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„Davonzulaufen ist doch keine Lösung“: Kölner Kardinal Woelki will weitermachen

© AP Photo / Andrew MedichiniKardinal Rainer Maria Woelki
Kardinal Rainer Maria Woelki - SNA, 1920, 15.08.2021
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Das Erzbistum Köln steckt wegen des Umgangs mit Fällen sexuellen Missbrauchs seit Monaten in einer Vertrauenskrise. Trotz massiver Kritik will Kardinal Rainer Maria Woelki das Erzbistum auch in Zukunft weiter führen und fühlt sich durch ermutigende Briefe bestärkt.
Er sei keineswegs isoliert, sagte der 64-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist nicht so, als ob alle sagen würden: „Wir wollen mit dem nicht zusammenarbeiten. Ich habe außerdem Hunderte von Briefen erhalten, die mich auffordern, weiterzumachen.“
„Wir handeln nicht im Sinne Christi, wenn wir uns gegenseitig blockieren oder mit irgendwelchen Unterstellungen schachmatt setzen“, sagte der Erzbischof weiter.
Einen Rücktritt lehnte er ab. „Davonzulaufen, ist doch keine Lösung“, sagte Woelki. „In einer Familie oder unter Freunden geht man nicht einfach auseinander, wenn es schwer wird. Man ringt und versucht, Lösungen zu finden.“ Die Herausforderungen würden auch bei einem anderen Erzbischof dieselben bleiben.
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Das Erzbistum befindet sich in einer Krise, seit Woelki vor knapp einem Jahr entschieden hatte, ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Fällen von sexuellem Missbrauch wegen rechtlicher Bedenken nicht zu veröffentlichen. Stattdessen gab er ein neues Gutachten in Auftrag. Dieses Vorgehen löste eine Welle von Kirchenaustritten aus.
Im Juni war dem Erzbischof in einer Sitzung seines wichtigsten Beratergremiums heftige Kritik entgegengeschlagen. Zahlreiche Mitglieder des Diözesanpastoralrats machten deutlich, dass sie kein Vertrauen mehr in ihn hätten.
Wie DPA damals aus Kirchenkreisen erfuhr, führt Woelki die Kritik an seiner Person darauf zurück, dass er als erster Bischof den sexuellen Missbrauch aufgearbeitet habe. Zudem werde ihm sein Widerstand gegen den derzeitigen Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland, den Synodalen Weg, verübelt.
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