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„Ein Desaster“: Seehofer hält Afghanistan-Einsatz für gescheitert und erwartet mehr Flüchtlinge

© Foto / Public domain / Master Sgt. Alejandro LiceaAmerikaner in Afghanistan (Archivbild)
Amerikaner in Afghanistan (Archivbild) - SNA, 1920, 15.08.2021
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Deutschlands Innenminister Horst Seehofer hält den Bundeswehreinsatz in Afghanistan für gescheitert. Die aktuelle Situation am Hindukusch bezeichnet der CSU-Politiker als ein Desaster und warnt vor einer neuen Flüchtlingswelle nach Europa.
Das große Ziel des Afghanistaneinsatzes sei es gewesen, die Lebensbedingungen für die Menschen zu verbessern und Stabilität ins Land zu bringen, sagte Seehofer im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen. „Heute muss man leider festhalten: Das ist gescheitert“.
In Richtung Afghanistan blickt der Innenminister mit großer Sorge: „Was im Moment in Afghanistan geschieht, ist ein Desaster.“ Trotzdem glaubt er, dass „Motivation für den Einsatz in Afghanistan“ im Jahr 2001 berechtigt war. „Hinzu kam die Bündnistreue gegenüber den Amerikanern nach dem 11. September 2001. Aber im Ergebnis ist der langfristige Einsatz nach 20 Jahren relativer Stabilität gescheitert.“
Kämpfe in der afghanischen Provinz Herat  - SNA, 1920, 15.08.2021
Afghanistan
Taliban starten Offensive gegen Kabul – alle Grenzübergänge Afghanistans unter ihrer Kontrolle
Ein erneutes militärisches Eingreifen in Afghanistan schließt der Minister aus. Angesichts großer Gebietsgewinne der radikalislamischen Taliban* befürchtet er, dass die Zahl der Flüchtlinge deutlich ansteigen wird. „Man muss damit rechnen, dass sich Menschen in Bewegung setzen, auch in Richtung Europa“, sagte Seehofer. „Das ist keine Angstmache, sondern eine realistische Beschreibung der Situation.“

Renzi: Afghanistan-Rückzug „historischer Irrtum“

Der frühere italienische Regierungschef Matteo Renzi hat den von US-Präsident Joe Biden eingeleiteten Rückzug der internationalen Truppen aus Afghanistan als „historischen Irrtum“ kritisiert.
„Washington habe schon unter dessen Amtsvorgänger Donald Trump auf ein Abkommen mit den Taliban gesetzt, aber das sei mit jenen ausgeschlossen, sagte Renzi in einem Interview der römischen Tageszeitung „La Repubblica“. „Ich weine, wenn ich an die Frauen Kabuls denke, denen alle Rechte weggenommen werden. Wie kann die freie Welt eine Niederlage eines solchen Ausmaßes hinnehmen“, zitiert ihn die DPA.
Seit Beginn des internationalen Truppenabzugs aus Afghanistan im Mai konnten die Taliban in mehreren Offensiven weite Gebiete unter ihre Kontrolle bringen. Die Regierungsarmee versucht bislang vergeblich, den Vormarsch der radikalen Islamisten mit Gegenangriffen zu stoppen.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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