen der Botschaft und Ortskräften sei.
Laut der Kanzlerin ist die Sicherung des Flughafens in Kabul nur mit Unterstützung von US-Truppen möglich. Dadurch werde deutlich, was man könne und was nicht, sagte Merkel nach diesen Informationen offenbar auch mit Blick auf die Möglichkeiten der Bundeswehr. Mit Blick auf die drohenden Flüchtlingsbewegungen machte Merkel klar, wie wichtig es sei, die Nachbarländer Afghanistans sowie die gesamte Region zu unterstützen.
Angesichts der schwierigen Sicherheitslage in Afghanistan sagte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen für diesen Montag geplanten Besuch der Bayreuther Wagner-Festspiele ab. Laut DPA wollte sich Steinmeier eine „Tannhäuser“-Inszenierung ansehen.
Skyline von Kabul nach Sieg der Taliban
Um sich ein eigenes Bild von der dramatischen Situation in Afghanistan zu machen, werde der Bundespräsident am Montag unter anderem mit Außenminister Heiko Maas (SPD) und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sowie mit Fachleuten für die Region telefonieren, teilte die Sprecherin in Berlin mit.
Nach Beginn des internationalen Truppenabzugs aus Afghanistan im Mai konnten die Taliban praktisch das gesamte Land unter ihre Kontrolle bringen. Der afghanische Präsident, Aschraf Ghani, setze sich am Sonntag ins Ausland ab. Nur wenige Stunden später nahmen die Taliban den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Kabul ein. Die Bundesregierung versucht unter Hochdruck, mit Hilfe der Bundeswehr Mitarbeiter der inzwischen geschlossenen deutschen Botschaft und andere Deutsche sowie afghanische Ortskräfte außer Landes zu bringen.
Dazu schickte die Bundeswehr einen Airbus A400M nach Afghanistan. Das Flugzeug, das am frühen Morgen aus Wunstorf in Niedersachsen gestartet war, soll mehr als 100 deutsche Staatsbürger in die usbekische Hauptstadt Taschkent bringen. In der Nacht zu Montag landeten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 40 Mitarbeiter der deutschen Botschaft mit einem US-Flugzeug in Doha im Golfemirat Katar. Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen heute noch zwei weitere Flieger nach Afghanistan starten.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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