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Anstelle von Inzidenz: Bundesländer auf der Suche nach „Glücksformel“

© CC0 / geraltCoronavirus (Symbolbild)
Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.08.2021
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Der Inzidenzwert soll künftig nicht mehr das einzige Kriterium bei der Bewertung der Corona-Lage sein. Auch Belegung der Krankenhäuser, Impfquote, Zahl der schweren Krankheitsverläufe und Kontaktnachverfolgung kommen durchaus in Betracht. Im Zuge der Ministerpräsidentenkonferenz kamen die Bundesländer aber weiterhin auf keinen gemeinsamen Nenner.
In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur kündigten zahlreiche Landesregierungen an, zur Bewertung des Infektionsgeschehens künftig auch weitere Kriterien heranzuziehen.
Die endgültige „Glücksformel“, von der Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gesprochen hatte, wird allerdings weiterhin gesucht. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) gab es vergangenen Dienstag keine Verständigung auf neue Parameter, die als Grundlage für neue Einschränkungen oder Lockerungen dienen könnten.
„Klar ist, dass es neben der Inzidenz auch einen Blick in die Kontaktnachverfolgung und die Situation in den Krankenhäusern geben wird“, hieß es aus dem Bremer Gesundheitsressort.

Sieben-Tage-Inzidenz beibehalten oder nicht?

Während Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerium an den neuen Regelungen arbeitet, entschied Baden-Württemberg, die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz aus der Corona-Verordnung des Landes komplett zu streichen. Damit dürfen dort ab kommendem Montag unabhängig von der Entwicklung der Infektionen alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dabei muss aber die sogenannte neulich eingeführte 3G-Regel befolgt werden – das heißt, alle sollen entweder geimpft, genesen oder getestet sein.
Niedersachsen kündigte gleichzeitig an, neben der Inzidenz weitere Bewertungsmaßstäbe in seine Corona-Verordnung aufzunehmen, wie etwa die Auslastung der Krankenhäuser. Die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken scheint als zusätzliches Entscheidungskriterium weitgehend unstrittig zu sein.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern fließen die Klinikeinweisungen sowie der Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in die tägliche Risikobewertung ein.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält hingegen die Sieben-Tage-Inzidenz für ausreichend: Sie habe sich bewährt. Seiner Meinung nach sind weitere Parameter zur Einschätzung des Infektionsgeschehens nicht nötig.
„Der Beschluss der MPK, ab einem Wert von 35 eine Testpflicht für Ungeimpfte einzuführen, ist einfach und richtig.“
Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler nimmt am 13. Juli 2021 in Berlin an einer Pressekonferenz zu Corona-Pandemie teil. - SNA, 1920, 28.07.2021
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Zusätzliche Parameter stehen zur Diskussion

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte sich Anfang des Monats schon dafür eingesetzt, weitere Kriterien heranzuziehen. Sein bayerischer Amtskollege Markus Söder ist zwar für die Bewertung anhand der Inzidenzwerte, hält aber eine Einbeziehung der Klinikbelegung ebenfalls für sinnvoll. Zudem möchte der CSU-Chef die Schwellenwerte erhöhen, weil er angesichts des Impffortschritts bei einer Inzidenz von 50 keine Gefährdungslage mehr sieht.
Schleswig-Holstein befürwortet ebenfalls zusätzliche Indikatoren und will dies spätestens bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz bundeseinheitlich regeln. Dabei solle unter anderem auch die Impfquote Berücksichtigung finden.
Auch die Regierung von Rheinland-Pfalz strebt „ein gemeinsames System aus verschiedenen Indikatoren“ an.
Das Bundesgesundheitsministerium erklärte, zur Beurteilung der Lage sei die Sieben-Tage-Inzidenz „ein wichtiger, aber nicht der alleinige Faktor“. Es gebe nach wie vor weitere Indikatoren wie die Impfquote, die Zahl der schweren Krankenhausfälle, freie Intensivkapazitäten oder den R-Wert.
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