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Stiko aktualisiert Impf-Empfehlung für Kinder

Kinderimpfung  - SNA, 1920, 13.08.2021
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Eine aktualisierte Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Kinder-Impfungen gegen den Erreger Sars-Cov-2 wird nächste Woche veröffentlicht. Der Kinderarzt und Stiko-Mitglied Martin Terhardt erklärt dem Rundfunk Berlin-Brandengurg, das Gremium werde „versuchen, der Politik ein bisschen entgegenzukommen“.
„Diese Aktualisierung der Stiko-Empfehlung ist gerade in der letzten Bearbeitung, es geht noch um Textschliff.“ Das sagte der Berliner Kinder- und Jugendarzt Martin Terhardt am Donnerstagabend in der „Abendschau“ des Sender RBB bezüglich der Kinder-Impfungen gegen den Erreger Sars-Cov-2. Ende nächster Woche werde die Ständige Impfkommission „auf jeden Fall“ das Ergebnis veröffentlichen. Vorher gebe es noch wie üblich ein Abstimmungsverfahren mit Fachgesellschaften und den Ländern. Terhardt sagte auch: „Wir werden versuchen, der Politik ein bisschen entgegenzukommen.“

Druck von der Politik auf die Stiko

Das angeblich unabhängige Expertengremium wird seit Wochen von verschiedenen Politikern aufgefordert, die bisher vorsichtige Haltung zum Impfen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zu überdenken. Die Stiko empfiehlt ihnen die Immunisierung bislang vor allem, wenn bestimmte Vorerkrankungen wie Fettleibigkeit oder chronische Lungenkrankheiten vorliegen und wenn sie Menschen mit besonderem Corona-Risiko im Umfeld haben.
Die bisherige Zurückhaltung begründete Stiko-Chef Thomas Mertens mit unzureichenden Daten zur Sicherheit der Impfung bei Heranwachsenden. Im Fokus standen vor allem mögliche Folgen von Herzmuskelentzündungen bei Geimpften. Dies war zum Beispiel in den USA beobachtet worden.

Long-Lockdown-Symptome

Mittlerweile können Ärzte das Risiko von Herzmuskelentzündungen etwas besser beurteilen, sagte Terhardt im RBB. Die Gefahr sei für Jungen etwas höher als für Mädchen und nach der zweiten Impfung etwas größer als nach der ersten. Das höchste Risiko (1 zu 16.000) hätten also Jungen nach der zweiten Impfung. Die meisten Herzmuskelentzündungen in Folge der Impfung verlaufen dem Mediziner zufolge mild, es habe in der Altersgruppe auch keine Todesfälle dadurch gegeben.
Weiterhin schwer zu bewerten seien dagegen die Daten zum Risiko von Langzeitfolgen einer Corona-Infektion, sagte Terhardt. Denn auch bei Kindern ohne Corona-Infektion zeigten sich vergleichbare Signale: Der Kinder- und Jugendarzt sprach deshalb von Long-Lockdown-Symptomen.
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