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Japan plante Einsatz von Bio-Bombe im Zweiten Weltkrieg – Geheimarchiv des FSB

© SNA / Andrey StanavovGasmasken (Archivbild)
Gasmasken (Archivbild) - SNA, 1920, 16.08.2021
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Die japanische Armee hat im Jahr 1944 den Einsatz einer biologischen Waffe gegen die Alliierten vorbereitet. Dies geht aus bisher geheim gehaltenen Verhörprotokollen hervor, die der russische Inlandsgeheimdienst FSB nun zur Veröffentlichung freigegeben hat.
Ein russisches Militärtribunal befasste sich im Dezember 1945 mit den Kriegsverbrechen japanischer Offiziere im Zweiten Weltkrieg. Mehrere Tage dauerte die Verhandlung, die als Kriegsverbrecherprozess von Chabarowsk in die Geschichte eingegangen ist. Hauptangeklagter in diesem Prozess war der japanische General Yamada Otozo, letzter Befehlshaber der größten Heeresgruppe innerhalb der japanischen Streitkräfte: der Kwantung-Armee. Der russische Geheimdienst FSB hat nun einige Aufzeichnungen aus den Verhören des Generals zur Veröffentlichung freigegeben.
Aus den Protokollen geht hervor, dass das Kommando der Kwantung-Armee 1944 eine Spezialeinheit damit beauftragt hatte, die Herstellung biologischer Kampfstoffe erheblich zu steigern: ein deutliches Indiz für die Vorbereitung auf den Einsatz einer biologischen Waffe. Im besagten Kriegsverbrecherprozess gab ein Offizier an, General Yamada im Herbst 1944 über die erfolgreiche Zündung einer „Bombe des Typs Ishii“ berichtet zu haben. Der General hat die Angaben des Zeugen laut den nun veröffentlichten Protokollen nicht bestritten: „Wie ich bereits angab, war dieser Bericht von mir bestätigt worden“, sagte Yamada vor Gericht.
Die „Bombe des Typs Ishii“ war ein aus Keramik bestehender und mit pestverseuchten Läusen gefüllter Sprengkörper. Wenn dieseBombe in einer Höhe von 50 bis 100 Meternexplodieren würde, so würden sich die Krankheitserreger weiträumigverteilen. Benannt wurde die Bombe nach dem japanischen General Ishii Shiro, einem Mikrobiologen und Chef der Sondereinheit 731.
Diese innerhalb der Kwantung-Armee angesiedelte Einheit experimentierte mit biologischen Kampfstoffen an koreanischen, chinesischen und sowjetischen Kriegsgefangenen. Dazu wurden die Gefangenen mit Pest-, Cholera- und Typhusbakterien sowie anderen Krankheitserregern infiziert. Die allermeisten Probanden verstarben qualvoll an den Folgen der Infektion. Wer überlebte, wurde zu Versuchszwecken erneut infiziert.
US-Zerstörer USS Porter - SNA, 1920, 25.07.2021
Dritter Weltkrieg aus der Sicht eines ehemaligen US-Admirals
Um die Ausbreitung und die Auswirkungen der Infektionen zu untersuchen, wurden den Kriegsgefangenen bei lebendigem Leibe Organe entnommen. Insgesamt starben bei den Versuchen der Sondereinheit 731 nach Angaben ihrer Mitglieder circa 3.000 Menschen. In unabhängigen Schätzungen ist von bis zu 10.000 Menschen die Rede.
Im Kriegsverbrecherprozess von Chabarowsk wurde festgestellt, dass General Yamada das Kommando über die Sondereinheit 731 sowie über die Sondereinheit 100, die sich ebenfalls mit der Erforschung biologischer Kampfstoffe befasste, führte und somit an der Vorbereitung eines Krieges mit biologischen Waffen aktiv mitwirkte. Er wurde zu 25 Jahren Haft in einem sowjetischen Lager verurteilt. General Ishii Shiro gelang es, einer Verurteilung zu entgehen, weil die Amerikaner ihn 1945 unter Schutz gestellt hatten. Später arbeitete Ishii in den USA und in Japan, wo er 1959 verstarb.
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