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Timanowskaja über Flucht aus Belarus: „Für mich gibt es kein Zurück“

© REUTERS / StringerBelarussische Sprinterin Timanowskaja
Belarussische Sprinterin Timanowskaja  - SNA, 1920, 14.08.2021
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Die 24-jährige belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja hat im „Zeit“-Interview am Samstag offenbart, dass sie sich nach ihrer Flucht nicht als Symbol der Freiheit fühle. Nach ihrer Landung in Polen hatte sie eine harte Zeit und sie macht sich auch dort weiterhin Sorgen um ihre Sicherheit.
„Vielleicht bin ich eher ein Beispiel dafür, dass man keine Angst haben sollte, dass man nicht schweigen sollte. Obwohl ich selbst lange Angst hatte und lange geschwiegen habe. Aber ich hatte weniger Angst um mich als um meinen Mann und meine Eltern“.
Nach dem 9. August sei es für sie eine schwere Zeit gewesen. Sie habe zwei Wochen pausieren müssen, so Timanowskaja. Zu der Zeit habe sie auch eine Art Depression gehabt und daher versucht, sich keinen negativen Nachrichten auszusetzen. Dann habe sie aber natürlich mitbekommen, wie die Leute, die einfach nur bei einer Demonstration waren, entlassen wurden, wie sie geschlagen wurden und wie sie ins Gefängnis kamen.
Das ganze Jahr habe sie aus Angst vor den Folgen versucht, alles so zu formulieren, dass sie „nichts Politisches“ sage. Sie liebe zwar ihr Land, Belarus sei ihre Heimat. Aber für sie „gibt es kein Zurück“:
„Ich habe nichts mehr zu verbergen, im Gegenteil: Ich hätte gerne, dass auch alle anderen Belarussen die Wahrheit sagen. Es ist aber ganz klar, dass diejenigen, die in Belarus leben, das nicht so einfach können. Wenn sie etwas Kritisches sagen, kommen sie sofort ins Gefängnis“.
Kristina Timanowskaja - SNA, 1920, 09.08.2021
Weißrussische Sportlerin in Polen: Timanowskaja über ihre Sicherheit besorgt

Olympia-Skandal um belarussische Leichtathletin

Timanowskaja hätte bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio im 200-Meter-Sprint der Damen für ihr Heimatland Weißrussland antreten sollen.
Dann sollte sie aber nach eigenen Angaben nach einem Konflikt mit Sportfunktionären bei den Olympischen Spielen in Tokio gegen ihren Willen in ihr Heimatland zurückgebracht werden, das von Präsident Alexander Lukaschenko autoritär regiert wird.
Sie hatte sich dann an die japanische Polizei und das IOC gewendet. Der Sportlerin hatten mehrere Staaten Hilfe oder Asyl angeboten. Derzeit befindet sie sich in Polen, das ihr ein humanitäres Visum erteilt hat.
Anfang August hatte das belarussische NOK erklärt, dass Timanowskaja „aufgrund ihres emotionalen und psychischen Zustands“ nicht mehr an den Olympischen Spielen teilnehmen könne.
Nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl am 9. August 2020 war es in der Ex-Sowjetrepublik zu Massendemonstrationen gegen Lukaschenko gekommen. Von dem massiven Vorgehen der Regierung gegen Oppositionelle und Andersdenkende waren auch Sportler betroffen.
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