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Kampf gegen Kinderpornografie: Apple erklärt umstrittene Nutzerfunktion

© SNA / Natalia SeliwerstowaApple-Logo (Archiv)
Apple-Logo (Archiv) - SNA, 1920, 14.08.2021
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Der US-Konzern Apple hat kürzlich eine Nutzerfunktion präsentiert, die kinderpornografische Fotos auf iPhones künftig aufspüren soll. Doch die angekündigte Neuerung stieß auf heftigen Gegenwind. Um allerlei Befürchtungen und Kritik entgegenzutreten, erklärt nun Apple, was es mit dem neuen System auf sich hat.
Eine der Apple-Führungskräfte, Craig Federighi, versicherte in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“, dass die Mittel zur Suche nach Kinderpornografie, mit denen das amerikanische Unternehmen seine Mobiltelefone und Tablets ausstatten will, keinen Zugang zu anderen Benutzerinhalten verschaffen werden.
Apples Vizepräsident für Softwareentwicklung zerstreute die Befürchtungen, dass die neuen Funktionen die Privatsphäre der Benutzer beeinträchtigen werden. Dementiert hat er unter anderem auch die Annahme, „autoritäre Regierungen“ könnten dadurch Zugriff auf persönliche Daten erlangen.
„Wenn, und nur wenn Sie eine bestimmte Schwelle überschreiten, die ungefähr 30 Übereinstimmungen mit bekannten fotografischen Bildern von Kinderpornografie entspricht, wird Apple nur dann etwas über Ihr Konto und diese Bilder wissen, Ihre anderen Bilder werden dadurch aber nicht betroffen sein“, sagte Federighi.
Das Unternehmen plant, die in den „Cloud“-Speicher hochgeladenen Bilder mit einer Datenbank mit Kinderpornografie zu überprüfen. Sollte es zu mehrmaligen Übereinstimmungen kommen, wird Apple die amerikanische gemeinnützige Organisation, das National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC), sofort benachrichtigen.

„Das System analysiert nicht, ob Sie Fotos von Ihrem Kind im Badezimmer aufbewahren oder ob Sie irgendwelche pornografischen Bilder haben. Es geht buchstäblich darum, genaue Übereinstimmungen mit bestimmten bekannten kinderpornografischen Bildern zu finden“, bestätigte Federighi.

Jungen mit Handys (Symbolbild) - SNA, 1920, 06.08.2021
Nacktfotos, sexueller Missbrauch: Apple kündigt neue Tools für besseren Kinderschutz an

Besserer Kinderschutz – geringere Datensicherheit?

Durch die angekündigte Neuerung sollen Eltern künftig eine Warnmeldung erhalten, wenn ihr Kind Fotos mit sexuellen Inhalten erhält oder verschickt.
Wenn ein Kind diese Art von Inhalt erhält, wird das Foto von einem Tool unscharf gemacht. Das Kind wird gewarnt und mit hilfreichen Ressourcen versorgt. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme könnten die Eltern eine Nachricht erhalten. Ähnliche Schutzmaßnahmen sind auch verfügbar, wenn ein Kind versucht, Nacktfotos zu versenden.
Nach der Präsentation des neuen Tools hatten sich viele Apple-Mitarbeiter besorgt über die Einführung von Überwachungsfunktionen gezeigt, in denen einige ein Instrument zur Zensur gesehen hatten. Andere hingegen hatten von einer potentiellen Gefährdung des Rufs des Unternehmens als Vorreiter beim Schutz personenbezogener Daten gesprochen. Darüber hatte die Nachrichtenagentur „Reuters“ mit Verweis auf vertraute Quellen berichtet.
Auch der Chef der russischen Analyseagentur „Content Review“, Sergej Polownikow, hatte in der vorigen Woche seine Bedenken bezüglich der Neuerung geäußert. Er hatte die Vermutung aufgestellt, dass das Unternehmen dadurch legal auf Smartphone-Daten zugreifen möchte.
Sollte Apple, so Polownikow, das in die Tat umsetzen, dann werde der fehlende Schutz personenbezogener Daten gesetzlich verankert.
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